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Tourismusstrategie MV: Modellregionen und neue Organisationsstrukturen

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Hotel Neptun

 

Im Rahmen des 29. Tourismustages in Warnemünde diskutierten die Tourismusakteure*innen Mecklenburg-Vorpommerns Notwendigkeiten und Chancen der Digitalisierung, zudem wurden weitere Weichen für die Umsetzung der neuen Tourimusstratgie gestellt.

So wurde auf dem Tourismustag ein Jahr nach dem Erscheinen der Landestourismuskonzeption eine erste Bilanz gezogen. Es sei im Zuge der Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstrategie, die der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern derzeit erarbeite, um die Qualitätsentwicklung und -verbesserung touristischer Produkte in Mecklenburg-Vorpommern voranzutreiben, ein Strategiepapier erarbeitet worden. Dieses diene als Arbeitsgrundlage, aus der sich in den nächsten Monaten Einzelmaßnahmen für touristische Akteure sowie ein Qualitätsmanagement-Modell für das gesamte Land ableiten lassen sollen.

„Um es klar zu sagen, die Zeit der Beschreibungen von Problemen ist vorbei. Die Zeit der Modellregionen für die Lösungen der Probleme ist gekommen", erklärte dazu Dr. Stefan Rudolph, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern.

"So weit wie heute waren wir noch nie. Die Modellregionen müssen im ersten Halbjahr 2020 mit ihrer Arbeit beginnen können. Hierfür sind vertragliche Vereinbarungen der jeweils freiwillig beteiligten Gemeinden die Grundlage. Im Rahmen des Standarderprobungsgesetzes wird es beispielhaft darum gehen, die Modellregionen als jeweils einheitliches Erhebungsgebiet zu verstehen. Insbesondere sollen Lösungen modelliert werden für die gegenseitige Anerkennung der Kurabgabe, für die Entlastung sowohl von Angehörigen der Einwohner in prädikatisierten Orten als auch für die Entlastung der Einwohner der Kommunen, die für die prädikatisierten Orte Dienstleistungen erbringen (Dienstleistungskommune Tourismus), für neu zu prädikatisierende Orte (anerkannte Tourismusorte). Ebenso sollen Lösungen modelliert werden für eine gemeindeübergreifende Infrastrukturentwicklung und genauso für eine durch die Kurabgabe mitfinanzierte ortsübergreifende Mobilität (Bus und Bahn). Die in den verschiedenen Modellregionen gesammelten Erfahrungen sollen wegweisend für notwendige Gesetzesänderungen in der kommenden Legislatur sein“, hob Rudolph hervor.

Organisationsgutachten in Arbeit

Zudem werde aktuell das Gesamtsystem touristischer Akteure in MV untersucht. An einer damit zusammenhängenden Befragung zur Erhebung der Strukturen auf der regionalen und der örtlichen Ebene hätten sich 129 Organisationen und Institutionen, darunter alle touristischen Regional- und Fachverbände sowie alle Landkreise beteiligt. Danach stelle sich die Situation im Land wie erwartet sehr heterogen dar. Es gibt große Unterschiede in der Verfügbarkeit von Budget, Personal, Grundlagen und strategischen Ansätzen sowie Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Bis zum Frühjahr sollen Aussagen über die künftige Strukturierung und Zuordnung von Aufgaben getroffen werden und in einem so genannten Organisationsgutachten niedergeschrieben sein.

Neben der Organisation des Tourismus auf den Ebenen Land, Regionen und Orte gehe es in den aktuellen Diskussionen auch um Fragen der Tourismusfinanzierung. Dazu hat der Landestourismusverband unlängst ein Positionspapier mit 10 Punkten verabschiedet, dem inzwischen auch der Bäderverband MV gefolgt sei. Danach sollen alle vom Tourismus profitierenden Unternehmen und alle Gäste an der Tourismusfinanzierung beteiligt werden können. Zudem sollen alle touristischen Orte die Möglichkeit haben, ihre Aufwände für touristische Infrastruktur über Abgaben refinanzieren zu können. Einheimische sind von Kurabgaben zu befreien; der ÖPNV muss daran gekoppelt werden können.

www.tmv.de

Bild: Foto: TMV/Süß

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