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Bayern zwischen Wald und Wirtshaus

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Wald, Bayern

 

Schon wieder ein Rekordjahr: Zum neunten Mal hintereinander konnte der Tourismus in Bayern sein Vorjahresergebnis verbessern. In diesem Jahr sollen die Gäste in den Wald.

Bayerns Wirtschafts- und Tourismusminister Hubert Aiwanger zeigt sich zufrieden: „Der Bayerntourismus eilt von Rekord zu Rekord. Mit 98,7 Millionen Übernachtungen konnte 2018 der Vorjahreswert um nochmals 4,6 Prozent gesteigert werden. Bei den Gästeankünften war es sogar ein Plus von 4,9 Prozent auf 39,1 Millionen. Dennoch bin ich überzeugt, dass im Tourismus noch weiteres Potenzial steckt. Dieses zu heben, ist und bleibt unser Ziel.“

Förderwort des Jahres: Gaststättenmodernisierungsprogramm

Aiwanger will daher die Unterstützung für die Branche deutlich ausweiten. Die Ausgaben von derzeit 64 Millionen Euro jährlich sollen um etwa 30 Prozent steigen. Er will vor allem die Tourismuswerbung weiter ausbauen und die Digitalisierung vorantreiben, das Hotel- und Gaststättengewerbe bei seinen Investitionen finanziell unterstützen und mit einem Gaststättenmodernisierungsprogramm den schleichenden Niedergang der Dorfwirtschaften beenden: „Allein dafür stellen wir 15 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Unser Gaststätten-Modernisierungsprogramm steht in den Startlöchern und wird die bestehenden Kapazitäten im Gastronomiebereich erhalten, ausbauen und zukunftsfähig machen. Bayerische Wirtshauskultur ist ein Aushängeschild des Freistaats und ein Magnet für den Tourismus. Das Geld ist gut angelegt.“

Starten soll das Programm Mitte Mai nach Verabschiedung des Haushalts durch den Landtag. Es soll kleinere Gasthäuser außerhalb von Großstädten (unter 100.000 Einwohner) mit einem Fördersatz von bis zu 40 Prozent bei ihren Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen unterstützen. Aiwanger will insbesondere den ländlichen Raum stärken, deshalb setzt er auf Urlaub in Bayern, auf die Stärkung der regionalen Wertschöpfungsketten. Bayern stehe für unverbrauchten Natururlaub. Auch für Einheimische gebe es noch viel zu entdecken. Aber auch der Anteil an Besuchern aus dem Ausland sei noch ausbaufähig. „Ich will, dass die Menschen nicht in den Flieger steigen müssen, sondern in Bayern Urlaub machen. Da finden sie alles!“

Sehnsuchtsziel Wald

Der „Urlaub dahoam“ sei wieder modern, findet Barbara Radomski, Geschäftsführerin der BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH (by.TM). „Wir merken, dass sich Wald und Natur in den letzten Jahren zu einem gesamtgesellschaftlichen Trendthema entwickelt haben, das sich auch im Tourismus wiederfindet. Das gilt für alle Zielgruppen, sei es Aktivurlauber, Erholungsurlauber und speziell auch für Familien. Als Natururlaubsland Nummer 1 der Deutschen haben wir in diesem Bereich die absolute Kompetenz“, erklärt sie.

Mit einer breit angelegten Kampagne wird die by.TM deshalb in diesem Jahr das Sehnsuchtsziel Wald in den Mittelpunkt der Vermarktung des Reiselands Bayern setzen, denn „es handelt sich auch um ein aktuelles gesellschaftliches Thema. Zusammen mit unseren touristischen Partnern aus ganz Bayern und unseren traditionell anderen Waldbotschaftern spiegeln wir 2019 den Facettenreichtum des Waldes wider, als riesiger Abenteuerspielplatz, als Lehrmeister des Lebens und als kulinarische Schatzkammer für Einheimische und Gäste“, so Radomski.

Wald und Gesundheit

Auch für den Bayerischen Heilbäderverband wird das Thema Wald und Gesundheit 2019 einen Schwerpunkt bilden. Dessen Vorsitzender Klaus Holetschek: „Wir sind mit dem Jahresergebnis, mit Ankünften und Übernachtungen sehr zufrieden und haben einen stärkeren Zuwachs als im Vorjahr. Die Heilbäder und Kurorte zählen zu den Erfolgsgaranten im bayerischen Tourismus. Unter den Top 20 – Destinationen sind elf Heilbäder und Kurorte, das spricht für Qualität und Attraktivität. Wir gehen auf unserem Erfolgsweg weiter und werden mit Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung neue Produkte und Angebote entwickeln. Wir möchten die natürliche Ressource Wald nutzen und in Bayern Kur- und Heilwälder entwickeln, begleitet von wissenschaftlicher Erforschung."

Internationalen Studien zufolge wirkten sich Waldtherapien positiv auf Körper und Seele aus. Walderlebnisse sollen die psychische Stimmung aufhellen, positive Emotionen wecken, Stress reduzieren, den Blutdruck senken und die Schlafqualität verbessern. In Bayern gebe es 2,6 Millionen Hektar Wald – ein "Schatz für die Entwicklung neuer Therapie- und Präventionsangebote". Das Makroklima und die Geländestruktur des Waldes eignen sich demnach als Therapieort bei vielen Indikationen. Beispielsweise bei Erkrankungen der Atemwege und des Bewegungsapparates sowie bei neurologischen und psychischen Erkrankungen. Das Projekt soll im Einklang mit der Natur und im Einvernehmen aller Beteiligten – also mit den Waldbesitzern und den Bayerischen Staatsforsten – verwirklicht werden.

Entbürokratisierung

Der DEHOGA Bayern fordert zudem eine Entbürokratisierung im Hotel- und Gastgewerbe: „Die Zahlen belegen auch, wie kleinteilig unsere Branche ist und dass die kleinen Betriebe besonders schutzbedürftig sind. Es darf nicht sein, dass einem familiengeführten Unternehmen mit nur wenigen Mitarbeitern dieselben bürokratischen Hürden auferlegt werden, wie einem Betrieb mit mehreren hundert Mitarbeitern oder gar einer Kette. Hier wünsche ich mir dringend eine Differenzierung“, so Inselkammer.

www.stmwi.bayern.de
www.bayern.by

Bild: https://pixabay.com/de/holz-baum-natur-landschaft-wald-3095720/