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Deutscher Tourismusverband kritisiert Konzeptlosigkeit des Bundes - und den Angriff auf die Ferienregelungen

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Reinhard Meyer

 

Nach den jüngsten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes wird die Zahl der Übernachtungen im Deutschlandtourismus 2020 um 40 Prozent hinter denen von 2019 zurückliegen. Für den Deutschen Tourismusverband Grund genug, die Konzeptlosigkeit des Bundes zu kritisieren.

Dazu erklärt der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV), Reinhard Meyer: „40 Prozent weniger Übernachtungen bedeuten für die Branche extrem hohe Umsatzverluste und sind nicht wieder aufzuholen. Die Lage ist dramatisch. Weder bei der Rettung der Tourismusbetriebe, noch beim Aufzeigen von Perspektiven hat sich die Bundespolitik bisher hervorgetan. Die Umsetzungsgeschwindigkeit der Hilfsmaßnahmen für die Branche ist ein höchstes Ärgernis und nahezu ein Skandal. Obwohl seit Monaten das Geld zur Verfügung steht, ist es bisher kaum angekommen. Bei den Überbrückungshilfen I und II wurden laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft bis Ende 2020 nur 2,1 Mrd. Euro von 24,6 Mrd. Euro bewilligt. Auch bei den November- und Dezemberhilfen hakt es. Bis Ende 2020 wurden nur 1,5 Mrd. Euro bewilligt. So kann eine wirksame Rettung nicht erfolgreich sein. Viele Arbeitsplätze und Existenzen stehen mittlerweile auf der Kippe.“

Kein Konzept

Meyer bemängelt zudem, dass kein Konzept der Bundesregierung vorliegt, wie der Tourismus nach der Pandemie neu starten kann. Meyer: „Der Deutschlandtourismus mit seinen 3 Millionen Beschäftigten ist Wirtschaft. Wir brauchen einen Dreiklang aus Retten, Sanieren, Investieren. Wir fordern vom Bundeswirtschaftsminister seit Monaten einen Tourismusgipfel, bei dem Konzepte für den Neustart und für einen Erholung des Deutschlandtourismus diskutiert und verabredet werden. Nicht einmal zu einer echten Taskforce zur Koordinierung der Instrumente ist der Bund bisher bereit.“

Der DTV-Präsident erklärte, dass es nicht sein dürfe, dass die Tourismusbranche, die bereits Ende Oktober in den Lockdown gegangen ist, ohne Plan dauerhaft in den Ruhestand versetzt wird. Meyer: „Wir brauchen endlich passgenaue Hilfen und praktische Perspektiven und Konzepte.“

Und jetzt auch noch die Feriendiskussion

Der Schulstart im neuen Jahr ist wegen der Corona-Pandemie alles andere als einfach. Gerade Kinder, Lehrer und Eltern stehen erneut vor großen Herausforderungen. Aber gleich zum Schulbeginn gibt es wieder Stimmen aus der Politik, Ferien zu verschieben oder sogar die Sommerferien zu verkürzen, um Unterrichtsausfälle zu kompensieren.

Reinhard Meyer warnt ausdrücklich davor: „Der Lockdown verlangt Familien, Lehrern und gerade auch der Tourismusbranche viel ab. Statt jeden Tag wieder eine politische Einzelmeinung zu hören, brauchen wir Verlässlichkeit bei den Ferienzeiten. Gerade Familien mit Kindern haben wegen der aktuellen Krise Anspruch auf Urlaub und Erholung. Sie sind im Home-Schooling oder Home-Office überdurchschnittlich stark gefordert und benötigen dringend die Ferien als Aus- und Erholungszeit. Verkürzte Ferien würden das Gegenteil bedeuten. Auch die gebeutelte Tourismusbranche, die alles für sicheres Reisen tut, braucht Verlässlichkeit, Planbarkeit und Perspektiven von der Politik, statt ständig undurchdachte Vorschläge. Wenn touristische Reisen wieder möglich sind, wird es besonders wichtig sein, dass nicht alle zum gleichen Zeitpunkt in den Urlaub starten. Der Ferienkorridor von bis zu 90 Tagen im Sommer hat sich bewährt. Das gilt umso mehr in Corona-Zeiten.“

www.deutschertourismusverband.de

Bild: DTV

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