MV Tourismus GmbH legt neue Daten zu Zufriedenheit und Gästebindung vor
Die MV Tourismus GmbH hat Ergebnisse einer repräsentativen Gästebefragung für Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt. Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern hatte die Erhebung 2025 bei Benchmark Services beauftragt. Mehr als 10.000 Übernachtungsgäste ab 15 Jahren nahmen per Online-Tool und mit analogen Fragebögen teil. Nach Angaben der MV Tourismus GmbH ist das Land ein gefragtes Reiseziel geblieben. Zugleich prüften Gäste einzelne Angebote kritischer als in der Vergleichsbefragung 2022/23.
83 Prozent der Befragten sollen sich mit ihrem Aufenthalt insgesamt sehr zufrieden oder zufrieden gezeigt haben. Die Durchschnittsnote für den Aufenthalt sei bei 1,8 gelegen. 78 Prozent sollen innerhalb der nächsten drei Jahre erneut an ihren Urlaubsort in Mecklenburg-Vorpommern reisen wollen. 85 Prozent würden ihre Reiseregion weiterempfehlen. Die Werte seien leicht unter den Vergleichsdaten (durchgeführt von Benchmark Services) aus den Jahren 2022 und 2023 geblieben. Nach Einschätzung der MV Tourismus GmbH spielte damals die Stimmung nach dem Ende der Corona-Schutzmaßnahmen eine Rolle.
„Die Befragung zeigt, wie beliebt unser Urlaubsland ist. Sie zeigt uns Stärken und Potenziale auf und macht sichtbar, wo wir gemeinsam mit unseren Partnern ansetzen müssen, um den Tourismus im Land gezielt weiterzuentwickeln“, sagte Peter Kranz, Geschäftsführer der MV Tourismus GmbH.
Die Befragung hat weiter eine hohe Bindung der Gäste an das Reiseziel ausgewiesen. Rund 70 Prozent seien bereits mehrfach in Mecklenburg-Vorpommern gewesen. 44 Prozent sollen mehrmals im Jahr in das Land gereist sein. Sieben Prozent sollen Mecklenburg-Vorpommern zum ersten Mal besucht haben.
Zugleich hat sich die Altersstruktur verschoben. Das Durchschnittsalter der Gäste habe nach Angaben der MV Tourismus GmbH inzwischen bei knapp 56 Jahren gelegen. Daraus leitete das Unternehmen die Aufgabe ab, stärker neue und jüngere Zielgruppen anzusprechen. „Wir müssen verstärkt neue Reisende, sprich: Neukunden gewinnen und vor allem jüngere Zielgruppen begeistern, z. B. durch Sportevents oder Festivals, aber auch durch eine gezielte Kommunikation“, sagte Kranz.
Für die Wahl des Reiseziels seien Natur und Landschaft sowie der Erholungswert die wichtigsten Gründe geblieben. 57 Prozent sollen Natur und Landschaft genannt haben. 54 Prozent sollen auf den Erholungswert verwiesen haben. Diese Motive sollen laut Befragung auch bei Gästen in Städten wie Rostock, Schwerin oder Stralsund eine zentrale Rolle gespielt haben. Mehr als 60 Prozent sollen zudem angegeben haben, dass Umwelt- und Klimaverträglichkeit ihre Reiseplanung beeinflusst haben.
Bei den Qualitätsfaktoren nannten die Befragten vor allem Unterkunft, Gastfreundschaft, Gastronomie, Preis-Leistungs-Verhältnis und Erreichbarkeit. Gerade beim Preis-Leistungs-Verhältnis und beim Schlechtwetterangebot sollen Gäste nach Angaben der MV Tourismus GmbH Schwächen gesehen haben. Auch Familienangebote sowie Rad-, Wander- und Wassersportangebote sollen schlechter abgeschnitten haben als in der vorherigen Befragung. Kranz führte das auf veränderte Erwartungen zurück. „Gestiegene Qualitätsansprüche infolge eines insgesamt höheren Preisniveaus dürften hierfür den Ausschlag geben“, so MV-T Geschäftsführer Peter Kranz.
Die Ergebnisse sollen nun differenziert ausgewertet werden. Nach Angaben der MV Tourismus GmbH ermögliche ein interaktives Dashboard Auswertungen nach Regionen, Orten, Zielgruppen und Zeiträumen. „Wir möchten diese Möglichkeiten nutzen, um mit unseren Partnern in den Regionen, im Land und insbesondere in der Branche ins Gespräch zu gehen. Ziel ist es, den Tourismus in unserem Land auf allen Ebenen gezielt und datenbasiert voranzubringen“, sagte Kranz.
Nach Angaben des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern seien 2025 rund 8,2 Millionen Gäste in das Land gekommen. Die Zahl der Übernachtungen habe bei etwa 33,3 Millionen gelegen. Das habe einem Plus von 1,7 Prozent bei den Gästen und 1,2 Prozent bei den Übernachtungen entsprochen. Damit näherte sich das Land weiter dem Niveau von 2019 an. Auch im ersten Quartal 2026 setzte sich diese Entwicklung fort. Laut Statistischem Bundesamt seien von Januar bis März rund 1,1 Millionen Gäste und etwa vier Millionen Übernachtungen gemeldet worden.
Weitere Ergebnisse der Befragung zeigten, dass die meisten Gäste aus Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Berlin und Brandenburg kamen. Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden soll aus ostdeutschen Bundesländern einschließlich Berlin angereist sein. Zwei Prozent sollen aus dem Ausland gekommen sein.
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer habe bei 8,4 Nächten gelegen. Am längsten sollen Gäste auf Rügen mit zehn Tagen geblieben sein. Gefolgt seien Fischland-Darß-Zingst mit 9,4 Tagen und die Mecklenburgische Seenplatte mit 8,5 Tagen. Die kürzeste Aufenthaltsdauer habe Mecklenburg-Schwerin mit 6,3 Tagen verzeichnet.
Bei der Anreise habe weiter der Pkw mit 69 Prozent dominiert. Zwölf Prozent sollen die Bahn genutzt haben. Der Anteil von Elektroautos und Hybridfahrzeugen habe bei acht Prozent gelegen. Vor Ort seien 48 Prozent mit dem Pkw unterwegs gewesen. Rund 40 Prozent sollen sich zu Fuß bewegt haben, 28 Prozent den ÖPNV genutzt haben, 20 Prozent Fahrräder und 17 Prozent E-Bikes.
Bei den Unterkünften sollen Hotels und Hotel garnis bei 33 Prozent gelegen haben. Rund 40 Prozent sollen Ferienwohnungen, Ferienhäuser oder Appartements genutzt haben. Elf Prozent sollen auf Camping- oder Reisemobilstellplätzen übernachtet haben. Zu den häufigsten Urlaubsaktivitäten sollen Spazierengehen, der Genuss regionaltypischer Speisen und Getränke, Baden im Meer, der Besuch kultureller Sehenswürdigkeiten, Radfahren und Wandern gezählt haben.
In der Bewertung einzelner Angebote zeigten sich deutliche Unterschiede. Die Unterkunft habe die Note 1,8, die Gastfreundschaft 2,0 und die Gastronomie 2,3 erhalten. Das Preis-Leistungs-Verhältnis sei auf 2,8 gekommen und damit schwächer aus als in den Vergleichsbefragungen 2022/23 und 2015/16 ausgefallen. Auch das Schlechtwetterangebot sei mit 3,0 vergleichsweise kritisch bewertet worden. Ebenfalls schlechter als 2022/23 sollen Familienangebote sowie radtouristische, wandertouristische und Wassersportangebote abgeschnitten haben.
Auffällig sei zudem, dass Gäste Belastungen durch den Tourismus seltener wahrnahmen als noch 2022/23. Die Hälfte der Befragten habe angegeben, keine Belastungen festgestellt zu haben. Am häufigsten sollen sie Verkehrsbelastungen und Stau sowie Überfüllung oder ein zu hohes Gästeaufkommen genannt haben.
Weitere Informationen: Urlaub, Ferien und Reiseziele in Mecklenburg-Vorpommern
Bild © Benchmark Services/MV Tourismus GmbH – Besuchserfahrung MV im Zeitvergleich
