Bad Kissingen: Was macht eigentlich eine UNESCO Site Managerin?

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Bad Kissingen: Was macht eigentlich eine UNESCO Site Managerin?

 

Bad Kissingen gehört zur UNESCO-Welterbestätte „The Great Spa Towns of Europe“. Vor Ort koordiniert Site Managerin Anna Maria Boll die Aufgaben rund um Schutz, Erhalt und Vermittlung der Welterbe-Eigenschaften.

Boll beschrieb ihr Arbeitsfeld als Schnittstelle zwischen Denkmalschutz, Kommunikation und Projektarbeit. Dazu sollen Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsangebote, Kooperationen mit Schulen sowie die Einbindung junger Menschen zählen. Hinzukommen sollen Veranstaltungsmanagement, Projektsteuerung und die Abstimmung mit lokalen Partnern. Gleichzeitig begleite sie Themen wie nachhaltigen Tourismus und Stadtentwicklung mit Blick auf die Welterbe-Anforderungen. „Meine Aufgaben drehen sich rund um Schutz, Erhalt und Vermittlung des Welterbes“, sagte Boll.

Bad Kissingen arbeite im Verbund mit zehn weiteren Kurstädten in Europa, die gemeinsam den Welterbe-Titel tragen. Nach Angaben von Boll reichten die gemeinsamen Aktivitäten von Monitoring-Ansätzen zum Zustand der Stätten bis zu Jugendprojekten und abgestimmten Kommunikations- und Markenfragen. „Ein wichtiger Teil meiner Aufgaben ist die Zusammenarbeit mit den anderen zehn bedeutenden Kurstädten Europas, mit denen wir gemeinsam eine Welterbestätte sind“, sagte sie. Ziel sei es, das Erbe langfristig zu sichern. „Das große Ziel all dieser Aufgaben ist es, das Welterbe in seiner Gesamtheit an zukünftige Generationen weitergeben zu können, und über Grenzen hinweg durch gegenseitiges Verständnis und Wertschätzung, Frieden zu fördern.“

Einen standardisierten Arbeitstag gebe es kaum, sagte Boll. Je nach Projekt- und Veranstaltungslage wechselten sich Büroaufgaben wie Stellungnahmen und Protokolle mit Konzeptentwicklung, Recherchen, Führungen, Vorträgen sowie Terminen in lokalen und internationalen Arbeitsgruppen ab. Auch die Zusammenarbeit mit Hochschulen und Universitäten gehöre dazu.

Warum Bad Kissingen bis heute viele Gäste anziehe, führte Boll auf die Struktur klassischer Kurstädte zurück. „Meine These ist: Kurstädte sind Ausnahmeorte. Sie sind so aufgebaut, dass sie primär dem Wohlbefinden der Menschen dienen – und zwar prinzipiell aller Menschen.“ Bad Kissingen habe diese Ausrichtung als Weltbad geprägt und bewahrt. Naturnähe, Ruhe, die Heilquellen, ein gestaltetes Umfeld, Kulturangebote und kurze Wege zählten für sie zu den prägenden Merkmalen.

Neben diesen Faktoren spiele Erinnerung eine Rolle. Boll bezeichnete Bad Kissingen als „kollektiven Begriff im kulturellen Gedächtnis vieler Menschen“. „Es gibt Familienanekdoten, die hier passiert sind und über Generationen weitergegeben werden. Vielleicht möchte man diesem glücklichen Geist vergangener Momente nachspüren,“ sagte Boll.

Als Orte, die den Charakter des Kurortes besonders sichtbar machen, nannte Boll das Gradierwerk und die Wandelhalle. Für das Gradierwerk hob sie die salzhaltige Luft hervor und verwies auf die geplante Wiedereröffnung. In der Wandelhalle empfahl sie den Heilwasserausschank und Konzerte der Staatsbad Philharmonie Kissingen. „Wenn Gäste die Möglichkeit dazu haben, empfehle ich wärmstens den Heilwasserausschank und die Staatsbad Philharmonie Kissingen in der Wandelhalle zu erleben“, sagte sie.

 

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Bild: © Alexander Deml

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