bdo: Verband sieht hohe Kraftstoffpreise als Risiko für Verkehrsangebot

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen hat die Busbranche weiterhin stark durch hohe Kraftstoffpreise belastet gesehen. Der bdo begrüßte nach eigenen Angaben erste Maßnahmen der Bundesregierung, forderte jedoch zusätzliche Entlastungen und eine wirksamere Marktaufsicht, um die wirtschaftliche Stabilität der Unternehmen und ein verlässliches Verkehrsangebot zu sichern.
Die stark gestiegenen Kraftstoffkosten setzten die Branche seit längerem unter Druck. Nach Angaben des Verbandes griffen die jüngst beschlossenen Schritte der Bundesregierung zu kurz. „Die bisherigen Maßnahmen gehen in die richtige Richtung, reichen aber bei Weitem nicht aus“, erklärte Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin des bdo. „Die stark gestiegenen Dieselpreise treffen die Busunternehmen unmittelbar und mit voller Wucht. Kraftstoffe machen rund 20 Prozent der Gesamtkosten aus. Deshalb braucht es jetzt zusätzliche, spürbare Entlastungen sowie eine wirksamere Kontrolle der Preisentwicklung.“
Der Verband kritisierte insbesondere die bislang geringe Wirkung der Marktaufsicht. Aus Sicht des bdo könne das Bundeskartellamt überhöhte Preisentwicklungen nicht ausreichend eindämmen. Im Großhandel habe der Verband weiterhin Defizite bei Transparenz und Kontrolle gesehen.
Der bdo verwies zudem auf Beispiele aus anderen europäischen Ländern. Österreich habe nach Verbandsangaben eine Spritpreisbremse eingeführt, die steuerliche Entlastungen mit Eingriffen in die Preisbildung verbinde.
Vor diesem Hintergrund forderte der Verband weitere politische Maßnahmen. Dazu zählten eine reduzierte Mehrwertsteuer im Reisebusverkehr, eine temporär abgesenkte Energiesteuer auf Diesel, ein konsequenteres Eingreifen des Bundeskartellamtes bei auffälligen Preisentwicklungen sowie ein Notfallplan für den Verkehrssektor, um die Versorgungssicherheit und die Funktionsfähigkeit zentraler Verkehrsachsen zu gewährleisten.
„Die Situation bleibt für die Busunternehmen äußerst angespannt“, so Leonard. „Steigende Kraftstoffpreise wirken sich unmittelbar auf die wirtschaftliche Lage der Branche aus. Die Politik ist nun gefordert, schnell zu handeln. Ohne gezielte Maßnahmen drohen Einschränkungen im Verkehrsangebot – mit direkten Auswirkungen auf Fahrgäste, Pendler und den Wirtschaftsstandort Deutschland.“
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