Ein Teil der Lufthansa gehört bald uns allen

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Lufthansa

 

Die Bundesregierung will - und muss wohl - bei der Lufthansa einsteigen, um das Unternehmen zu retten. Die Verhandlungen stehen Medienberichten zufolge offenbar kurz vor dem Abschluss.

Wir erinnern uns? Die Lufthansa war bereits mal in staatlicher Hand. Aber das ist 20 Jahre und länger her. Nun wird der Bund wieder größter Einzelaktionär des Unternehmens. Laut Süddeutscher Zeitung soll über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) die Bundesregierung im Rahmen einer Kapitalerhöhung 20 Prozent der Anteile übernehmen und zwei Mitglieder für den Aufsichtsrat des Konzerns benennen. Insgesamt sollen dem Unternehmen neun Milliarden Euro zufließen, darunter auch drei Mrd. als KfW-Kredit. Dies alles stehe jedoch noch unter Vorbehalt. WSF, Vorstand und Aufsichtsrat der Airline, eine außerordentliche Hauptversammlung sowie die Europäische Kommission müssen laut SZ noch zustimmen.

Der Lufthansa bleibt kaum eine Alternative. Nach derzeitigem Stand flössen monatlich rund 800 Millionen Euro an Liquidität ab.
Sie hatte allerdings angekündigt, im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen ein Schutzschirmverfahren zu durchlaufen, was für die Mitarbeiter wesentlich härter ausfallen dürfte.

Es gibt aber auch jetzt bereits Kritik an dem ausgehandelten Modell, da die Bundesregieung offenbar laut heute journal auf konkrete Bedingungen verzichtet hat. So sei die Air France in einem ähnlichen Verfahren stärker verpflichtet worden, sich ökologischer und klimafreundlicher auszurichten und etwas auf einen Teil der Inlandsflüge zu verzichten. Zudem erreicht der Staat mit dem Anteil keine Sperrminorität von mehr als 25% der Aktien. Allerdings soll es eine Regelung geben, dass im Falle eines Übernahmeversuchs der Anteil des Staats bis zur Sperrminorität aufgestockt werden könne.

www.lufthansagroup.com
www.bundesregierung.de

Bild: https://pixabay.com/de/photos/flughafen-frankfurt-a380-airbus-3728958/

 

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