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DIHK-Saisonumfrage: Stimmungshoch in der Tourismuswirtschaft schwächt sich ab

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Nach zehn Rekordjahren in Folge laufen die Geschäfte der Tourismuswirtschaft nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau - so die Ergebnisse der aktuellen DIHK-Saisonumfrage Tourismus Herbst/Winter 2019/20. Dennoch ist eine leichte Eintrübung festzustellen.

So sind die Geschäftserwartungen in allen Branchen des Tourismus im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, die Mehrheit der Unternehmen geht aber von mindestens gleichbleibenden Geschäften aus.

Insgesamt steige die Wirtschaftsleistung des Tourismus weiter an, die Entwicklung verliere jedoch an Dynamik. Einfluss auf diese Entwicklung hätten unter anderem die deutlich eingetrübte Stimmung in der Gesamtwirtschaft, die Insolvenz des größten Pauschalreiseanbieters Thomas Cook, die Diskussion um Klimawandel und Nachhaltigkeit sowie der Fachkräftemangel.

Zuwachs der Investitionsabsichten verliert an Dynamik

Insgesamt beabsichtigen die Unternehmen der Tourismuswirtschaft, in der kommenden Saison auch mehr zu investieren; der Zuwachs fällt jedoch ebenfalls schwächer aus als zuvor. Weniger Mittel einsetzen wollen Caterer und sonstige Verpflegungsdienstleister. Die deutliche Eintrübung der Geschäftserwartungen in der Gesamtwirtschaft, die sich im Sommer bereits im Messe- und Kongresstourismus bemerkbar machte, scheint nun auch in dieser Branche angekommen zu sein. Auch Reisebüros wollen weniger investieren. Der Grund: Viele von ihnen waren eng an Thomas Cook gebunden und bekommen zu spüren, dass das Vertrauen der Kunden in Pauschalreisen Kratzer bekommen hat.

Bei den Investitionen stehen aktuell Modernisierung und Ersatzbedarf im Vordergrund. Nun kommen durch das neue Kassengesetz zusätzliche Investitionen in die Aufrüstung der Kassensysteme auf die Unternehmen zu. Zudem schlägt sich die Diskussion um Klimawandel und Nachhaltigkeit allmählich in den Investitionsplänen nieder. Je größer das Unternehmen, desto ausgeprägter die Absicht, Geld in Kapazitätserweiterungen und Umweltschutz zu stecken.

Fachkräftemangel bleibt größtes Risiko

Die Betriebe in der Tourismusbranche wollen zwar Personal einstellen, allerdings weniger als im Vorjahr. Drei Viertel der Umfrageteilnehmer möchten an der Beschäftigungssituation nichts ändern. Diese Tendenz sei bei Gasthöfen besonders ausgeprägt. In der Reisewirtschaft hingegen planten vor allem touristische Verkehrsunternehmen vorsichtiger.

Gleichzeitig stelle der Fachkräftemangel auch in der kommenden Saison für die Tourismuswirtschaft mit Abstand das größte wirtschaftliche Risiko dar: Zwei Drittel der Unternehmen und sogar 80 Prozent der Gasthöfe sehen ihre Tätigkeit davon negativ beeinflusst. Das Gastgewerbe leidet insgesamt besonders stark unter den Engpässen an qualifiziertem Personal und den damit einhergehenden Mehrbelastungen, steigenden Arbeitskosten und der Notwendigkeit, das Angebot einzuschränken. Diese Branche beschäftige sich auch stärker als die Reisewirtschaft mit der Anwerbung von Fachkräften aus Nicht-EU-Staaten.

Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen hätten in der Bewertung als Risiko im Vergleich zu der Vorumfrage etwas an Bedeutung gewonnen. Spürbar werde hier unter anderem die überdurchschnittlich hohe Bürokratiebelastung der Unternehmen im Gastgewerbe.

Und nicht zuletzt bereite die aktuelle Diskussion um den Sommerferienkorridor 2025-2030 und die Folgen einer etwaigen Einschränkung der bundesweit für die Ferien genutzten Tage der Branche große Sorge. So würde aus Sicht der Tourismuswirtschaft eine Einengung des Korridors einen Urlaub in Deutschland weniger attraktiv machen, denn Staus und steigende Übernachtungspreise wären die Folge. Auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels wäre eine verkürzte Saison problematisch.

www.dihk.de

Bild: https://pixabay.com/de/photos/semperoper-opernhaus-oper-3649250/

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