TVBW nominiert sechs Projekte für Innovationspreis Tourismus 2027
Der Tourismus-Verband Baden-Württemberg hat sechs Projekte für den Innovationspreis Tourismus 2027 ausgewählt. Die Jury entschied sich aus 39 Bewerbungen für jeweils drei Nominierungen in den Kategorien „Destinationen“ und „Leistungsträger“. Die Preisverleihung findet im Januar 2027 auf der CMT statt.
Der Wettbewerb stand unter dem Motto „75 Jahre Baden-Württemberg – Tradition neu erleben“. Gesucht waren Projekte, die Geschichte, Brauchtum und regionale Identität auf neue Weise vermitteln. In der Kategorie „Destinationen“ standen lokale und regionale Angebote im Mittelpunkt. Die Kategorie „Leistungsträger“ richtete sich an private und öffentliche Organisationen.
„75 Jahre Baden-Württemberg inspirieren uns als Verband, darauf zu schauen, was unser Land im Kern ausmacht, und gleichzeitig den Blick in die Zukunft zu richten. Mit dem Innovationspreis Tourismus würdigen wir Projekte, die Tradition und innovative Vermittlung beispielhaft kombinieren“, sagte TVBW-Vizepräsident Dr. Hans-Ulrich Kauderer nach der Jurysitzung in Stuttgart.
TVBW-Geschäftsführerin Christine Schönhuber erklärte: „Wir sind stolz auf die zahlreichen Destinationen und Leistungsträger, die Geschichte und Brauchtum nicht nur bewahren, sondern mit klugen Ideen heute erlebbar machen. Bei so vielen tollen Bewerbungen war es nicht leicht, eine Auswahl zu treffen. Am Ende sind wir mit unseren Nominierungen aber sehr zufrieden.“
Kategorie Destinationen
Digitale Zugänge zum Ulmer Schwörwochenende
Die myTuur GmbH und die Ulm/Neu-Ulm Tourismus GmbH setzten beim Ulmer Schwörwochenende auf digitale Vermittlung. Eine App begleite Besucherinnen und Besucher auf einem Stadtrundgang und erläutere die Tradition mit Audio, Text, Fotos und Videos. Das Angebot stehe mithilfe künstlicher Intelligenz derzeit in 21 Sprachen bereit. Die Projektpartner planten außerdem kindgerechte Audioversionen und einen Zugang in Einfacher Sprache. Die Jury würdigte insbesondere die mehrsprachige und multimediale Vermittlung des regionalen Brauchtums. Eingereicht haben das Projekt die Ulm/Neu-Ulm Tourismus GmbH und die myTuur GmbH.
Baiersbronn vermittelt Schwarzwälder Brauchtum mit Playmobil
Die Baiersbronn Touristik nutzte eine Playmobil-Sonderfigur, um regionale Traditionen zu vermitteln. Die „Schwarzwald Marie“ trage seit 2025 einen roten Bollenhut und halte eine Schwarzwälder Kirschtorte in der Hand. Das 2026 erschienene Nachfolgeset „Schwarzwaldpaar“ ergänzte die Figur um ihren Ehemann. Marie trage darin einen schwarzen Bollenhut. Nach Einschätzung der Jury hat das Angebot regionale Identität mit einem bekannten Spielzeugformat verbunden. Sie verwies zudem auf die breite Medienresonanz.
Biberach verbindet Landwirtschaft, Genuss und Bildung
Tourismus Biberach stellte mit „StadtLandHof“ den Hochstetterhof in den Mittelpunkt. Eine Urkunde habe den Hof erstmals im Jahr 1299 benannt. Heute umfasse das Angebot unter anderem einen Hofladen, ein Café und Veranstaltungen. Das Projekt verknüpfte Landwirtschaft, regionale Küche, Natur, Bildung und Begegnung. Partner aus Gastronomie, Mobilität und Vermittlung zeigten dabei die regionale Wertschöpfung vom Anbau bis zum fertigen Gericht. Die Jury hob die Zusammenarbeit vieler Akteure und die Verbindung unterschiedlicher touristischer Themen hervor.
Kategorie Leistungsträger
Heimat Bärenweiler entwickelt einen historischen Ort weiter
Christian Skrodzki entwickelte Bärenweiler bei Kißlegg im Württembergischen Allgäu zu einem Ort für Geschichte und Dorfleben. Eine Hospital-Stiftung gründete die Anlage im frühen 17. Jahrhundert. In den vergangenen Jahrzehnten gaben die Verantwortlichen die zwölf Gebäude schrittweise auf. Skrodzki kaufte Bärenweiler 2021. Seitdem hat er die frühere Nutzung in ein neues Konzept übertragen. Sein Ziel sei ein lebendiges Dorf, das Einheimischen und Gästen offenstehe. Die Jury würdigte sein persönliches Engagement und den Ansatz, neben der historischen Bausubstanz auch das Dorfleben zu vermitteln.
App erschließt Geschichte der Weissenhofsiedlung
Die Weissenhofsiedlung feiere 2027 ihr 100-jähriges Bestehen. Das Weissenhofmuseum, die Freunde der Weissenhofsiedlung und das Kulturamt der Stadt Stuttgart entwickelten dafür neue Vermittlungsangebote. Die App „Weissenhof 2027+“ zeige die Siedlung und nicht mehr erhaltene Gebäude auf dem Smartphone. Eine interaktive Karte führe zu den einzelnen Orten. Erzählungen, 3D-Modelle und Augmented Reality sollen die Geschichte und den Zustand der Siedlung im Jahr 1927 veranschaulichen. Die Projektpartner bereiteten einen Teil der Inhalte auch für Kinder auf. Die Jury hob neben der digitalen Vermittlung besonders diesen Zugang hervor.
Hotel Engel macht seine Ortsgeschichte zum Bestandteil des Umbaus
Das Hotel Engel in Langenargen blickte auf eine 300-jährige Geschichte zurück. Das Haus diente über Generationen als Treffpunkt für Feiern und wichtige Anlässe. Zugleich begleitete es die touristische Entwicklung des Ortes. Familie Wittmann führe den Betrieb in zwölfter Generation. Bis Anfang 2027 baue sie das Gebäude umfassend um. Gemeinschaftsräume und weitere Hotelbereiche sollen künftig die Geschichte des Hauses und seine Verbindung zu Langenargen sichtbar machen. Die Jury würdigte den Umgang der Eigentümerfamilie mit der Geschichte des Hotels und die geplante Vermittlung an die Gäste.
Weitere Informationen: Urlaub in Baden-Württemberg | Tourismus Marketing BW
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