IHKN-Umfrage zeigt deutliche Stimmungseintrübung in der Tourismuswirtschaft

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IHKN-Umfrage zeigt deutliche Stimmungseintrübung in der Tourismuswirtschaft

 

Die Tourismuswirtschaft in Niedersachsen steht wirtschaftlich unter Druck. Das ist aus der aktuellen Saisonumfrage Tourismus der IHK Niedersachsen hervorgegangen. An der Befragung beteiligten sich vom 8. April bis zum 7. Mai 2026 rund 400 Betriebe aus Hotellerie, Gastronomie und Campingwirtschaft sowie Reisebüros und Reiseveranstalter.

Im Gastgewerbe sei der Konjunkturklimaindex auf 85 Punkte gesunken. Im Herbst 2025 habe der Wert bei 105 Punkten gelegen. 25 Prozent der Betriebe sollen ihre aktuelle Geschäftslage als gut eingestuft haben, 27 Prozent als schlecht. Mit Blick auf die kommende Saison sollen 39 Prozent eine ungünstigere Entwicklung erwartet haben, 13 Prozent sollen mit einer Verbesserung gerechnet haben. Als größte Risiken sollen die Betriebe Energie-, Lebensmittel- und Rohstoffpreise (87 Prozent), Arbeitskosten (74 Prozent) sowie wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (63 Prozent) genannt haben.

„Die Betriebe stehen unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Energie-, Lebensmittel- und Rohstoffpreise sowie Arbeitskosten bleiben hoch, gleichzeitig reagieren Gäste deutlich sensibler auf Preise und schränken ihre Ausgaben stärker ein", sagte Monika Scherf, Hauptgeschäftsführerin der IHK Niedersachsen.

Bei Reisebüros und Reiseveranstaltern hat sich die Stimmung stärker verschlechtert. Der Klimaindex sei von 112 Punkten im Herbst 2025 auf 69 Punkte gefallen. Die IHKN ordnete den Wert dem Niveau von Herbst 2021 zu. 23 Prozent sollen ihre Lage als gut bewertet haben, 29 Prozent als schlecht. Fast 69 Prozent der Betriebe sollen mit einer ungünstigeren Geschäftsentwicklung gerechnet haben. Nach Angaben der IHKN sollen Buchungen und Umsätze zurückgegangen sein. Als Risiken sollen die Unternehmen steigende Energie- und Rohstoffpreise (66 Prozent), wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (56 Prozent) sowie eine schwache Inlandsnachfrage (37 Prozent) genannt haben.

„Die Reisebranche reagiert besonders sensibel auf internationale Krisen. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher verschieben Buchungen oder entscheiden sich kurzfristiger, wenn Unsicherheit über die weltpolitische Lage besteht", erklärte Scherf. „Steigende Flugpreise, höhere Energiekosten und die Sorge vor weiteren wirtschaftlichen Belastungen führen dazu, dass Reisen sorgfältiger abgewogen werden."

Stabiler zeigte sich die Campingbranche. Viele Campingplätze meldeten laut IHKN eine konstante Nachfrage. Preisbewusste und flexible Urlaubsformen im Inland sollen an Bedeutung gewonnen haben.

Scherf erwartete eine Belebung, wenn sich das Umfeld beruhigt. „Urlaub und Reisen haben für die Deutschen einen hohen Stellenwert und sind für viele fester Bestandteil der Lebensqualität. Sobald sich die geopolitische und wirtschaftliche Lage stabilisiert, ist deshalb mit einer wieder anziehenden Nachfrage und spürbaren Nachholeffekten zu rechnen. Niedersachsen ist mit seinen sicheren und vielfältigen Angeboten dafür sehr gut positioniert", so Scherf.

 

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Bild: © JackieLou DL auf Pixabay

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