Niedersachsen: Öffnungsschritte für Hotels, Gastronomie und Tourismus

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Langeoog

 

In Niedersachsen sinkt die Zahl der Neuinfizierten nun bereits seit einigen Wochen kontinuierlich. Das Land soll daher vorsichtige Schritte in Richtung Normalität gehen. Dazu gehört - endlich - auch eine Öffnungsperspektive für den Tourismus.

„Landesweit wurde jetzt endlich wieder die Hundertergrenze unterschritten, etwa zwei Drittel der Landkreise und Kommunen liegen unter 100“, so Ministerpräsident Stephan Weil. „Das ist eine ermutigende Entwicklung, die wir den Bürgerinnen und Bürgern in unserem Land verdanken. Obwohl es ihnen sicherlich schwergefallen ist, haben sie in beeindruckender Weise die Kontaktbeschränkungen eingehalten und ihre Mobilität reduziert. Das gibt uns die Möglichkeit, jetzt erste Lockerungen einzuleiten und mit den Menschen zusammen ein paar vorsichtige Schritte hin zu mehr Normalität zu machen.“

Eine Perspektive für Gastronomie, Einzelhandel und Hotellerie

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann sieht Chancen für eine Öffnung der am stärksten betroffenen Branchen: „Ich freue mich, dass damit auch die Menschen, die in Gastronomie, Einzelhandel oder Hotellerie tätig sind, jetzt schrittweise wieder loslegen können und eine wirtschaftliche Perspektive erhalten. Die harte, vom Virus erzwungene Auszeit ist hoffentlich auch für diese Branchen bald vorbei.“

Von nächstem Montag an (10. Mai) können demnach in allen Regionen mit einer mindestens fünf Werktage andauernden Unterschreitung der 100er-Inzidenz Beherbergungsbetriebe wieder öffnen, allerdings in einer Anlaufphase zunächst als Vorsichtsmaßnahme nur für Landeskinder. Notwendig seien ein negativer Test bei der Anreise und weitere Tests mindestens zweimal pro Woche während des Aufenthalts in einer Ferienwohnung oder einem Ferienhaus. In Hotels, Pensionen, Jugendherbergen und auf Campingplätzen sei ein täglicher Test erforderlich. Die Testpflicht entfalle für vollständig geimpfte oder genesene Personen. Für Ferienwohnungen und Ferienhäuser gebe es eine Wiederbelegungssperre von einem Tag; Hotels, Pensionen, Jugendherbergen und Campingplätze dürfen nur bis zu 60 Prozent belegt werden. Hotelrestaurants sind zur Versorgung der dort beherbergten Gäste wieder geöffnet.

Sozialministerin Daniela Behrens appelliert jedoch an die Umsicht der Menschen: „Ich halte diese ersten Lockerungen für vertretbar, bitte aber die Menschen in Niedersachsen, auch weiterhin umsichtig und zurückhaltend mit den neuen Möglichkeiten umzugehen. Bitte nutzen Sie die Testangebote: Jede Bürgerin und jeder Bürger kann sich täglich kostenlos testen lassen – diese kostenlosen Tests werden mittlerweile landesweit an vielen Stellen, wie beispielsweise in kommunalen Testzentren, Apotheken und Arztpraxen angeboten.“

Auch der Ministerpräsident betont: „Wir dürfen nicht übermütig und vor allem nicht unvorsichtig werden, aber wir vertrauen darauf, dass die Niedersächsinnen und Niedersachsen, mit den zurückgewonnenen Freiheiten verantwortungsvoll umgehen und sich und andere nicht unnötig gefährden.“

Schrittweise Öffnung der Gastronomie

Geöffnet werden soll unter einer Inzidenz von 100 mit Abstandsregelungen und entsprechenden Hygienekonzepten auch die Außengastronomie. Die Gäste benötigen einen negativen Testnachweis oder einen Nachweis für ihre Genesung oder ihre Impfung. Auch in der Außengastronomie müssten die geltenden Kontaktbeschränkungen berücksichtigt werden, also ein Haushalt plus zwei Personen aus einem anderen Haushalt mit dazugehörenden Kindern bis 14 Jahren. Eine vorsichtige Öffnung der Innengastronomie mit einer Kapazitätsbegrenzung auf 50 Prozent sei dann für den nächsten Öffnungsschritt in zwei bis drei Wochen geplant.

Museen, Galerien, Ausstellungen, Gedenkstätten zoologische und botanische Gärten können weiterhin mit maximal 50-prozentiger Kapazität geöffnet bleiben. Notwendig sei ein negativer Testnachweis oder ein Nachweis der vollständigen Impfung oder Genesung.

„Die Theater und Kinos unseres Landes bitten wir noch um ein wenig Geduld“, so Sozialministerin Daniela Behrens. „Sie können jedoch – soweit es das Wetter erlaubt – unter freiem Himmel bereits Sitzveranstaltungen anbieten. Voraussetzung sind auch hier negative Testung, vollständige Impfung oder Genesung. Leider sind jedoch Großveranstaltungen im Innenbereich im Hinblick auf eine Übertragung des Virus noch zu gefährlich.“

Alle Regelungen sind hier nachzulesen.

Ostfriesische Inseln begrüßen die Entscheidung

Die Reaktionen auf die Öffnung sind positiv. „Ich bin sehr froh und erleichtert, dass nach mehr als sechs Monaten der Schließung endlich wieder eine Perspektive da ist – wenngleich auch nur schrittweise. Wir freuen darauf, dass die Betriebe wieder öffnen und wir Gäste auf unseren Inseln begrüßen können“, sagt Göran Sell, Geschäftsführer der Ostfriesische Inseln GmbH. „Am Ende ging es dann doch überraschend schnell.“ Vorab hatte es ein Gespräch zwischen der niedersächsischen Gesundheitsministerin Daniela Behrens und Umweltminister Olaf Lies mit den Bürgermeister*innen der Inseln sowie der Ostfriesischen Inseln GmbH gegeben. Bestandteil des Gesprächs war das Konzept MOIN (Machbarkeitsanalyse der Ostfriesischen Inseln für einen sicheren touristischen Neustart), das die sieben ostfriesischen Inselgemeinden mit ihren Tourismusorganisationen und der Ostfriesische Inseln GmbH entwickelt haben.

„Die Substanz unseres Konzepts wurde gelobt“, erzählt Göran Sell. „Und mit der Öffnung auf Basis des Dreiklangs aus Testen, digitaler Nachverfolgung und der Weiterentwicklung der bewährten Hygienekonzepte gibt es auch eine hohe Übereinstimmung zwischen dem, was wir konzeptionell bereits erarbeitet haben und dem, was jetzt in der Verordnung des Landes geregelt wird. Insofern sind wir sehr gut vorbereitet.“

www.niedersachsen.de


Bild: Getty Images / Canva

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