Die inspektour GmbH unterstützt das Ressort Statistik & Benchmarks

Neue Zahlen zum Tagestourismus in Deutschland - leichte Rückgänge

am .

Frau, Wiese Ausflug

 

Die neuen Ergebnisse des dwif-Tagesreisenmonitor 2019 liegen vor. 2018 machten die Deutschen im Schnitt 5 Tagesreisen pro Kopf weniger als 2017.

Wie viel Tagestourismus findet bei uns statt? Und was bringt er uns tatsächlich? Die Quantifizierung des Megamarktes Tagesreisen stellt viele Destinationen immer wieder vor Herausforderungen, denn aktuelles Zahlenmaterial fehlt in der Regel. Der dwif-Tagesreisenmonitor will Abhilfe schaffen und liefert Destinationen immer „frische“ Zahlen zum Tagestourismus vor Ort. Die Zahlen basieren auf einer bundesweiten Online-Panel-Befragung mit rund 15.600 Interviews mit Deutschen zwischen 14 und 75 Jahren pro Jahr.

Wie wichtig eine kontinuierliche Erfassung der Daten ist, zeigt der Blick auf die Ergebnisse des Tagesreisenmonitors 2019: 2017 lag die Grenze von 4 Milliarden Tagesreisen der Deutschen in greifbarer Nähe. Jetzt steht jedoch fest: 2018 ist ein Rückgang der Tagesreisen der Deutschen um rund 10 Prozent zu verzeichnen. Anders ausgedrückt: 2018 machten die Deutschen im Schnitt 5 Tagesreisen pro Kopf weniger als 2017.

Nicht alle Regionen vom Rückgang betroffen

Dieser deutschlandweite Rückgang ist jedoch regional differenziert zu betrachten. So gebe es laut Studie durchaus Bundesländer und Regionen, in denen das Tagesreisevolumen gestiegen ist, z. B. in Thüringen (insbesondere in Weimar) oder an der Ostseeküste zwischen Flensburg und Rostock. Die größten Rückgänge seien in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen zu verzeichnen.

Ausgewählte Details

  • Die deutschen Mittelgebirgs-Regionen empfingen im Jahr 2018 in Summe ca. 890 Mio. Tagesreisende. Verglichen mit dem Vorjahr fand hier ein Rückgang um etwa 11 Prozent statt.
  • Fast jede zweite Tagesreise in Deutschland führt in eine Großstadt. Doch auch hier werden insgesamt Rückgänge verzeichnet, wenngleich nicht so deutlich wie im bundesweiten Durchschnitt. Ausnahmen bestätigen die Regel, denn auch bei den Großstädten gibt es durchaus Gewinner, die sich über ein Plus an Tagesgästen freuen dürfen.

Umsätze aus dem Tagestourismus bleiben bundesweit stabil

Erfreulicherweise haben die Deutschen bei ihren Tagesreisen tiefer in den Geldbeutel gegriffen. Die Ausgaben für eine Tagesreise, insbesondere bei geschäftlichen Motiven seien spürbar angestiegen, sodass der Markt der Tagesreisen inzwischen rund 100 Milliarden Euro schwer sei.

Rund 80 Prozent der privaten Tagesreisenden innerhalb Deutschlands haben demnach Ausgaben getätigt. Die Ausgaben für den gesamten Ausflug pro Kopf variieren im Schnitt je nach Ausflugsanlass zwischen rund 19,- Euro beim Besuch von Freunden, Verwandten und Bekannten und knapp 70,- Euro bei Shopping-Ausflügen.

Bedeutung des ÖPNV für den Tagestourismus wächst

Weitere interessante Erkenntnisse aus dem dwif-Tagesreisenmonitor 2019:

  • Top-Anlässe für private Tagesreisen sind zum einen der Besuch von Verwandten, Bekannten und Freunden, die Ausübung einer sportlichen Aktivität sowie die Einkaufsfahrt.
  • Die durchschnittliche Distanz von Tagesausflügen vom Wohnort zum Zielort liege unverändert bei rund 52 km (einfache Wegstrecke). Geschäftliche Tagesreisende nehmen höhere Distanzen (ca. 116 km) in Kauf.
  • Der motorisierte Individualverkehr bleibe mit einem Anteil von 70 Prozent das Haupt-Anreiseverkehrsmittel bei einer Tagesreise. Die Bedeutung des ÖPNV habe allerdings im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Viertel zugenommen und liege nun insgesamt bei 11 Prozent (2017: 9 Prozent).
  • 45 Prozent der Tagesreisen werden an Wochenenden und Feiertagen unternommen (+2 Prozent im Vergleich zu 2017). Der Anteil der Tagesreisen an Werktagen ist entsprechend leicht zurückgegangen auf 55 Prozent.

Was beeinflusst den tagestouristischen Markt?

Generell ist der Tagestourismus ein sehr volatiles Segment und die Einflussfaktoren auf das Volumen sind sehr vielfältig. Häufig gebe es laut Studie nicht einen einzigen Grund für eine Veränderung. Mögliche Gründe für den Rückgang des Volumens können so nicht immer lückenlos dargestellt werden. Einflussfaktoren auf den Tagestourismus können demnach sein:

  • Das Wetter: Im Jahr 2018 waren starke Hitze- bzw. Trockenperioden zu verzeichnen, was z. B. dazu führte, dass viele Anbieter*innen in der Freizeitwirtschaft 2018 teils erhebliche Rückgänge der Besucher*innenzahlen zu verzeichnen hatten. Im Vergleich zum Vorjahr konnten wir im Rahmen des dwif-Freizeitmonitorings insgesamt 1,3 Prozent (insbesondere in den Sommermonaten bis zu -11 Prozent) weniger Besucher*innenzahlen dokumentieren.
  • Einen wichtigen Einfluss auf das Tagesreisevolumen in den Städten und Regionen haben Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur. Das bedeutet: Volumen, Altersstruktur und regionale Verteilung sowie Wanderungsverhalten gelte es zu berücksichtigen.
  • Einen wichtigen Einfluss auf die Tagesreisen haben zudem Anzahl und Lage (z. B. mögliche Brückentage) von Ferien- und Feiertagen.
    Der überdurchschnittliche Anstieg der Übernachtungen in Deutschland von Inländer*innen, der vermuten lässt, dass anstelle von Tagesausflügen mehrtätige Übernachtungsreisen stattgefunden haben.

Der Tagestourismus bleibt demnach geprägt durch eine hohe Dynamik, die sich zudem regional und lokal sehr unterschiedlich präsentieren kann.

Mehr Infos gibt es unter www.dwif.de

Bild: https://pixabay.com/de/photos/junge-frau-wiese-liegen-ausruhen-2194038/