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Punktesystem: Thüringen justiert Förderung der regionalen Tourismusverbände neu

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Das Thüringer Wirtschaftsministerium stellt bei der Förderung der regionalen Tourismusorganisationen in Thüringen ab 2019 auf ein Punktesystem um.

„Damit schaffen wir klare und nachvollziehbare Kriterien, an denen sich die Förderung der Verbände künftig orientieren wird“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee heute in Erfurt. Damit solle ein „Qualitätsschub“ für die touristische Arbeit vor Ort erreicht werden. Ziel sei es, die touristischen Organisationsstrukturen wettbewerbsfähiger und damit letztlich Thüringen als Reiseland attraktiver zu machen. Zuvor hatte das Ministerium mit den Verbänden intensive Beratungen durchgeführt und den Wirtschaftsausschuss des Landtags über die geplante Änderung informiert. Die Tourismusverbände und der Ausschuss unterstützen demnach das neue Fördermodell.

Mit der Einführung dieses Modells wird eine Empfehlung der „Tourismusstrategie Thüringen 2025“ umgesetzt, die das Wirtschaftsministerium Mitte 2017 vorgestellt hatte. Sie beruht auf dem Befund, dass die 15 regionalen Tourismusorganisationen im Land durch eine äußerst kleinteilige Struktur, zahlreiche Gebiets- und Aufgabenüberschneidungen und eine geringe Wettbewerbsfähigkeit geprägt seien.

Mit dem neuen Punktesystem würden deshalb eindeutig erfassbare Zielwerte für die Weiterentwicklung und künftige Arbeit der Tourismusorganisationen festgelegt. Diese betreffen u.a. die Markt- und Managementstärke der Verbände oder die Mitwirkung an der Umsetzung der Tourismusstrategie. So fließen die Zahl der Gästeankünfte, Übernachtungen, Betriebe und Betten ebenso in die Bewertung ein wie das Vorhandensein einer eigenen tourismuspolitischen Strategie, der Umfang von Budget und Personal für das touristische Marketing, die Qualifikation der Mitarbeiter, Aktivitäten zur Angebots- und Produktentwicklung oder die Abstimmung untereinander und mit der Thüringer Tourismus GmbH (TTG).

„Schlagkräftige Strukturen, hohe Kooperationsbereitschaft und mehr Professionalität werden durch das neue Förderverfahren begünstigt – herrscht Kirchturmdenken und Ineffizienz vor, gibt es keine Förderung“, sagte der Wirtschaftsminister. Dabei führe die Umstellung zugleich zu einer Besserstellung gegenüber der derzeitigen Situation: Während bisher nur die drei länderübergreifenden Regionen Harz, Rhön und Vogtland sowie der Regionalverbund Thüringer Wald profitierten, können künftig grundsätzlich alle regionalen Tourismusorganisationen Förderung erhalten. Dafür stehen ab 2019 die insgesamt 1,3 Millionen Euro  zur Verfügung.

Die neuen Fördermodalitäten griffen ab dem kommenden Jahr. Verbände, die die Anforderungen zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig erfüllten, sich aber qualitativ und strukturell weiterentwickeln wollen, können dazu in einer Übergangsphase bis zum Jahr 2022 eine Grundförderung erhalten. Ab 2023 werde dann ausschließlich nach dem neuen Punktesystem gefördert.

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