Brief aus Hong Kong #5: Über Quarantäne als Hindernis, neue Travel Bubbles und Transitbereiche in Flughäfen

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Brief aus Hong Kong, Andrea Springmann

 

Hong Kong steht - ebenso wie wir - vor den Sommerferien. Und auch dort ist der Inlandstourismus im Fokus. Gleichzeitig wächst der Druck, den internationalen Tourismus wieder "anzuwerfen", mit Travel Bubbles, neuen Transitregelungen und einer Vielzahl von Einzelvereinbarungen. Reisen ist kompliziert geworden.

Hong Kong ist inzwischen mehr als 20 Tage Covid-frei. Seit Freitag sind wieder die Fitnessstudios, Museen und weitere öffentliche Einrichtungen geöffnet. Schulen folgen ab dem 20. Mai. Das sind gute Nachrichten! Weiterhin gilt hier dennoch, dass alle Masken tragen und immer noch Vorsicht geboten ist.

Mit großen Schritten gehen wir hier auf die Sommerferien zu. Die Schulen sind seit mehr als 4 Wochen auf, nach vier Monaten Homeschooling. Es wurde Zeit. Die Kinder gewöhnen sich an das neue Normal in der Schule d.h. Social Distancing, Maske tragen und strenge Hygienemaßnahmen.
Wie viele andere auch, mache ich mir langsam Gedanken, wie unsere Sommerferien aussehen werden. Staycation ist angesagt.

Ein Besuchermagnet für viele werden sicherlich die beiden großen Freizeitparks in Hong Kong sein. Der Ocean Park hat letzte Woche Samstag wiedereröffnet und Hong Kong Disneyland öffnet seine Tore diese Woche Donnerstag. Hong Kong Disneyland ist der zweite Park, der nach Disneyland Shanghai öffnet. Weniger Besucher werden zugelassen und natürlich gelten strenge Social Distancing Maßnahmen und hohe Hygienstandards inclusive Temperaturmessung bei Eintritt des Parks und Maskenpflicht für alle.

Travel Bubbles mit den Nachbarregionen

In Hong Kong besteht noch bis zum 18. September die 2-wöchige Quarantänepflicht bei Rückkehr, und zwar egal von wo kommend. Doch die Hong Kong Regierung gibt einen Hoffnungsschimmer für nach und nach weniger strenge Beschränkungen, wenn man aus bestimmten Länder einreist. Die Tourismusindustrie drängt die Regierung, so schnell wie möglich Travel Bubbles mit den Nachbarregionen zu bilden. Die Regierung wird das nur mit den Ländern in Betracht ziehen, die Covid-19 bisher erfolgreich gemanagt haben. Aber es ist noch nicht bekannt, wann solche Travel Bubbles z.B. zwischen Hong Kong, Macau und der Guangdong Provinz gebildet werden.

Die in noch vielen Ländern bestehende Quarantänezeit, stellt die neu eingerichteten Travel Bubbles vor eine Herausforderung. Verzichtet man auf die zweiwöchige Quarantänezeit, wie das viele EU Staaten seit heute tun, um den Tourismus anzukurbeln, was passiert? Bekommen wir eine zweite oder dritte Welle trotz des Tragens von Masken, Social Distancing, hohen und strengen Hygienestandards, schneller Testverfahren und der Corona App?

Wie die Quarantänezeiträume verkürzen?

Die taiwanesische Regierung und die Stanford University in den USA planen eine Testreihe, um den erforderlichen Quarantänezeitraum zu verkürzen. Für die Testreihe werden 500 Personen, die vor dem Boarding negativ auf Covid getestet wurden und 2 Wochen in Qurantäne waren,aus den USA nach Taipeh geflogen. Dort werden die Personen nochmals auf Covid getestet, und zwar alle 2 Tage während der Qurantäne Zeit. Das Ziel ist es, einen kürzeren Quarantänezeitraum zu finden.

Die neu entstehenden Travel Bubbles sind der erste Schritt zu einer vorsichtigen Neuöffnung des Reisens. China, welches schon einen Reisekorridor für ausgewählte Geschäftsreisende eingerichtet hat, wird diesen sicherlich ausweiten. Vietnam wird auch wieder den internationalen Flugverkehr aufnehmen, und zwar mit solchen Ländern, welche mindestens 30 Tage keine neue Fälle hatten.

Saubere Sache: Neue Transit Holding Areas

Der Flughafen Singapur (Changi Airport) hat neue Transit Holding Areas in Terminal 1 und 3 eingerichtet und bereitet sich nach und nach auf Transitgäste vor. Der Flughafen erlaubt Reisenden aus ausgewählten Städten in Australien (Adelaide, Brisbane, Melbourne, Perth, Sydney) und Neuseeland (Aukland und Christchurch) den Zutritt in die Transitbereiche, und zwar unabhängig davon, wohin der Weiterflug geht. Einzige Bedingung ist, der Weiterflug muss mit einer Fluggesellschaft sein, die zum Airline Netzwerk von Singapore Airlines gehört.

Vor dem Eintritt in den Transitbereich wird die Temperatur der Passagiere gemessen, die Bereiche werden regelmäßig intensiv gereinigt und desinfiziert. Transitreisende müssen Gesichtsmasken tragen und Social Distancing Regeln strikt befolgen. Im Wartebereich ist es möglich, Essen, Snacks und Getränke zu konsumieren. Des Weiteren wird Tax-free Einkauf angeboten.

“Green Lane Agreement” in Singapur

Singapur wird auch ein “Green Lane Agreement” mit ausgewählten chinesichen Provinzen einrichten, d.h. eine “fast lane” für Geschäftsreisende und offizielle Anläße zwischen den beiden Ländern. Diese Vereinbarung wird nach und nach auf weitere Provinzen ausgeweitet. Für den neu eingerichteten Transitbereich am Flughafen sind weitere internationale Fluggesellschaften eingeladen, ihre Vorschläge einzureichen, basierend auf Flugsicherheit, Gesundheitsvorkehrungen vor Antritt und während des Flugs für die Crew und Passagiere. Entsprechend der vorgeschlagenen Maßnahmen wird entschieden, ob diese Fluggesellschaften den neuen Transitbereich nutzen dürfen.

Viele Einzelvereinbarungen unter hohem Zeitdruck

Die neuen Regeln des Reisens und zwar in allen Bereichen, stellen insbesondere die Destinationen mit ihren touristischen Leistungsträgern und Fluggesellschaften, Flughäfen vor extrem große Herausforderungen. Einzelvereinbarungen müssen ausgehandelt werden, deren Einhaltung überprüft werden und all das unter hohem Zeitdruck. Parallel dazu muss an einer neuen Positionierung im aktuell starken Wettbewerb im Inlandstourismus gearbeitet werden. Das kann nur gelingen, wenn alle Stakeholder Hand in Hand gepaart mit Offenheit, Flexibilät, Kreativität und Innovation agieren.

 

AndreaSpringmann Portrait

Stay safe everybody!
Andrea

 

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