Futurium in Berlin eröffnet: Wie wollen wir leben?

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Festakt futurium

 

Kanzleramtschef Prof. Dr. Helge Braun eröffnete gestern das Haus der Zukünfte. Gemeinsam mit Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, ESA-Astronaut Dr. Alexander Gerst und 550 geladenen Gästen fand ein Festakt anlässlich der Eröffnung statt. Abends konnten die Besucher*innen erstmals das Futurium erkunden – bis Sonntagabend sind sie zum „Fest der Zukünfte“ eingeladen.

Anja Karliczek, Bundesforschungsministerin, erklärte: „Mit dem Futurium haben wir nun einen neuen zentralen Ort, in dem wir über die Zukunft diskutieren können. Das Futurium wird zeigen, mit wie viel Kreativität, Entdeckergeist und Visionskraft Entwicklungen vorangetrieben werden. Das ist wichtig für unser Land. Das Futurium soll ein Ort des Austausches über die Zukunft sein, in dem sich die Bürgerinnen und Bürger informieren, aber auch ihre Anregungen geben können. Ich bin froh, dass wir acht Jahre nach dem Beschluss der Bundesregierung zu dem Projekt nun dieses Haus der Zukunft haben.“

futurium

Wie wollen wir leben?

Auf über 3.000 qm soll das Futurium Zukunftsideen erlebbar machen. In drei großen Denkräumen sollen Besucher*innen Zukunftsentwürfe aus unterschiedlichen Lebensbereichen entdecken – von sich selbst versorgenden Städten bis zur Arbeit der Zukunft und Ideen für nachhaltigeren Konsum. Alles dreht sich um die Frage: Wie wollen wir leben? Roboter-Menschen, grüne Hochhäuser, gemeinwohlorientiertes Wirtschaften: Die Ausstellung zeigt fünf Themen aus unserer Lebenswelt: Ernährung, Gesundheit, Energie, Arbeit und das Leben in Städten. Zu entdecken seien unterschiedliche Möglichkeiten, Zukunft zu gestalten – in drei großen Denkräumen Mensch, Natur und Technik. Dort sind die Themen mit den großen Herausforderungen unserer Gegenwart verknüpft. Wenn es zum Beispiel um die Zukunft der Energieversorgung geht, müssen auch Klimawandel und Konsum bedacht werden. Und für die Zukunft der Arbeit spielen Digitalisierung oder neue Formen der Zusammenarbeit eine große Rolle.

Dr. Alexander Gerst, ESA-Astronaut, schlägt einen größeren Bogen: „Der Mensch war schon immer ein Entdecker. Seit Jahrhunderttausenden erforscht er seine Lebensräume, wo auch immer er kann. Erst seit 60 Jahren können wir in den Weltraum fliegen, ein Wimpernschlag im Vergleich mit unserer Geschichte. Die Weltraumfahrt liegt in unserem Blut, in unseren Genen, und sie wird für immer bleiben. Ich freue mich, dass mit der Eröffnung des Futuriums ein Platz geschaffen wurde, an dem hoffentlich bei vielen Besuchern der Entdeckergeist geweckt wird.“

Futurium David von Becker VB 0012

Liquide Dauerausstellung

Die Ausstellung des Futuriums ist als liquide Dauerausstellung geplant. Das heißt, die Möglichkeit zur Veränderung ist in der Ausstellung selbst angelegt. Die Startthemen würden nach und nach modifiziert und erweitert, um der Vielfalt an Zukunftsoptionen gerecht zu werden. An der Auswahl der neuen Ausstellungsthemen werden die Besucher*innen beteiligt.

Das auf Initiative der Bundesregierung gegründete Futurium soll ein breites Spektrum an Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft, Stiftungen und Politik zusammenführen. Für Betrieb und Konzeption des Futuriums ist die unabhängige Trägergesellschaft Futurium gGmbH verantwortlich. Der Bund, vertreten durch das BMBF, trägt 86 % der Gesellschaftsanteile. Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt über Finanzierungsbeiträge der Gesellschafter sowie über eine institutionelle Förderung des BMBF. Hierfür stehen im Bundeshaushalt 2019 mehr als 14,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Dr. Stefan Brandt, Direktor des Futuriums, lädt alle ein, die Zukunft zu erkunden: „Wir sind überzeugt: Zukunft geht uns alle an. Deshalb richtet sich das Futurium an die große Breite der Gesellschaft. Hier wird die grundlegende Frage ‚Wie wollen wir leben?’ auf drei sich ergänzenden Ebenen verhandelt: in der Ausstellung mit den drei Denkräumen Mensch – Natur – Technik, im Forum mit spannenden und kontroversen Debatten sowie im Futurium Lab mit phantasievollen Experimentier- und Mitmachangeboten. Wir wollen möglichst viele Menschen dazu ermutigen, Zukunft nachhaltig mitzugestalten. Deshalb freuen wir uns sehr, dass der Eintritt in das Futurium kostenfrei ist. Damit wird es den Besucher*innen möglich, sich das Haus der Zukünfte Schritt für Schritt und immer wieder neu zu erschließen.“

https://futurium.de/

Foto: WAHLUNIVERSUM / Jessica Wahl (Festakt) - David von Becker (alle anderen)