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Corona-Lektionen: Wie sich die Ankündigung der verschärften Maskenpflicht in Österreich auf das Suchvolumen auswirkt

Geschrieben von Matthias Burzinski am .

Google Trends Maskenpflicht Österreich

 

Wir stellen durch Auswertung unserer Google Search Console immer wieder fest, wie sensibel die Öffentlichkeit auf scheinbar einfache Ankündigungen reagiert. Die leichte Verschärfung der Maskenpflicht in Österreich ist dafür ein gutes Beispiel und zeigt, wie unsicher die Gäste noch sind. Und wie sich die Reiseentscheidung derzeit verändert hat.

So zeigt die Abbildung das Suchverhalten zur Keyword-Kombination "Maskenpflicht Österreich" in den letzten 7 Tagen in Deutschland (abgerufen am 23.07.2020). Am 21.07. hatte Sebastion Kurz verkündet, dass die Maskenpflicht verschärft wird. Doch das Suchvolumen war schon zuvor deutlich angestiegen, vermutlich durch Diskussionen innerhalb Österreichs. Danach hat sich zwar die Kurve abgeflacht, aber zusätzlich konnten wir feststellen, dass auch die Suche nach Kombinationen wie "corona risikogebiete österreich" deutlich Anstieg.

Offensichtlich sind die Gäste enorm sensibel im Hinblick auf die Sicherheitssituation in den Reisezielen. An den Erkenntnissen aus unserem ReisePuls Deutschland hat sich nichts geändert. Wer den Gästen keinen sicheren Aufenthalt gewähren kann und dies nicht glaubhaft kommuniziert, hat ein Problem. Gleichzeitig resultiert daraus die Maßgabe, alles, wirklich alles, gegen eine zweite Infektionswelle bzw. nur einen erhöhten Anstieg vor Ort zu tun.

Weiterhin "Sicherheit" kommunizieren

Auch die Kommunikation der Infektionslage bzw. Sicherheitslage bleibt elementar. Uns erscheint es derzeit so, dass einige Destinationen langsam dazu übergehen, die Corona-Infektionen "tiefer" auf ihren Kommunikationskanälen, v.a. der eigenen Website, zu "verstecken". Wenn ich die Website der Österreich Werbung  unter diesem Gesichtspunkt checke, brauche ich vergleichsweise lange, um tatsächlich zu den Regionen und Orten zu kommen, in denen derzeit das Risiko wieder gestiegen ist (in Teilen von Oberösterreich, Kärnten - Stand 23.07.2020). Das mag aus Sicht der Destinationen verständlich sein, hilfreich für den Gast ist es nicht. Trotzdem muss man konstatieren, dass Österreich hier ansonsten vorbildlich kommuniziert.

Checken Sie Ihre eigene Kommunikation und leiten sie aus der erhöhten Sensibilität der Gäste nicht ab, dass es besser sei, scheinbar negative Nachrichten herunterzuspielen. Kommunizieren sie weiter transparent, offen und schnell. Die Gäste werden es Ihnen danken.

Das Reiseentscheidungsmuster hat sich verschoben:

  • Funktionale Sicherheitsaspekte stehen im Fokus,
  • dann funktionale Verfügbarkeiten von Erlebnissen (Was ist geöffnet, steht zur Verfügung?),
  • dann erst kommen die sonst dominierenden emotionalen Komponenten - Stories, Benefits,...
  • und zum Schluss der Preis.

 

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