3. Update! Corona-Risikogebiete: Auch Kärnten fällt - Reisewarnungen für Österreich, Schweiz, Italien und alle Nachbarländer

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Mädchen Tirol

 

Mit Stand 30.10.2020 hat das Robert-Koch-Institut erneut die Liste der ausländischen Corona-Risikogebiete erweitert. Praktisch alle Nachbarländer Deutschlands sind jetzt betroffen - meist flächendeckend. Damit geht automatisach eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes einher. In Österreich ist jetzt auch Kärnten auf der Liste - nur zwei kleine Dörfer leisten dem Virus dort noch Widerstand.

Konkret erklärte das RKI jetzt auch fast ganz Italien (nur Kalabrien ist noch ausgenommen), Slowenien, Ungarn, die gesamte Schweiz, die Niederlande und alle Bundesländer in Österreich zu Risikogebieten. Damit gibt es jetzt auch eine Reisewarnung für Kärnten, das zuletzt noch nicht als Risikogeboiet eingestuft worden war. Davor waren am 24. Oktober das Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und die Steiermark hinzu gekommen, wohingegen Tirol, Vorarlberg und Wien schon im September auf der Liste standen. Nur die Gemeinden Jungholz und Mittelberg / Kleinwalsertal sind noch kein offizielles Risikogebiet.

Schon zuvor gehörten weite Teile Italiens wieder zu den Risikogebieten, so etwa die Toskana, die Lombardei, Sardinien und die autonome Provinz Bozen sowie Rom, Venedig und Mailand. Auch weite Teile Spaniens (mit Ausnahme der Kanaren) sowie Frankreich, Belgien und Tschechien sind auf der Liste.

Auch Österreich geht in den 2. Lockdown

Österreich geht ohnehin in einen 2. Lockdown, der dem Wellenbrecherlockdown in Deutschland sehr ähnelt. Ab dem 03. November 2020 sind sämtliche Veranstaltungen im Kultur-, Sport- und Freizeitbereich sowie die Hotellerie mit Ausnahme beruflicher Reisen nicht mehr möglich. Auch die Gastronomie muss geschlossen werden. Diese darf jedoch Abhol- und Lieferdienste anbieten. Um die wirtschaftlichen Konsequenzen abzufedern habe man ein großes Hilfspaket geschnürt. Den betroffenen Branchen und Betrieben werden 80 Prozent ihres Umsatzes aus dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, also im November, überweisen. Damit einher geht, dass diese Betriebe ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht kündigen dürfen, sondern diese in Beschäftigung halten.

Eines der bleibtesten Reiseziele der Deutschen, das Kleinwalsertal, ist jedoch ausgenommen. Daher gilt hier bis auf Weiteres auch keine Reisewarnung. Zu befürchten ist jedoch, dass es hier zu einem Corona-Overtourism kommen könnte, wenn die Situation so bleibt. Für das übrige Outgoing-Geschäft dürfte es von zentraler Bedeutung sein, dass die Kanarischen Inseln wieder von der Liste der Risikogebiete gestrichen wurde - vorläufig. Für die Reiseveranstalter ein "Ritt auf der Rasierklinge".

Was bedeutet es für Urlauber*innen?

Rückkehrer*innen aus einem Risikogebiet müssen zurzeit einen aktuellen negativen Corona-Test nachweisen oder in Quarantäne gehen. Ab dem 8. November soll sich dies ändern. Dann sollen die rückkehrenden Urlauber*innen in jedem Fall in Quarantäne können sich jedoch frühestens nach 5 Tagen durch einen Test daraus "befreien". Hier geht es zum Auswärtigen Amt.

 


Alte Version des Artikels vom März 2020

Laut RKI sind dies Gebiete, "in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch ("ongoing community transmission") vermutet werden kann". Dazu verwendet das Robert Koch-Institut verschiedene Indikatoren, z.B. die Erkrankungshäufigkeit, Dynamik der täglich gemeldeten Fallzahlen, Maßnahmen (z.B. Quarantäne ganzer Städte oder Gebiete) etc. Die Situation werde jeden Tag neu bewertet.

Gleichzeitig ergreift Österreich drastische Maßnahmen. Es werde Einschränkungen in drei Bereichen geben, heißt es seitens der Bundesregierung:

Der erste Bereich betreffe das alltägliche Leben. So werden Unternehmen dazu aufgefordert, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wo es einzurichten ist, ab der nächsten Woche Teleworking zu ermöglichen. Weiters werden ab Montag Restaurants, Bars und Kaffeehäuser nur noch bis 15 Uhr geöffnet sein. Geschäfte bleiben geschlossen, ausgenommen seien der Lebensmittelhandel, Banken, Apotheken, Post, Tierbedarf, Drogerien und andere Bereiche, die es zur Versorgung braucht.

"Es braucht niemand Sorge zu haben, dass die Grundversorgung gefährdet ist. Im Gegenteil: wir haben in Gesprächen mit Unternehmern und Vertretern der kritischen Infrastruktur sichergestellt, dass all das was ein Staat braucht, um funktionsfähig zu bleiben, selbstverständlich aufrecht erhalten und geöffnet sein wird", betonte Sebastian Kurz, der sich ausdrücklich auch bei jenen Menschen bedankte, die genau in diesen Bereichen ihren Beitrag leisten.

Der zweite Bereich betreffe den Umgang mit jenen Nachbarländern, in denen sich das Virus, neben Italien, besonders schnell ausbreite: Spanien, Frankreich und die Schweiz. Zu diesen Ländern würden die Flugverbindungen eingestellt und die Zugsverbindungen eingeschränkt. Kontrollen an der Grenze zur Schweiz und zu Liechtenstein sollen verstärkt durchgeführt werden.

Der dritte Bereich betreffe jene Gebiete in Österreich, in der sich der Virus besonders rasant ausbreite, wie in Teilen Tirols. "Wir müssen hier zielgerichtet geografisch gegensteuern. Es werden daher das Paznauntal und St. Anton am Arlberg für 14 Tage unter Quarantäne gestellt. Die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Gebiete mit den Gemeinden Ischgl, Kappl, See, Galtür und St. Anton am Arlberg sowie Angestellte und Urlauberinnen und Urlauber werden ab sofort isoliert und selbstverständlich bestens versorgt“, so der Kanzler. Die Menschen in diesen Gebieten hätten ein ganz besonderes Risiko, deshalb sei es notwendig, sie zu isolieren, sie bestmöglich zu versorgen und sicher zu stellen, dass sie im Falle einer Infizierung andere nicht anstecken.

Mehr Infos:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete.html
https://www.bundeskanzleramt.gv.at/

Bild: https://pixabay.com/de/photos/tourismus-m%C3%A4dchen-natur-1213802/

 

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