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AIDA Cruises: Kampf gegen das "Dreckschleuderimage"

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AC 040099 AIDAnova Hamburg Ausfahrt


Bereits seit 2007 dokumentiert AIDA Cruises sein Engagement für Umwelt und Gesellschaft in einem jährlichen Nachhaltigkeitsbericht mit dem klingenden Namen "AIDA cares". Die neueste Version ist da und gibt einen Ausblick auf weitere Vorhaben.

"Es ist das erklärte Ziel von AIDA Cruises, die Emissionen der gesamten Flotte so weit wie möglich zu senken. Wir unterstützen die Klimaziele von Paris und die der International Maritime Organisation und investieren Jahr für Jahr Millionen von Euro in die Entwicklung und praktische Umsetzung neuer, effizienter Umwelttechnologien an Bord unserer Schiffe", mint Felix Eichhorn, President AIDA Cruises, anlässlich der Vorstellung des aktuellen Nachhaltigkeitsberichtes AIDA cares 2018.

AIDA Cruises sei sich seiner Verantwortung bewusst und will Pionierarbeit im Bereich der Entwicklung alternativer Antriebsformen leisten. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bereits in Flüssigerdgas (LNG) als Antriebstechnologie investiert, als dies in der Branche noch kein großes Thema war. Diese Strategie zahle sich aus: 2023 werde demnach mehr als die Hälfte aller Gäste von AIDA Cruises auf Kreuzfahrtschiffen reisen, die ganz oder teilweise mit emissionsarmem LNG betrieben werden.

Neue Methoden der Energiegewinnung wie "Power to Gas" hätten das Potenzial, LNG zukünftig vollständig CO2-frei zu gewinnen, um damit der klimaneutralen Schifffahrt weiter näher zu kommen. AIDA Cruises unterstützt nach eigenen Angaben diese Forschungen in verschiedenen Projekten. 2022 plant AIDA Cruises erstmals auf einem Schiff seiner Flotte die Nutzung von Batterien als Energiequelle im Schiffsbetrieb in der Praxis zu testen.

LNG-Nutzung im Hafenbetrieb mit Dual-Fuel-Motoren

2011 hat AIDA Cruises sich mit dem Auftrag zum Bau von AIDAprima und AIDAperla als erstes Kreuzfahrtunternehmen für den Einsatz von emissionsarmem Flüssigerdgas entschieden. Dank eines Dual-Fuel-Motors an Bord könnten demnach beide Schiffe während der Hafenliegezeit - durchschnittlich 40 Prozent der Betriebszeit - ihre Energie emissionsarm aus LNG produzieren. Voraussetzung hierfür sei allerdings die landseitige Bereitstellung von LNG im jeweiligen Hafen. Die Emissionen von Feinstaub und Schwefeloxiden würden nahezu vollständig vermieden. Der Ausstoß von Stickoxiden und die CO2-Emissionen verringerten sich nachhaltig.

Allerings sind die Häfen landseitig nur bedingt mit der nötigen Infrastruktuir ausgestattet. Aktuell kann Flüssigerdgas in den Häfen Hamburg (Deutschland), Rotterdam (Niederlande), Le Havre (Frankreich), Southampton (Großbritannien), Zeebrügge (Belgien), Funchal (Madeira/Portugal) und Barcelona (Spanien) zur Verfügung gestellt werden. In weiteren Häfen des Mittelmeeres wie Marseille (Frankreich) oder Civitavecchia (Italien) sei die Aufnahme des LNG Betriebes noch in 2018 geplant. Mit Palma de Mallorca (Spanien) und Kiel (Deutschland) würden ebenfalls Gespräche geführt.

2018 erstmals vollständiger LNG-Betrieb eines Kreuzfahrtschiffes

Mit AIDAnova will AIDA Cruises im November 2018 das weltweit erste Kreuzfahrtschiff in Dienst stellen, das zu 100 Prozent mit emissionsarmen Flüssiggas (LNG) betrieben werden kann, im Hafen und auf See. Bis 2023 folgen zwei weitere AIDA Schiffe dieser neuen Generation, die in der Meyer Werft in Papenburg gefertigt würden. Von allen fossilen Brennstoffen sei LNG die derzeit umweltfreundlichste Option zur Verringerung von Emissionen, die in der Praxis einsetzbar sei. Neben der Erforschung von Möglichkeiten der CO2-freien Gewinnung von Flüssigerdgas aus regenerativen Quellen, befasse sich AIDA jedoch auch mit der möglichen Nutzung von Brennstoffzellen oder Batterien.

2020 soll jedes AIDA Schiff Landstrom beziehen

Neun von zwölf Schiffen der AIDA Flotte verfügten bereits heute über einen Landstromanschluss bzw. seien technisch dafür vorbereitet. Derzeit ist Hamburg der einzige Hafen in Deutschland, der einen Landstromanschluss bereitstellt. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Testphase in 2016 wird AIDAsol seit April 2017 in Hamburg Altona über eine Landstromanlage mit Ökostrom versorgt. Durch das Abschalten der Hauptmaschinen während der Hafenliegezeiten (rund 40 Prozent der Betriebszeit eines Kreuzfahrtschiffes) reduzierten sich die Emissionen auf nahezu Null. 2018 seien insgesamt 22 Anläufe von AIDAsol in Hamburg Altona geplant.

Mit dem Seehafen Kiel, der Stadt Kiel und der Landesregierung Schleswig-Holstein hat AIDA Cruises im April 2018 eine Modernisierungspartnerschaft zum Aufbau einer Landstrominfrastruktur im Kieler Hafen ab 2019 unterzeichnet. Entsprechende Gespräche würden auch für den Hafen Rostock geführt, um Landstrom und die LNG-Versorgung verfügbar zu machen.

Es ist das erklärte Ziel von AIDA Cruises bis 2020 alle Schiffe vollständig mit einem Landstromanschluss auszurüsten. Entscheidend bei der Nutzung von Landstrom sei, dass dieser an Land umweltfreundlicher erzeugt werde. Landstrom sei dann ein Beitrag zum Umweltschutz, wenn es sich um Ökostrom aus erneuerbaren Energien handelt.

Für alle AIDA Schiffe, die nicht vollständig mit LNG betrieben werden könnten, seien Abgasreinigungssysteme die derzeit umweltfreundlichste Alternative, die im Seebetrieb genutzt werden könne. 2013 hat das Unternehmen im Rahmen eines umfassenden Investitionsprogrammes damit begonnen, auf den Schiffen seiner bestehenden Flotte Abgasreinigungssysteme nachzurüsten.

Aktuell sind 8 von 12 AIDA Schiffen mit einen Abgasreinigungssystem ausgestattet: AIDAprima, Neben einer Abgasentschwefelungsanlage verfügten die Abgasreinigungssysteme an Bord der jüngsten Neubauten AIDAprima und AIDAperla, zusätzlich über einen SCR-Katalysator sowie einen Rußpartikelfilter. Hierbei handele es sich um Versuchsanlagen im Testbetrieb.

Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz

Dank verschiedener Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz habe AIDA Cruises in den vergangenen Jahren den Treibstoffverbrauch an Bord seiner Flotte pro Person und Tag bereits um mehr als ein Drittel gesenkt. Dadurch verbrauche ein Kreuzfahrtschiff von AIDA heute durchschnittlich nur noch drei Liter Treibstoff pro Person auf 100 Kilometern Fahrt. Dies wurde u.a. durch folgende Maßnahmen erreicht:

  • Optimiertes Routenmanagement: Wegoptimierung durch die Anpassung von Fahrplänen, Liegezeiten und Geschwindigkeitsprofilen der Schiffe.
  • Verbesserte Hydrodynamik: Neues Schiffsdesign zur Verringerung des Reibungswiederstandes.
  • Moderne Umluftsysteme und Abwärmenutzung, senken den Energieverbrauch in den Kabinen um 20 Prozent.
  • Durch ein optimiertes Lichtmanagement wird ca. 30 Prozent weniger Energie für die Beleuchtung benötigt (u.a. durch den Einsatz von LED-Leuchtmittel).
  • Klimaanlagen seien, neben den Antriebsmaschinen, an Bord die größten Energieverbraucher. Durch die Nutzung von Absorptionskältemaschinen, wird überschüssige Abwärme in Kälte für die Klimaanlagen umgewandelt.
  • An Bord aller Schiffe der AIDA Flotte nutze man das Energiemonitoring- und Managementsystem EMMA von ABB zur Unterstützung eines effizienten Schiffsbetriebs.

www.aida.de/aidacares 
Bild:  obs/AIDA Cruises

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