Sommerferienkorridor: So kurz wie noch nie

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Die Kultusministerkonferenz hat Beginn und Ende der Sommerferien in allen 16 Ländern für den Zeitraum 2025 bis 2030 festgelegt. Die Tourismusbranche ist unzufrieden bis entsetzt.

Zum Sommerferienkorridor sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Brandenburgische Bildungsministerin Britta Ernst: „Die neue langfristige Sommerferienregelung der Kultusministerkonferenz schafft Planungssicherheit für Schulen, für den Sommerurlaub der Familien mit schulpflichtigen Kindern und für die Tourismusbranche.“

Der Deutschlandtourismus zeigt sich vom Ergebnis enttäuscht, so der Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes, Norbert Kunz: „Es erweist sich beim Thema Sommerferienplanung, dass nicht unbedingt gut wird, was lange währt. Die Länder haben sich in der Kultusministerkonferenz auf eine Ferienregelung mit einem historisch denkbar kurzen Ferienkorridor von 80 Tagen geeinigt. Lediglich 2029 ist ein Zeitraum von 87 Tagen für die Sommerferien in allen Bundesländern geplant - das aber auch nur, weil 2029 Mecklenburg-Vorpommern als einziges Bundesland bereits am 18. Juni in die Sommerferien startet. Die bislang bewährte Praxis, dass Bundesländer abwechselnd auch in der zweiten Juni-Hälfte Ferienbeginn haben, wurde teilweise aufgekündigt. Für den Deutschlandtourismus sind die Ferienzeiten ab 2025 enttäuschend. Nicht einmal der bisher geltende Ferienkorridor der Jahre 2018 bis 2024 von 82 Tagen wird eingehalten. Die Bedenken und Argumente der Branche und auch der Wirtschaftsministerkonferenz wurden offensichtlich ignoriert. Vermehrte Staus, Angebotsverknappung und Preisanstiege werden die Folge sein. Aus Sicht des Deutschlandtourismus, der von Corona stark belastet wurde und noch ist, ist die Entscheidung der Kultusministerkonferenz nicht nachvollziehbar.“

Die Kultusministerkonferenz habe ihrer Entscheidung maßgeblich pädagogische Gesichtspunkte zugrunde gelegt, heißt es von deren Seite. So sei sichergestellt, dass die Dauer der Schulhalbjahre trotz wechselnder Ferientermine möglichst konstant bleibt, um den Schulen eine kontinuierliche und verlässliche Lernplanung einschließlich der Prüfungen zu ermöglichen. In ihren wirtschaftspolitischen Erwägungen habe die Kultusministerkonferenz den Gesamtzeitraum für die Sommerferien weitmöglichst ausgeschöpft. Die Regelung sieht für die Jahre 2025 bis 2028 sowie für das Jahr 2030 einen Gesamtferienzeitraum von 80 Tagen und für 2029 von 87 Tagen vor.

Hier geht es zur Übersicht.

Grundlage für die Festlegung der Ferienregelungen in den einzelnen Ländern ist Artikel 25 der „Ländervereinbarung über die gemeinsame Grundstruktur des Schulwesens und die gesamtstaatliche Verantwortung der Länder in zentralen bildungspolitischen Fragen“ (Beschluss der KMK vom 15.10.2020). Die Länder sind bei der Sommerferienregelung weiterhin fünf Ländergruppen (möglichst gleichmäßige Verteilung der Gesamtbevölkerung) zugeordnet:

  • Gruppe I Brandenburg, Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein
  • Gruppe II Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
  • Gruppe III Nordrhein-Westfalen
  • Gruppe IV Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland
  • Gruppe V Baden-Württemberg, Bayern

Um zu vermeiden, dass die erholungssuchende Bevölkerung jeweils zur gleichen Zeit den Urlaub antritt bzw. beendet und um entsprechend nachteilige Folgen für den Verkehr und für die Quartiernachfrage in den Feriengebieten zu verhindern, haben die Länder ein rollierendes System zur Festlegung der Sommerferientermine für die Ländergruppen vereinbart. Dabei liegen die Sommerferien von Bayern und Baden-Württemberg (Ländergruppe V), die traditionell Pfingstferien haben, auf dem letzten Termin, um einen ausreichenden Lern- und Prüfungszeitraum zwischen Pfingst- und Sommerferien sicherzustellen.

https://www.kmk.org/
https://www.deutschertourismusverband.de/

Bild: Screenshot Ferienkorridor der KMK

 

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