Freiheitswoche bringt Politik, Zivilgesellschaft und Kultur in Berlin zusammen
Zum zweiten Mal wird vom 7. bis 14. November die Berlin Freedom Week stattfinden. Die Veranstaltungsreihe wird Aktivist:innen, zivilgesellschaftliche Organisationen, Kultur- und Bildungseinrichtungen, politische Entscheidungsträger:innen und internationale Partner in Berlin zusammenführen. Schirmherr ist der Regierende Bürgermeister Kai Wegner.
Die Freiheitswoche knüpfe rund um den 37. Jahrestag des Mauerfalls an das historische Erbe der Stadt an. Zugleich blicke sie auf aktuelle Herausforderungen weltweit. Das Programm umfasse mehr als 150 Angebote, darunter Konferenzen, Diskussionen, Führungen, Ausstellungen und Performances. Alle sollen sich um Freiheit, Demokratie und Menschenrechte drehen.
Den Schwerpunkt bilde die zweite Berlin Freedom Conference am 10. November im Filmtheater Colosseum. Ein ganztägiges Programm auf mehreren Bühnen stehe unter dem Leitmotiv „Change is possible“. Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Kultur und Medien sollen sich austauschen. Im Zentrum stehe die Frage, wie Allianzen für Demokratie den Kampf gegen autokratische Systeme weltweit führen und Freiheit schützen können.
Den Auftakt werde die DDR-Bürgerrechtlerin Marianne Birthler gestalten. Unter den Sprecher:innen seien die amerikanische Historikerin und Journalistin Anne Applebaum, Estlands früherer Präsident Toomas Hendrik Ilves, die Sicherheitsexpertin Dr. Claudia Major, Josephine Ballon von HateAid und der venezolanische Oppositionspolitiker Leopoldo López. Der ehemalige Schachweltmeister und Putin-Gegner Garry Kasparov sei ebenfalls dabei.
Am 9. November werde der Freedom and Security Women Summit im Deutschen Bundestag tagen. Mit dabei seien die Präsidentin des Deutschen Bundestages Julia Klöckner, die Präsidentin der französischen Nationalversammlung Yaël Braun-Pivet, die belarussische Oppositionspolitikerin Svetlana Tikhanouskaya, die iranisch-amerikanische Frauenrechtsaktivistin Masih Alinejad, die afghanische Tech-Unternehmerin Roya Mahboob, die kubanische Oppositionelle Rosa María Payá und die uigurische Menschenrechtsaktivistin Rushan Abbas. Hinter dem Summit stehen die Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur Evelyn Zupke, My Stealthy Freedom, die Axel Springer Freedom Foundation und Frauen für Freiheit.
Internationale Dokumentarfilme über Menschen, die sich Unterdrückung und Unrecht widersetzen, zeige das Filmtheater Colosseum am 11. November im Rahmen von „Stories of Freedom“. International besetzte Jurys wählten die Filme aus. Das Programm porträtiere unter anderem queere Soldat:innen in der Ukraine, die für ihr Land und gleiche Rechte kämpften, sowie eine syrische Rechercheurin, die einen Kriegsverbrecher überführte. Filmgespräche und eine interaktive VR-Station sollen die Vorführungen begleiten. In zwei kostenfreien Schulvorführungen mit anschließenden Gesprächen sollen junge Menschen erfahren, was Freiheit und Menschenrechte bedeuten.
An historischen Orten Berlins mache das Programm die Geschichte der deutschen Teilung und der Friedlichen Revolution erfahrbar. Im Tränenpalast thematisiere die Tanzperformance „BEYOND LINES“ von LUNA PARK das Überwinden von Grenzen. Auf Führungen des Berliner Unterwelten e. V. durch die Fluchttunnel werden Zeitzeug:innen von ihrer Flucht aus der DDR erzählen. In der ehemaligen Stasi-Zentrale biete der „Ostfrauen*Salon“ am 7. November Lesungen, eine Podiumsdiskussion und weitere Gesprächsformate. Eine lange, gedeckte Tafel lade die Besucher:innen dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Die Diskussion „Zwischen zwei Diktaturen: Erinnerung, Verantwortung und Freiheit“ mit dem Holocaust-Überlebenden Boris Sabarko und der Historikerin Irina Scherbakowa blicke über die deutsche Geschichte hinaus. Sie behandele historische Erinnerung und Menschenrechte. Im Humboldt Forum frage die Diskussion „1989 als Auftrag. Verpasste Chancen? Neue Perspektiven.“ am 12. November nach der Bedeutung der Friedlichen Revolution für heutige gesellschaftliche Herausforderungen. In der Performance „Reassembled“ verarbeiteten belarussische Künstler:innen im Exil Flucht, Heimat und politische Verfolgung. Sie nutzten dafür Tanz, Poesie und Kunst.
Freiheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt sollen sich auch im Alltag zeigen. Beim „Taiwan Night Market“ am 12. November in der Markthalle Neun werden taiwanische Streetfood-Spezialitäten auf dem Programm stehen. Der Abend verbinde die Esskultur Taiwans mit dem Gedanken einer offenen Gesellschaft. Beim Familienabend „Briefe an politische Gefangene in Russland“ am 13. November im Reforum Space Berlin werden Erwachsene gemeinsam Briefe an Inhaftierte schreiben. Kinder sollen sich im altersgerechten Begleitprogramm mit deren Geschichten auseinandersetzen.
Zwei weitere Konferenzen sollen das Programm ergänzen. Der Tagesspiegel lade am 4. November zu „DER OSTEN – Konferenz für Ideen und Macher“ ein. Dort gehe es um gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen in Ostdeutschland. Am 12. und 13. November werden internationale Gäste in der Staatsbibliothek zu Berlin bei der „5. Taiwan Conference“ neue Perspektiven für den deutsch-taiwanischen Austausch diskutieren.
Die Berlin Freedom Week geht auf eine Initiative der Axel Springer Freedom Foundation gGmbH, der Berlin Freedom Society e. V., der Robert-Havemann-Gesellschaft e. V., des World Liberty Congress und von visitBerlin zurück. Die Berlin Freedom Society e. V. veranstaltet die Berlin Freedom Conference. Die Axel Springer Freedom Foundation gGmbH, der World Liberty Congress und visitBerlin wirken bei der Umsetzung mit. Die Senatskanzlei Berlin, Airbnb und die Berliner Sparkasse förderten beide Formate. Zu den weiteren Förderern zählten die Postcode Lotterie, die Civitas-Bernhard-Vogel-Stiftung und die Jacob Waitz Industrie GmbH. Als Medienpartner begleiten der Tagesspiegel, die Deutsche Welle, radio3 und WALL die Freiheitswoche.
Weitere Informationen: Alles über Berlins offizielle Tourismus- und Kongressorganisation | about.visitBerlin.de
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