VisitBerlin startet Pilotprojekt BerlinPay für nachhaltigen Wassertourismus

Berlin erprobt ein neues Modell für nachhaltigen Wassertourismus. Vom 14. Mai bis 14. Juni 2026 läuft das Pilotprojekt BerlinPay, bei dem Besucherinnen und Besucher sowie Einheimische für umweltfreundliches Verhalten belohnt werden. Wer Bäume gießt, Müll sammelt oder mit dem Fahrrad anreist, erhält dafür Gratisgetränke, freien Eintritt in Museen oder Gutscheine für Wassersportangebote.
Nach Angaben von visitBerlin beteiligten sich 40 Unternehmen an der Aktion. Insgesamt sollen rund 5.000 Einzelaktivitäten zur Verfügung stehen. Das Angebot reiche von Clean-up-Touren auf Spree und Landwehrkanal über Baumgieß-Aktionen bis zu kostenlosen Kulturveranstaltungen am Wasser.
Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, sagte: „Berlin ist die Hauptstadt am Wasser: 7 Prozent unserer Stadtfläche sind mit Wasser bedeckt, das entspricht knapp 60 Quadratkilometern. Der Wassertourismus boomt in Berlin, ist ein veritabler Wirtschaftsfaktor, hinterlässt aber auch Spuren. Mit dem digitalen Gewässeratlas, dem Aktionsmonat Wasser und BerlinPay zeigen wir, wie wir diesem wachsenden Interesse innovativ und nachhaltig gerecht werden können. Das Prinzip ist einfach: Wer Gutes für Berlin tut – klimafreundlich anreist, nachhaltig handelt oder unsere Stadt sauber hält – bekommt Berlin von seiner besten Seite zurück. So schaffen wir einen echten Mehrwert für Berlinerinnen, Berliner und die Gäste unserer Stadt. Wir wollen mit diesem Pilotprojekt zeigen, wie nachhaltiger Tourismus in und für Berlin konkret funktionieren kann."
Sabine Wendt, Geschäftsführerin von visitBerlin, erklärte: „Wir freuen uns, dass wir mehr als 40 Partner für das Pilotprojekt gewinnen konnten, die sich mit großem Engagement an der Aktion beteiligen. BerlinPay zeigt auf innovative Weise, dass Unternehmen und Initiativen bereit sind, Verantwortung für unsere Stadt zu übernehmen. Wir laden Berlinerinnen, Berliner und ihre Gäste mit unserer Aktion dazu ein, Berlin bewusster zu erleben – besonders am und auf dem Wasser."
Das Konzept habe sich am Kopenhagener Modell CopenPay orientiert, das 2024 startete. Rikke Holm Petersen, Leiterin für Marketing und Kommunikation bei Wonderful Copenhagen, sagte: „Als wir CopenPay im Jahr 2024 als wegweisendes Pilotprojekt starteten, wurde uns schnell klar, dass wir damit etwas Großartiges auf den Weg gebracht hatten. Besucher sind nicht nur bereit, sondern auch hoch motiviert, den Orten, die sie besuchen, etwas zurückzugeben. Das hat uns dazu inspiriert, das Konzept weiterzuentwickeln und seine Wirkung zu vergrößern. Wir glauben, dass der Tourismus eine Kraft für positiven Wandel sein kann, und wir freuen uns sehr, dass Berlin diesen nächsten Schritt geht."
Belohnungen für Engagement
Die Teilnahme laufe direkt über die beteiligten Partner. Auf der Website seien alle Angebote, Termine und Nachweisverfahren aufgeführt.
Beispiele: Der Holzmarkt tausche mitgebrachte Blumensamenbomben gegen ein Freigetränk. Das Strandbad Plötzensee vergebe Freitickets und kostenlose Leihausrüstung an Personen, die Pflanzen gießen oder mobilitätseingeschränkte Gäste unterstützen. Die Galerie Hosek Contemporary lade mittwochs zu kostenlosen Konzerten ein, wenn Besucherinnen und Besucher klimafreundlich anreisen. Das Humboldt Forum biete bei der Ausstellung „On Water" kostenlose Führungen an.
Wer an einer „Nah am Wasser"-Tour teilnehme, erhalte eine Einladung zum Nachtschwimmen im Hotel Oderberger. Urban Artists ermögliche kostenlose Kunstworkshops am Wasser. GoBoat belohne Clean-up-Teilnehmende mit einer Bootsfahrt und einem Getränk auf einem Solarschiff. Teamgeist werde am 5. Juni ein kostenloses Drachenbootrennen mit Sicherheitsimpulsen der DLRG veranstalten.
Digitaler Gewässeratlas geht online
Parallel zu BerlinPay hat visitBerlin einen digitalen Gewässeratlas veröffentlicht. Die Online-Karte zeige zum Start mehr als 215 Badestellen sowie Gastronomie- und Übernachtungsangebote am Wasser. Nach und nach sollen Informationen zu Häfen, Bootsverleihern, Liegeplätzen, Schleusen, Fahrgastschifffahrt und Schutzzonen hinzukommen. Perspektivisch sollen rund 800 wassertouristische Orte erfasst werden. Laut visitBerlin soll der Atlas die Orientierung verbessern und eine nachhaltige Besucherlenkung unterstützen.
Eingebettet in Wassertourismuskonzept
BerlinPay und der Gewässeratlas sind Teil des Berliner Wassertourismuskonzepts. Ziel sei eine verantwortungsvolle Nutzung der Gewässer bei gleichzeitiger Verbesserung des Erlebnisangebots. Berlin ist zudem gemeinsam mit Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern Mitglied der Initiative „Deutschlands Seenland", die die Region als nachhaltige Destination für Wassertourismus positionieren will.
Mehr Informationen: BerlinPay | visitBerlin.de
Bild: © visitBerlin, Foto: Andrzej Rogala
