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Neues Stadtmarketing-Konzept für Stadt Essen

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Zollverein Essen

 

Erstmalig will die Stadt Essen ihre Marketingaktivitäten mit einer auf Zielgruppen ausgerichteten Strategie bündeln: um die positive Wahrnehmung der Stadt erheblich zu steigern, den Wirtschafts- und Messestandort zu stärken und den Tourismus zu fördern.

Grundlage des entwickelten Konzeptes seien die Qualitative Markenkernanalyse des Rheingold Instituts Köln aus Sommer 2019, die durch eine Online-Befragung der Stadt Essen ergänzt worden sei.

Die Ergebnisse der Rheingold-Studie beinhalteten qualitative Aussagen der Befragten in Hinblick auf Image, Wohlfühlfaktor und wichtige Leitthemen von Essen. Unter anderem wünschen sich die Befragten mehr Anerkennung der Stadt Essen von außen, viele äußerten das Bedürfnis nach identitätsstiftenden Projekten oder Veranstaltungen, insbesondere in der Innenstadt sowie die Ausschöpfung der vorhandenen Potenziale. Die Bürgerinnen und Bürger sehen eine große Wandlungskompetenz innerhalb der Stadt Essen, die, obwohl sie „Schmelztiegel der Kulturen“ sei, eine hohe Integrationsleistung erbracht habe. Sie fordern Anerkennung für das hohe kulturelle Angebot innerhalb der Stadt und die sich durch viel „grün“ ausdrückende Lebensqualität in der Stadt.

In der Innenstadt fehle es an Besonderheit und Klasse, die die Essenerinnen und Essener vermissen und für eine bedeutende Großstadt für nicht angemessen halten. Essen beschreiben sie als Großstadt und Hauptstadt des Ruhrgebietes einerseits und „fünfzig Dörfer“ andererseits. Die Vorteile dieser beiden Welten schätzten die Befragten einerseits, kritisieren aber, dass diese „Zerrissenheit“ oft mangelnde Ambition und mangelnden Mut zur Folge habe.

Diese Punkte wurden auch in der Online-Umfrage der Stadt Essen bestätigt, mehr als 60 Prozent der Befragten antworten, dass sie die Stadt Essen als „Metropole im Ruhrgebiet“ sähen. Rund 55 Prozent der Teilnehmenden nimmt die Stadt als grün wahr, deutlich über 40 Prozent der Befragten empfinden Essen außerdem als weltoffen und tolerant. Verbesserungsbedarf für die Innenstadt sehen die Essenerinnen und Essener demnach vor allem bei der Aufenthaltsqualität.

Aus diesen Ergebnissen leitet die Essen Marketing GmbH jetzt Themenfelder für das Essener Stadtmarketing ab. Neben dem Standortvorteil ihrer Zentralität seien das vor allem der Kulturstandort, die Wandlungskompetenz und der durch die „Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017“ symbolisierte Aufbruch, der die Stadt aus dem Strukturwandel heraus führen soll.

Die Autoren zeichnen ein Markenbild 2030, das in zehn Jahren erreicht sein soll. Essen als eine lebenswerte Stadt, die sich vom Image der Industriestadt mit Kohle und Stahl gelöst habe, die ihre Rolle als Mittelpunkt der Metropole Ruhr und eine der führenden Städte im Ballungsraum Rhein-Ruhr angenommen und die Herausforderungen des Strukturwandels hinter sich gelassen habe. Der Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort habe sich weiterentwickelt, studentisches Leben sei in der Innenstadt spürbar, die sich zum Treffpunkt der gesamten Bevölkerung entwickelt habe.

Der Tourismus befördere diese Entwicklung und unterstütze den erfolgreichen Imagetransfer. Die Stadt sei geprägt von attraktiven Events, Lifestyle- und Kulturangeboten. Die Mobilitätswende sei spürbar, die Stadt gewinne Räume zurück, die sie nachhaltig gestaltend nutze. Dabei setze sie auf smarte Vernetzung und Resilienz. Die Bevölkerung stehe zusammen bei der Idee einer Stadt, die durch Migration und Wandel geprägt sei, im friedlichen Miteinander verschiedener Kulturen. Der Norden habe sich durch die Emscherrenaturierung und dem UNESCO-Welterbe Zollverein als Motor des Tourismus weiterentwickelt und gewinne weiter an Attraktivität.

EMG-Chef Röhrhoff sieht das Marketingkonzept als wichtige Inspirations- und Antriebswelle für die Stadt Essen: „Essen ist ein „Hidden Champion“, der sich aus Sicht der Bevölkerung aktuell aber zu sehr im Hintergrund aufhält. Unsere Aufgabe ist es, die Stärken und Potenziale der Stadt auf allen Ebenen aktiv zu verkaufen. Das macht die Bürgerinnen und Bürger stolz und sorgt dafür, dass wir mehr Ambition innerhalb der Stadt und neue Impulse von außen bekommen.“

Als erste Maßnahmen stellen die Autoren des Konzeptes die aktive Image- und Tourismuswerbung vor, die EWG und EMG seit 2018 gemeinsam unter dem Titel „Essen begeistert“ erfolgreich betreiben. Die aktive Vermarktung des Wirtschaftsstandorts, vor allem auf den Auslandsmärkten von EWG und Messe Essen, sind hier ebenso genannt wie die Durchführung von Leuchtturm-Events mit nationaler und internationaler Beachtung, Innenstadtbelebung, Kulturmarketing, Sport, dem Ausbau des Kongress-und Tagungsstandorts, aber auch imagefördernde Maßnahmen in den Essener Mittelzentren.

Das Stadtmarketingkonzept steht zum Download bereit unter https://media.essen.de/media/emg_1/dokumente_18/2020_11/MarketingKonzept.2020.pdf

www.visitessen.de

Bild: Zollverein - https://pixabay.com/de/photos/zollverein-nachtaufnahme-1389473/

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