Deutscher Tourismusverband wirbt für stabile Finanzierung des Deutschlandtourismus
DTV-Präsident Reinhard Meyer forderte „mehr Mut bei der Tourismusfinanzierung“. Das schrieb Meyer in einem Gastbeitrag in der Fuldaer Zeitung.
Mehrere europäische Staaten sollen zuletzt von einem Rückgang asiatischer Gäste berichtet haben, den sie mit dem Konflikt am Persischen Golf in Verbindung gebracht haben. Für Deutschland zeige sich bislang ein stabiles Bild. Nach Darstellung des Deutschen Tourismusverbands trage dazu auch der hohe Anteil des Inlandstourismus bei.
Meyer warnte zugleich vor wachsenden finanziellen Belastungen in vielen Tourismusregionen. Kommunen müssten touristische Infrastruktur und Angebote dauerhaft sichern. Dazu sollen attraktive Innenstädte, gepflegte Wanderwege, Kultur- und Sportangebote sowie Touristinformationen zählen. Diese Leistungen nutzten Gästen und Menschen vor Ort. Tourismus wirke zudem über Hotellerie und Gastronomie hinaus in Handel, Freizeitangebote und kommunale Entwicklung.
Der Deutsche Tourismusverband habe sich in dem Beitrag für dauerhaft tragfähige Finanzierungsstrukturen ausgesprochen. Der Bund habe Impulse über Investitionen und Förderprogramme gesetzt. Die Länder sollen über ihre Kommunalabgabengesetze die rechtlichen Grundlagen für touristische Finanzierungsinstrumente geschaffen haben.
Touristische Investitionen seien in vielen Kommunen ins Hintertreffen geraten, weil Tourismus eine freiwillige Aufgabe sei und Haushalte durch Defizite, steigende Kosten und wachsende Pflichtaufgaben unter Druck stehen sollen. Fehlende Spielräume sollen es erschwert haben, Angebote langfristig auf hohem Niveau zu sichern. Meyer plädierte dafür, vorhandene Finanzierungsmöglichkeiten konsequent zu nutzen und transparent zu erläutern.
Als zentrale Instrumente nannte der Verband Gästebeiträge, vielerorts als Kurtaxe oder Gästetaxe bekannt. Die Mittel sollen zweckgebunden eingesetzt werden, etwa für Infrastruktur, Veranstaltungen oder Mobilitätsangebote. Gäste sollen dafür häufig konkrete Vorteile wie Gästekarten oder Vergünstigungen erhalten haben.
Daneben verwies Meyer auf Tourismusabgaben, an denen sich die regionale Wirtschaft beteilige. Das dahinterstehende Prinzip: Wer wirtschaftlich vom Tourismus profitiere, beteilige sich an seiner Finanzierung.
Abzugrenzen sei die Bettensteuer. Sie könne zusätzliche Einnahmen schaffen, sei jedoch nicht zweckgebunden. Entscheidend bleibe nach Darstellung des Verbands, dass Einnahmen erkennbar wieder in touristische Aufgaben fließen.
Mehr Informationen: Deutscher Tourismusverband: Wir machen den Tourismus stark. In Deutschland.
Bild: © DTV Deutscher Tourismusverband
