NaturMomente verzeichnet 521 Bewerbungen aus ländlichen Regionen

Die Bewerbungsphase für den Projektwettbewerb „NaturMomente“ ist abgeschlossen. Airbnb und der Deutsche Tourismusverband DTV prüfen 521 gültige Projekte aus ganz Deutschland. Die Initiativen bewarben sich um Fördermittel in Höhe von insgesamt einer Million Euro. 283 Bewerbungen stammten aus den ostdeutschen Bundesländern. Schirmherr des Wettbewerbs ist Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer.

Der Wettbewerb reagierte auf die wachsende Nachfrage nach ländlichen Reisezielen. Nach internen Daten von Airbnb sollen deutsche Gäste 2025 fast zwei Drittel ihrer Inlandsübernachtungen außerhalb von Städten gebucht haben (1). Die Nachfrage nach Hütten sei zwischen 2023 und 2025 um 65 Prozent gestiegen. Bei Bauernhöfen sei das Plus bei 45 Prozent gelegen (2). In der Generation Z habe die Suche nach Naturreisen innerhalb Deutschlands 2025 um 75 Prozent zugenommen (3).

Airbnb und der DTV wollten mit dem Wettbewerb Projekte unterstützen, die touristische Angebote in ländlichen Regionen entwickeln und regionale Potenziale nutzbar machen.

„Attraktiver Tourismus im ländlichen Raum entsteht dort, wo Kommunen, Betriebe und engagierte Menschen gemeinsam an der Zukunft ihrer Region arbeiten. Dafür braucht es neben überzeugenden Konzepten auch die Möglichkeit, sie tatsächlich umzusetzen. ‚NaturMomente‘ setzt genau hier an: Die Förderung gibt Projekten den nötigen Anschub, um neue Angebote zu schaffen, bestehende Strukturen weiterzuentwickeln und die touristische Attraktivität ländlicher Regionen langfristig zu stärken“, so Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes, DTV.

„Wir sind überwältigt von der großen Resonanz auf “NaturMomente”. Die Vielzahl und Vielfalt der eingereichten Projektideen zeigt eindrucksvoll, mit wie viel Engagement und Kreativität Menschen im ländlichen Raum den Tourismus in ihrer Region gestalten wollen. Gleichzeitig wird deutlich, wie groß der Bedarf an Unterstützung für lokale Initiativen ist. Genau hier wollen wir einen Beitrag leisten“, sagte Kathrin Anselm, General Manager Central and Eastern Europe bei Airbnb.

Bewerbungen verteilen sich ungleich auf die Bundesländer

Sachsen-Anhalt führte die Länderwertung mit 64 Bewerbungen an. Es folgten Niedersachsen mit ebenfalls 64 Einreichungen, Sachsen mit 60 sowie Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils 58 Bewerbungen. Thüringen kam auf 43 Einreichungen.

Aus Bayern (46) und Baden-Württemberg (31) stammten zusammen 77 Bewerbungen. Rheinland-Pfalz (26), Hessen (23), Nordrhein-Westfalen (17) und das Saarland (4) kamen gemeinsam auf 70 Einreichungen. Niedersachsen (64) und Schleswig-Holstein (24) reichten zusammen 88 Projekte ein. Drei Vorhaben arbeiteten überregional.

Teilnehmen konnten Projekte aus Gemeinden mit weniger als 150 Einwohnern je Quadratkilometer. Außerdem durfte die Tourismusintensität im Jahr 2024 nicht mehr als 4,5 Übernachtungen je 1.000 Einwohner betragen.

Kultur und Tradition bilden größte Kategorie

Die Bewerbungen verteilten sich auf vier Themenfelder:

  • Kultur und Tradition: 161 Bewerbungen
  • Natur und Umweltschutz: 144 Bewerbungen
  • Gemeinschaftsprojekte: 144 Bewerbungen
  • Regionale Landwirtschaft: 72 Bewerbungen

Die Projekte sollten wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit mit ökologischer Verantwortung verbinden. Die Kategorie Kultur und Tradition nahm Vorhaben zum Erhalt oder zur Neubelebung des kulturellen Erbes auf. Natur und Umweltschutz umfasste Projekte mit konkretem Beitrag zum Schutz von Natur und Umwelt.

In der Kategorie Gemeinschaftsprojekte traten Initiativen von Vereinen, Genossenschaften und Dorfgemeinschaften an. Regionale Landwirtschaft bündelte Angebote rund um das Landleben und die Herstellung regionaler Produkte. Dazu gehörten Urlaub auf dem Bauernhof und Ernte-Erlebnisse.

Jury bewertet Projekte nach sieben Kriterien

Nach dem Ende der Bewerbungsphase beginne die Auswahl der Gewinner. Eine Fachkommission, der DTV und Airbnb haben die Einreichungen bereits bewertet. Nun entscheide eine unabhängige Jury aus Tourismus, Landwirtschaft und Politik über die Gewinnerprojekte.

Der Jury gehören an:

  • Prof. Dr. Julian Reif, Stellvertretender Direktor Deutsches Institut für Tourismusforschung, FH Westküste
  • Dr. Franziska Kersten, agrarpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion
  • Jens Spanjer, Vorsitzender Schlösser und Gärten in Deutschland
  • Birgit Grauvogel, Geschäftsführerin Tourismus Zentrale Saarland
  • Franziska Schmieg, Geschäftsführerin Bundesverband Urlaub auf dem Bauernhof und Landtourismus in Deutschland e. V. und Referatsleiterin Ländliche Räume und Diversifizierung beim Deutschen Bauernverband e. V.
  • Norbert Kunz, Geschäftsführer Deutscher Tourismusverband
  • Ellen Madeker, Leiterin Strategie und Politik, EMEA, Airbnb

Die Jury berücksichtige bei ihrer Entscheidung die Kriterien Umwelt und Natur, Qualität, Wirtschaft, lokale Gemeinschaft, Gemeinwohl, Innovation und Übertragbarkeit. Airbnb und der DTV wollen die Gewinner Ende November 2026 bekannt geben.

(1) Airbnb interne Daten für das Jahr 2025.

(2) Basierend auf internen Daten von Airbnb zu Buchungen von Deutschen in Deutschland im Jahr 2025. Airbnb definierte Naturreisen als Reisen zu Orten außerhalb von städtischen Gebieten und Gebieten mit hoher Bevölkerungsdichte.

(3) Airbnb interne Daten für den Zeitraum von 2023 bis 2025.

Weitere Informationen: Deutscher Tourismusverband: Wir machen den Tourismus stark. In Deutschland. und NaturMomente – Airbnb

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