Opodo-Studie zeigt Wandel beim Solo Travel in Deutschland

Alleinreisen hat in Deutschland weiter an Bedeutung gewonnen. Das zeigte eine internationale Befragung von OnePoll im Auftrag von eDreams ODIGEO. Das Marktforschungsinstitut befragte vom 9. bis 17. Juni 2026 insgesamt 9.000 Erwachsene in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und den USA. In Deutschland nahmen 1.000 Personen teil. Die Ergebnisse ließen sich mit Untersuchungen aus den Jahren 2019 und 2023 vergleichen.

Für deutsche Reisende stand beim Solo Travel die eigene Bewegungsfreiheit an erster Stelle. 37 % sollen diesen Aspekt als wichtigsten Grund genannt haben. Im internationalen Durchschnitt habe der Anteil bei 38 % gelegen. Besonders ausgeprägt sei der Wunsch nach zeitlicher und räumlicher Unabhängigkeit bei den Millennials gewesen. 46 % dieser Altersgruppe sollen ihn als Motiv angegeben haben. Bei den Babyboomern seien es 26 % gewesen.

Das soziale Umfeld spielte ebenfalls eine Rolle. 30 % der Befragten sollen allein verreist sein, weil Freunde oder Familienangehörige keine Zeit hatten. Dieser Anteil habe dem internationalen Durchschnitt entsprochen.

Weniger Bedeutung habe dagegen das Kennenlernen neuer Menschen. 2019 sollen 28 % der deutschen Befragten dieses Motiv genannt haben. 2023 sei der Anteil bei 29 % gelegen. 2026 seien es noch 19 % gewesen. Männer sollen diesen Grund mit 22 % häufiger angeführt haben als Frauen mit 16 %.

Die fünf häufigsten Motive für Solo Travel in Deutschland waren:

  1. Uneingeschränkte Bewegungsfreiheit mit 37 %
  2. Fehlende Zeit von Freunden oder Familie mit 30 %
  3. Ausprobieren von Neuem mit 26 %
  4. Bessere Selbsterkenntnis mit 25 %
  5. Kennenlernen neuer Menschen mit 19 %

Auch bei der Auswahl der Reiseausrüstung zeigten sich Veränderungen. Sicherheitsartikel wie Geldgürtel, Erste-Hilfe-Sets und Notfallkontakte sollen 2026 für 38 % der deutschen Befragten an erster Stelle gestanden sein. Komfortartikel wie bequeme Kleidung, Reisekissen und Snacks seien auf 27 % gekommen. In den Vergleichserhebungen sollen 33 % im Jahr 2019 und 37 % im Jahr 2023 dem Komfort den Vorrang gegeben haben.

Das Sicherheitsbedürfnis stieg mit dem Alter. 48 % der Babyboomer sollen darauf besonderen Wert gelegt haben. Bei den weiblichen Befragten seien es 42 % gewesen. Die Generation Z habe andere Prioritäten gesetzt. Nur 31 % der 18- bis 24-Jährigen sollen Sicherheitsausrüstung bevorzugt haben. 41 % dieser Altersgruppe sollen sich an erster Stelle für Komfort entschieden haben.

Im Ländervergleich sollen Reisende in Nord- und Westeuropa der Sicherheitsausrüstung größere Bedeutung beigemessen haben als Urlauber in Südeuropa. Die höchsten Werte habe die Studie für Großbritannien mit 40 %, Frankreich mit 39 % und Deutschland mit 38 % verzeichnet. Es sollen die USA mit 37 %, Italien mit 28 %, Spanien mit 27 % und Portugal mit 25 % gefolgt sein.

Betty Lemeßier, Communications & PR Manager DACH/Nordics, kommentierte: „Alleinreisen ist erwachsen geworden. Heute geht es weniger um den bloßen Tapetenwechsel, sondern um persönliches Wachstum und ein sicheres Gefühl. Wir sehen, dass Reisende – besonders die Gen Z – Sicherheit und Selbstfindung in den Fokus rücken. Wir bei Opodo unterstützen diesen Trend mit Technologie, die Solo-Trips nicht nur einfacher, sondern vor allem sicherer und flexibler macht.“

Die Befragung habe außerdem auf persönliche Effekte des Alleinreisens hingewiesen. Jeweils 33 % der deutschen Teilnehmer sollen Solo Travel mit mentaler Klarheit und einer größeren Offenheit gegenüber fremden Kulturen verbunden haben. Das Motiv der Selbstfindung habe 2026 insgesamt 25 % erreicht. 2019 sei der Wert bei 21 % gelegen, 2023 bei 32 %.

Bei der Generation Z sei die Selbstfindung stärker ausgeprägt gewesen. 41 % der jungen Erwachsenen sollen Alleinreisen nach eigenen Angaben genutzt haben, um sich selbst besser kennenzulernen. 35 % sollen zudem einen stärkeren Eindruck von Selbstständigkeit festgestellt haben. Bei den Millennials habe dieser Anteil bei 32 % gelegen, im Gesamtdurchschnitt bei 29 %. Frauen sollen diesen Effekt mit 31 % etwas häufiger als Männer mit 28 % genannt haben

Die internationalen Ergebnisse zeigten unterschiedliche Erwartungen an das Alleinreisen. In den USA sollen 43 % der Befragten den Solo-Trip vor allem mit mentaler Erneuerung und innerem Abstand verbunden haben. In Spanien und Italien sei dagegen häufiger die Verbindung zur Welt und zu den Menschen am Reiseziel im Vordergrund gestanden. Diesen Aspekt sollen 25 % der spanischen und 23 % der italienischen Teilnehmer genannt haben.

Weitere Informationen: Solo Travel 2026: Was Alleinreisen heute antreibt

Bild © eDreams ODIGEO / Opodo, Fotografin: Betty Lemessier