Reform des Präventionsgesetzes soll Heilbäder stärker in Versorgung einbinden

Der Bayerische Heilbäder-Verband (BHV) hat im Zuge der geplanten Reform des Präventionsgesetzes auf eine stärkere Rolle von Heilbädern und Kurorten in der Gesundheitsversorgung gedrängt. Der Verband forderte, staatlich anerkannte Standorte ausdrücklich im Gesetz zu verankern und Präventionsangebote systematisch in die Regelversorgung einzubinden.

Aus Sicht des BHV reagierte der Vorstoß auf mehrere Entwicklungen zugleich: Die Bevölkerung in Deutschland altere, chronische Erkrankungen sollen zunehmen und die Kosten im Gesundheitswesen sollen seit Jahren steigen. Der Verband hat deshalb für einen Kurswechsel in der Gesundheitspolitik geworben. Prävention solle nicht länger nachrangig behandelt werden, sondern eine zentrale Rolle im Gesundheitswesen übernehmen.

„Prävention darf nicht länger nur ein politisches Schlagwort sein, sondern muss zu einer tragenden Säule unseres Gesundheitswesens werden“, sagte Peter Berek, Vorsitzender des BHV. Nach Angaben des Verbands sollen Heilbäder und Kurorte über medizinisch-therapeutische Infrastruktur, natürliche Heilmittel und Erfahrung in der Vorsorge verfügen. Diese Strukturen würden bisher aber nicht konsequent in Präventionsstrategien einbezogen.

Im Zentrum des Konzepts stehe ein verbindlicher Präventionspfad über die hausärztliche Versorgung. Versicherte sollen demnach regelmäßig einen Präventions-Check erhalten. Wenn Ärztinnen und Ärzte dabei Risiken oder Vorsorgebedarf feststellen, sollen sie Patientinnen und Patienten gezielt an qualitätsgesicherte Angebote weiterleiten. Der BHV nannte dafür insbesondere staatlich anerkannte Heilbäder und Kurorte.

Nach Auffassung des Verbands könnte ein solcher Ansatz dazu beitragen, Erkrankungen früher zu vermeiden oder ihren Verlauf abzuschwächen. Gleichzeitig ließen sich nach Darstellung des BHV Akutversorgung, Rehabilitation und Pflege entlasten.

Neben der individuellen Vorsorge setzte sich der Verband auch für einen Ausbau der betrieblichen Gesundheitsprävention ein. Heilbäder und Kurorte sollten nach seinen Vorstellungen stärker in entsprechende Programme eingebunden werden. „Ein stärker präventionsorientiertes Gesundheitssystem kann nicht nur die Lebensqualität vieler Menschen verbessern, sondern langfristig auch dazu beitragen, chronische Erkrankungen, Arbeitsunfähigkeit und Pflegebedürftigkeit zu reduzieren“, sagte Frank Oette, Geschäftsführer des BHV.

Außerdem forderte der Verband verbindliche Anreize für Versicherte, die Präventionsangebote nutzen. Als Beispiele nannte der BHV Präventionsboni, einen leichteren Zugang zu qualitätsgesicherten Vorsorgeangeboten und geringere Eigenanteile bei nachgewiesener Teilnahme an strukturierten Maßnahmen. „Wenn wir Prävention ernst nehmen, darf sie nicht vom Zufall oder vom freiwilligen Engagement einzelner Krankenkassen abhängen“, so Berek. „Gesundheitsbewusstes Verhalten muss im System verlässlich anerkannt werden. Wer vorbeugt, entlastet langfristig nicht nur sich selbst, sondern auch Akutversorgung, Rehabilitation und Pflege.“

Der Bayerische Heilbäder-Verband vertritt nach eigenen Angaben mehr als 70 Heilbäder, Kurorte und Kurbetriebe in Bayern. Die Branche komme demnach auf mehr als 23 Millionen Übernachtungen, rund 5,6 Millionen Gäste und einen jährlichen Bruttoumsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Nach Verbandsangaben sichere sie rund 100.000 Arbeitsplätze im Freistaat.

Weitere Informationen: Herzlich willkommen beim Bayerischen Heilbäder-Verband e.V.!

Bild © BHV/Leonie Lorenz