Destatis: Online-Buchungen für Ferienunterkünfte übertreffen Vor-Corona-Niveau um mehr als 80 Prozent

Die Zahl der über Online-Plattformen gebuchten Übernachtungen in deutschen Ferienwohnungen und Ferienhäusern ist 2025 deutlich gestiegen. Airbnb, Booking.com und Expedia verzeichneten zusammen 68,3 Millionen Übernachtungen. Gegenüber 2024 hat das einem Plus von 13,0 Prozent entsprochen.

Damit übertraf das Buchungsvolumen auch den Wert aus dem Jahr 2019 deutlich. Damals seien 37,2 Millionen Übernachtungen auf die beteiligten Plattformen entfallen. Im Vergleich dazu sei das Ergebnis 2025 um 83,4 Prozent höher gelegen.

Das Statistische Bundesamt veröffentlichte die von Eurostat bereitgestellten Unternehmensdaten zusätzlich zur monatlichen Tourismusstatistik. Die Plattformdaten erfassten ausschließlich online gebuchte Übernachtungen in Ferienwohnungen, Ferienhäusern und vergleichbaren Kurzzeitunterkünften. Hotelübernachtungen und Campingplätze zählten nicht dazu.

Inlandsmarkt wächst stärker

Inländische Gäste sollen 2025 insgesamt 48,5 Millionen Übernachtungen über die drei Plattformen gebucht haben. Das seien 15,3 Prozent mehr als im Vorjahr gewesen. Gegenüber 2019 habe sich das Volumen mehr als verdoppelt. Die Zahl sei 106,3 Prozent über dem damaligen Wert gelegen.

Ausländische Gäste seien auf 19,8 Millionen Übernachtungen gekommen. Im Jahresvergleich sei die Zahl um 7,8 Prozent gestiegen. Das Niveau von 2019 habe sie um 44,2 Prozent übertroffen.

Die Niederlande sollen mit 2,9 Millionen Übernachtungen erneut den wichtigsten ausländischen Quellmarkt gestellt haben. Auf Polen seien 2,1 Millionen Übernachtungen entfallen. Die USA und Frankreich seien mit jeweils 1,3 Millionen gefolgt. Gäste aus der Schweiz sollen 1,1 Millionen Übernachtungen gebucht haben.

Bayern liegt bei den Bundesländern vorn

Bayern habe mit 10,6 Millionen Übernachtungen den höchsten Wert unter den Bundesländern erreicht. Der Freistaat sei damit auf 15,5 Prozent des gesamten Plattformaufkommens gekommen. Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen seien mit jeweils 8,1 Millionen Übernachtungen gefolgt. Niedersachsen habe 8,0 Millionen erreicht.

Die Herkunft der Gäste unterschied sich je nach Bundesland. Mecklenburg-Vorpommern habe mit 92,3 Prozent den höchsten Anteil inländischer Gäste verzeichnet. Schleswig-Holstein sei auf 88,7 Prozent gekommen, Thüringen auf 83,8 Prozent.

In Berlin haben dagegen die Übernachtungen ausländischer Gäste überwogen. Ihr Anteil sei dort bei 67,7 Prozent gelegen. Nordrhein-Westfalen sei mit 42,3 Prozent gefolgt, Baden-Württemberg mit 40,8 Prozent.

Plattformdaten erfassen vor allem kleine Anbieter

Die Auswertung zeigte vor allem Übernachtungen bei kleineren Beherbergungsbetrieben. Rund 94 Prozent der Buchungen seien auf Anbieter mit weniger als zehn Betten entfallen. Das habe 64,1 Millionen Übernachtungen entsprochen.

Die amtliche Tourismusstatistik berücksichtigte dagegen nur Betriebe mit mindestens zehn Betten. Für Ferienwohnungen und Ferienhäuser habe sie 2025 insgesamt 97,0 Millionen Übernachtungen ausgewiesen. Die Plattformdaten sollen diesen Wert daher um rund zwei Drittel ergänzt haben.

Bezogen auf alle Übernachtungen, die in der monatlichen Tourismusstatistik erfasst worden seien, sei der zusätzliche Anteil geringer ausgefallen. Die Statistik habe 2025 insgesamt 497,4 Millionen Übernachtungen registriert. Die 64,1 Millionen Plattformbuchungen kleiner Anbieter sollen daran einem Anteil von rund 13 Prozent entsprochen haben.

TripAdvisor nicht mehr enthalten

Bis einschließlich 2024 flossen auch Daten von TripAdvisor in die Auswertung ein. Das Unternehmen beendete die Vereinbarung zum Jahresende 2024. Für 2025 lagen deshalb nur noch aggregierte Angaben von Airbnb, Booking.com und Expedia vor.

Die Auswirkungen des Wegfalls von TripAdvisor ließen sich nicht genau berechnen, weil keine Daten für die einzelnen Plattformen vorlagen. Destatis schätzte den Einfluss als gering ein, da TripAdvisor die kleinste der beteiligten Plattformen war. Die ausgewiesenen Veränderungen stellten unter diesen Bedingungen die Untergrenze der tatsächlichen Entwicklung dar.

Auch der wachsende Stellenwert von Online-Plattformen beeinflusste die Jahresvergleiche. Das Angebot an Unterkünften auf den Plattformen nahm ebenso zu wie deren Nutzung. Die vorliegenden Daten zeigten jedoch nicht, welcher Anteil des Anstiegs auf mehr Reisen und welcher auf das größere Plattformangebot zurückging.

Die Zahlen bildeten zudem nur Buchungen über die drei erfassten Plattformen ab. Direktbuchungen bei den Unterkünften und Buchungen über andere Anbieter fehlten. Das tatsächliche Übernachtungsvolumen in Ferienwohnungen und Ferienhäusern sei deshalb vermutlich höher gelegen.

Weitere Informationen: Startseite – Statistisches Bundesamt

Bild © Statistisches Bundesamt (Destatis), 2026