Touristische Wertschöpfung in Thüringen steigt auf rund 2,06 Milliarden Euro
75 Millionen Tagesreisen und 101,1 Millionen Aufenthaltstage zählte Thüringen 2025. Insgesamt erreichte der touristische Bruttoumsatz 4,29 Milliarden Euro. Das hat einem Plus von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprochen. Die touristische Wertschöpfung nahm um 3,8 Prozent auf rund 2,06 Milliarden Euro zu. Die Untersuchung „Wirtschaftsfaktor Tourismus Thüringen 2025“ stellte die Ergebnisse erstmals bei den Thüringer Tourismustagen in Bad Blankenburg vor.
Die dwif-Consulting GmbH erhob die Daten für das Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes. Rund 200 Vertreter der Thüringer Tourismusbranche kamen am 28. und 29. September zu der Veranstaltung. Das Thüringer Wirtschaftsministerium und die Thüringer Tourismus GmbH richteten sie aus.
Der Tagestourismus habe für mehr als die Hälfte des touristischen Umsatzes gestanden. Die rund 75 Millionen Tagesreisen sollen Thüringen etwa 2,2 Milliarden Euro eingebracht haben. Auch der Übernachtungstourismus habe zugelegt: Sein Bruttoumsatz sei um neun Prozent auf rund 1,74 Milliarden Euro gestiegen.
Das Gastgewerbe sei 2025 auf 2,07 Milliarden Euro Umsatz gekommen, der Einzelhandel auf 1,26 Milliarden Euro und die Dienstleistungen auf rund 961 Millionen Euro. Aus Mehrwert- und Einkommensteuer sollen sich laut Studie Steuereinnahmen von rund 400 Millionen Euro ergeben haben.
Wirtschaftsministerin Colette Boos-John verwies auf die Bedeutung des Tourismus für weitere Branchen und Regionen. „Bei Tourismus denken viele zuerst an Urlaub und Freizeit“, sagte sie. „Er ist aber vor allem ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Thüringen.“ Von den Ausgaben der Gäste profitierten neben Hotels und Gaststätten auch Einzelhandel, Dienstleister, Handwerk und weitere Unternehmen. „Tourismus schafft Wertschöpfung und Beschäftigung gerade auch im ländlichen Raum und stärkt damit ganze Regionen“, so die Ministerin.
Auch TTG-Geschäftsführer Christoph Gösel hob die Bedeutung der Tagesgäste hervor. „75 Millionen Tagesreisen sind eine sehr hohe Nachfragebasis“, erklärte er. „Unsere gemeinsame Aufgabe besteht nun darin, daraus noch mehr Wertschöpfung vor Ort zu entwickeln. Wenn ein Ausflug nicht bei einem einzelnen Besuch endet, sondern mit Gastronomie, regionalen Produkten und weiteren Erlebnissen verbunden wird, profitieren Gäste, Betriebe und Regionen gleichermaßen.“
Thüringen setzt Tourismusstrategie 2035 um
Neben der Wirtschaftsfaktor-Studie befassten sich die Tourismustage mit der „Tourismusstrategie Thüringen 2035“. Nach ihrer öffentlichen Vorstellung Mitte September diskutierten Touristiker und weitere touristische Akteure die Ziele erstmals gemeinsam in größerer Runde.
Die Beteiligten verständigten sich darauf, das Reiseerlebnis aus Gästesicht in den Mittelpunkt zu stellen. Dazu zählten Informationen und Buchung ebenso wie Anreise, Unterkunft, Mobilität, Gastronomie sowie Kultur- und Naturangebote.
Boos-John betonte, die Umsetzung beginne erst nach der Vorstellung der Strategie. „Mit der Vorstellung der Strategie ist die Arbeit nicht abgeschlossen – sie beginnt jetzt erst richtig“, sagte sie. „Die Strategie kann nur dann erfolgreich sein, wenn wir sie gemeinsam mit allen touristischen Akteuren im Land mit Leben füllen. Ministerium, TTG, Regionen, Kommunen und vor allem die touristischen Betriebe selbst tragen dabei gemeinsam Verantwortung und leisten ihren Beitrag zum Erfolg. Jetzt geht es darum, aus den strategischen Leitlinien konkrete Verbesserungen für unsere Gäste und für die touristische Wirtschaft zu machen.“
Am zweiten Veranstaltungstag entwickelten die Teilnehmer in Workshops Ansätze für die sechs Handlungsfelder Produkt, Betriebe, Digitalisierung, Finanzierung und Organisation, Marketing sowie Mobilität. Die Strategie legte dafür Zuständigkeiten, eine jährliche Maßnahmenplanung und eine fortlaufende Erfolgskontrolle fest.
Gösel verwies auf die Zusammenarbeit zwischen den Angeboten und Akteuren. „Unser Ziel ist ein Thüringen-Tourismus, bei dem gute Einzelangebote noch besser zusammenspielen“, betonte er. „Denn für den Gast zählt am Ende nicht die einzelne Zuständigkeit, sondern das gesamte Reiseerlebnis. Wenn es uns gelingt, Qualität, Angebote und Akteure besser miteinander zu vernetzen, stärkt das zugleich die touristische Wertschöpfung im Land.“
Die Veranstalter bündelten mit den neu konzipierten Thüringer Tourismustagen erstmals den bisherigen Thüringer Tourismustag, den „Destinationstag“ und die Verleihung des Thüringer Tourismuspreises. Das gemeinsame Format soll den Austausch zwischen den Akteuren und Themenfeldern des Thüringen-Tourismus stärken.
Weitere Informationen: Startseite | Thüringer Wirtschafts- und Landwirtschaftsministerium
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