Tourismusjahr 2025: Schleswig-Holstein verteidigt Spitzenplatz bei Reisen ab fünf Tagen

Schleswig-Holstein verzeichnete im Tourismusjahr 2025 erneut ein deutliches Plus. Nach Angaben des Statistikamts Nord erreichte das Land 38,6 Millionen Übernachtungen und 9,7 Millionen Ankünfte. Das Ergebnis stellte das beste in der bisherigen Statistik dar. Trotz der positiven Entwicklung blieben laut Branchenvertretern Herausforderungen wie der anhaltende Arbeitskräftemangel bestehen. Entscheidend für den Erfolg einer Destination bleibe die Nachfrage der Gäste.
Die volumenstärksten Gemeinden sollen zusammen 17,1 Millionen Übernachtungen erzielt haben. Mehr als eine Million Übernachtungen sollen Sylt, Fehmarn, Lübeck mit Travemünde, St. Peter-Ording, Büsum, Timmendorfer Strand, Grömitz, Scharbeutz und Kiel erreicht haben. Die Nebensaison sei langsam gewachsen, sei aber stabil geblieben. Der Sommer habe zunehmend bis zu den Herbstferien gereicht. Camping habe weiterhin hohe Werte erzielt. Die Übernachtungen seien seit 2019 um 28 Prozent gestiegen. Im Bundesländervergleich habe Schleswig-Holstein bei Campingübernachtungen auf Platz vier gelegen und insgesamt bei Übernachtungen auf Platz fünf. Bei Reisen ab fünf Tagen sei das Land das beliebteste Inlandsziel geblieben.
Tourismusminister Claus Ruhe Madsen betonte die wirtschaftliche Bedeutung der Branche. „Die Tourismusbranche gehört zu den wichtigen Wirtschaftszweigen unseres Landes. Der seit Jahren stetige Aufwärtstrend, der auch das Jahr 2025 kennzeichnet, bedeutet nicht zuletzt einen deutlichen Zuwachs an Wirtschaftskraft für unser Land. Der 10-Jahres-Vergleich der Übernachtungen zeigt dies besonders deutlich: wir haben heute 10 Millionen mehr Übernachtungen als im Jahr 2016. Was für ein Erfolg – für das Land, die Betriebe, die Mitarbeiterschaft.“
Er verwies auf die Ergebnisse der aktuellen Tourismusakzeptanzstudie. „Die Mehrzahl der Einwohnerinnen und Einwohner Schleswig-Holsteins weiß die Angebote und Leistungen der örtlichen Tourismusbetriebe zu schätzen, das geht aus der kürzlich vorgestellten Tourismusakzeptanzstudie hervor. Ein verständnisvolles Miteinander wird auch für die Zukunft ein wichtiger Faktor für die Tourismusbranche bleiben.“ Madsen rief zu weiteren Investitionen auf. „Es wäre schön, wenn dieser Erfolg auch ein Ansporn für alle ist, jetzt weiter zu investieren, in die öffentliche Infrastruktur, in den Betrieb, in die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und nicht zuletzt in die Digitalisierung, damit Schleswig-Holstein weiterhin eine erfolgreiche Destination ist und wir auch in 10 Jahren wieder ein solches Ergebnis feiern können.“
Stefan Borgmann, Geschäftsführer der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH, ordnete die Ergebnisse ein. „Schleswig-Holstein schließt das Tourismusjahr 2025 mit einem erneuten Höchstwert ab. Im Vergleich mit den anderen Bundesländern steht der echte Norden auf einem soliden fünften Platz. Den ersten Platz belegt Schleswig-Holstein beim Ranking der Inlandsreiseziele für Reisen ab 5 Tagen. Zum zweiten Mal sind wir auf Platz eins. Dass wir die Spitze verteidigen konnten, ist für eine Destination, die zu 95 Prozent vom Inlandstourismus abhängig ist, eine besonders gute Nachricht.“
Er hob die Ostsee als übernachtungsstärkste Region hervor. „Im Vergleich der verschiedenen schleswig-holsteinischen Regionen wird an der Ostsee das größte Übernachtungsvolumen generiert. Investitionen in Infrastruktur – von Hotels bis zu Seebrücken – zahlen sich aus. Zufriedene, wiederkehrende Gäste und erfolgreiche Betriebe belegen: Tourismus ist Wirtschaftsförderung.“ Borgmann verwies zudem auf den Wettbewerb. „Bei aller Freude über die aktuellen Zahlen darf nicht vergessen werden, dass der Wettbewerb wachsam ist. Am Ende des Tages entscheidet der Gast, wohin er reisen möchte. Schleswig-Holstein steht bei der Reiseentscheidung im direkten Wettbewerb zu beliebten Mittelmeerzielen, die mit günstigen Preisen, attraktiven All-Inclusive-Angeboten und sonnigem Wetter die Reisenden in den europäischen Süden locken. Die Reiseanalyse* belegt, dass Extremwetterereignisse auf die Reiseentscheidungen noch keinen Einfluss haben.“ *zu Reiseanalyse: Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa, NIT ( www.nit-kiel.de )
Das Reisejahr 2025 begann verhalten. Das erste Quartal zeigte einen wechselhaften Verlauf. Der Mai blieb nach kühlem Wetter hinter den Vorjahreswerten zurück. Sieben Monate zwischen April und Dezember erreichten laut Statistikamt Nord positive Übernachtungsergebnisse. Ferienwohnungen und Ferienhäuser sollen mit 38 Prozent das wichtigste Segment dargestellt haben, gefolgt von Hotels mit 20 Prozent und Camping mit 14 Prozent.
Auf den Auslandsmärkten zeigte sich ein gemischtes Bild. Die Schweiz, die Niederlande und Österreich sollen zugelegt haben. Der wichtigste Auslandsmarkt Dänemark sei deutlich unter dem Ergebnis von 2019 zurückgeblieben und stagnierte. Aus dem Inland seien 36,6 Millionen Übernachtungen gekommen. Zentrale Herkunftsregionen seien Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hessen und Hamburg gewesen.
Nach Angaben der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen bestätigte die aktuelle Reiseanalyse für 2025 Schleswig-Holstein als beliebtestes Reiseziel der deutschsprachigen Bevölkerung bei Reisen ab fünf Tagen. Das Land verteidigte damit seinen Spitzenplatz aus dem Vorjahr. 2024 habe Schleswig-Holstein erstmals seit 2002 wieder auf Platz eins gestanden.
Mehr Informationen: Urlaub in Schleswig-Holstein - Natur, Kultur, Seeluft: SH-Tourismus
Bild: © holsteinischeschweiz.de/Anne Weise – Entspannung am See in der Holsteinischen Schweiz.
