Kurort Bad Füssing konkretisiert seine Longevity-Strategie

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Kurort Bad Füssing konkretisiert seine Longevity-Strategie

 

Bad Füssing hat seinen Gesundheitstourismus neu ausgerichtet. Der Kurort will sein Angebot um das Thema Longevity erweitern. Diese strategische Weiterentwicklung stand im Mittelpunkt des Gesundheits- und Tourismustags 2026 im Großen Kulturhaus. Vertreter aus Medizin, Therapie, Hotellerie und Tourismus diskutierten nach Angaben der Veranstalter die Chancen eines wachsenden Marktes, der zunehmend durch selbstzahlende und gesundheitsbewusste Gäste geprägt ist.

Die Beiträge machten deutlich, dass sich der Gesundheitstourismus verändert hat. Immer mehr Menschen sollen in ihre Gesundheit investieren, bevor Krankheit entstehe. Studien zufolge sollen sich rund 87 Prozent der Bevölkerung für ein langes, gesundes Leben interessiert haben. Der Begriff Longevity sei jedoch nur einem Teil bekannt gewesen. Daraus ergab sich ein deutlicher Bedarf an Orientierung und Information.

Bad Füssing plane, Longevity als neue Produktpalette zu etablieren. Das Angebot soll die klassischen Bereiche Kur, Rehabilitation, medizinische Versorgung und bestehende Wellnessangebote ergänzen. Ziel sei es, neue Zielgruppen anzusprechen und bestehende Stärken auszubauen.

Kur- und Tourismusmanagerin Daniela Leipelt betonte: „Menschen suchen heute gezielt nach Orientierung und ganzheitlichen Lösungen, die ihr Leben nachhaltig verbessern. Unsere Aufgabe ist es, aus einzelnen Leistungen strukturierte, medizinisch fundierte Angebote zu entwickeln, die verständlich, buchbar und wirksam sind."

Der Kurort verfüge nach eigenen Angaben über gute Voraussetzungen. Dazu zähle das Thermalwasser, medizinische und therapeutische Kompetenz, eine intakte Natur und ein ruhiges Umfeld. Ein wichtiges Element sei zudem Zeit für Prävention, Lebensstilveränderungen und nachhaltige Gesundheitsprozesse. Die Veranstaltung kam zu dem Ergebnis, dass Gäste in Bad Füssing die Möglichkeit erhalten, innezuhalten und neue Routinen zu entwickeln.

Die Fachbeiträge zeigten am Vormittag, wie sich Longevity konkret umsetzen lässt. Dr. med. Johannes Zwick, Aufsichtsratsvorsitzender der Johannesbad Gruppe und Gründer des Choju-Health-Konzepts, stellte die Bedeutung der Lebensstilmedizin heraus. Choju stamme aus dem Japanischen und bedeute Langlebigkeit. Im übertragenen Sinne stehe der Begriff für ein langes Leben mit Lebensfreude. Dr. Zwick erklärte: „Rund 80 Prozent unserer Gesundheit können wir aktiv beeinflussen – durch Bewegung, Ernährung und Regeneration."

Dr. Markus Stöcher von der HealthZone7 GmbH zeigte ergänzend, wie präventive Diagnostik, datenbasierte Analysen und individualisierte Programme die Entwicklung maßgeschneiderter Longevity-Konzepte ermöglichen. Weitere Beiträge aus der Praxis machten deutlich, dass Thermalanwendungen, Bewegung und Entschleunigung eine Grundlage für neue Angebote darstellen. Entscheidend sei die Vernetzung dieser Bausteine zu strukturierten, evidenzbasierten und buchbaren Programmen.

Auch der Bayerische Heilbäderverband hat in der Weiterentwicklung eine Zukunftsperspektive gesehen. Geschäftsführer Frank Oette betonte: „Heilbäder müssen sich zu Präventionszentren der Zukunft weiterentwickeln – mit klar profilierten, medizinisch fundierten Angeboten und einer deutlichen Abgrenzung zur klassischen Wellness."

Im nächsten Schritt gehe es um die Umsetzung. In interdisziplinären Workshops entwickelten die Teilnehmenden erste Ansätze für marktfähige Longevity-Angebote. Dazu gehörten Bewegung, Ernährung, Stressmanagement und medizinische Konzepte. Die Ansätze sollen nun in den kommenden Monaten zu buchbaren Produkten ausgearbeitet werden.

Bad Füssing wolle diesen Prozess aktiv gestalten. Der Kurort hat Potenzial gesehen, sich als Standort für Prävention und Longevity im deutschsprachigen Raum zu positionieren. Dafür sei die Zusammenarbeit aller Leistungsträger notwendig.

Erster Bürgermeister Tobias Kurz hob die Bedeutung dieser Entwicklung hervor. Er sagte: „Bad Füssing verfügt über eine einzigartige Kombination aus medizinischer Kompetenz, natürlicher Heilkraft und gewachsener touristischer Infrastruktur. Wenn wir unsere bestehenden Stärken mit neuen Angeboten wie Longevity gezielt verbinden, können wir unsere Position als Gesundheitsstandort nachhaltig stärken."

Begleitend zum Fachprogramm organisierte der örtliche Kur- und Gewerbeverein eine Fachausstellung regionaler Unternehmen aus Handel, Gesundheit, Lifestyle und Service. Die Betriebe präsentierten Produkte und Dienstleistungen zu Wohlbefinden, Bewegung und Lebensqualität. Eva Uttenthaler, zweite Vorsitzende des Vereins, zog eine positive Bilanz. Sie erklärte: "Die Ausstellung hat einmal mehr gezeigt, wie vielfältig und leistungsstark unsere regionale Wirtschaft ist. Besonders erfreulich waren das große Interesse und der intensive Austausch zwischen den Ausstellern und den Besuchern."

 

Mehr InformationenKur- und Gästeservice Bad Füssing | Bad Füssing

Bild: © Kur- & GästeService Bad Füssing/Leonie Lorenz

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