Erster Nachhaltigkeitsbericht des DJH Bayern nach VSME-Standard
Der Landesverband Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk hat für das Geschäftsjahr 2025 erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht vorgelegt. Er folgte dem freiwilligen VSME-Standard, der für nicht börsennotierte kleine und mittlere Unternehmen entwickelt wurde. Zur Berichterstattung war der gemeinnützige Verein nicht verpflichtet. Erfasst wurden die Geschäftsstelle in München und 35 eigene Standorte.
Der Bericht setzte die Nachhaltigkeitsarbeit fort, die das DJH Bayern seit 2016 aufbaute. Umwelt-, Sozial- und Governance-Kennzahlen seien nun nachvollziehbar dargestellt worden. Leitend sei der Auftrag geblieben, jungen Menschen Bildung, Begegnung und Naturerfahrung zu ermöglichen, unabhängig von Herkunft und finanziellen Möglichkeiten. Zugleich gelte das Ziel, die Lebensgrundlage künftiger Generationen zu schützen.
Die Emissionen sollen sich auf insgesamt 5.851,30 Tonnen CO2-Äquivalente belaufen haben, umgerechnet 6,32 Kilogramm pro Übernachtung. Den größten Anteil habe die Wertschöpfungskette getragen. 3.504,20 Tonnen und damit 59,90 Prozent der Gesamtmenge seien vor- und nachgelagert entstanden, vor allem durch eingekaufte Waren und Dienstleistungen. Direkte Emissionen aus Scope 1 sollen 2.100,40 Tonnen betragen haben. Eingekaufte Energie in marktbasierter Berechnung aus Scope 2 habe mit 246,80 Tonnen zu Buche geschlagen. Ergänzend habe der Bericht für Scope 2 1.650,50 Tonnen ausgewiesen. Nach Angaben des Berichts sollen damit Beschaffung und Verpflegung als zentrale Stellhebel in den Vordergrund gerückt sein.
Der Gesamtverbrauch habe 2025 bei 14.047,90 MWh gelegen. Erneuerbare Energien sollen davon 31,20 Prozent gestellt haben, beim Strom 94,40 Prozent. Bis 2030 sollen die Emissionen aus Scope 1 und 2 gegenüber 2022 um mindestens 30 Prozent sinken. Der Anteil erneuerbarer Energien soll auf über 50 Prozent steigen. Je Übernachtung sei der Energieverbrauch bei 15,20 kWh gelegen, auch dieser Wert soll sinken. Als Stellhebel nannte der Bericht energetische Sanierungen, effizientere Heizungen, digitales Energiemonitoring, LED-Beleuchtung und wassersparende Armaturen.
Erstmals habe der Verband 2025 eine Klimarisikoanalyse für alle 35 in Eigenregie betriebenen Standorte erstellt. Freiwillig sei eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse in Anlehnung an europäische Berichtsstandards hinzugekommen. Sie habe Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft erfasst ebenso wie finanzielle Risiken und Chancen.
Künftig sollen Starkregen, Hochwasser, Hitze und abnehmende Schneesicherheit stärker in Entscheidungen über Investitionen, Instandhaltung und Krisenvorsorge einfließen. 15 Standorte sollen in oder nahe Schutzgebieten liegen. Deshalb sollen naturnahe Pflege und der Schutz von Lebensräumen für den Landesverband einen hohen Stellenwert haben. In der Verpflegung habe ein laufend kontrollierter Mindestwert von 20 Prozent Bio-Anteil gegolten. Regionale und pflanzenbasierte Angebote sollen zunehmen.
63,50 Prozent der Beschäftigten seien Frauen gewesen, 68,50 Prozent sollen einen unbefristeten Vertrag gehabt haben. Im Berichtsjahr habe der Verband acht meldepflichtige Arbeitsunfälle registriert. Bei gleicher Funktion und Rolle sollen Mitarbeiter*innen identische Gehälter erhalten haben. Alle Beschäftigten sollen mindestens den gesetzlichen Mindestlohn erhalten haben.
Elke Molkow, Referentin für Nachhaltigkeit beim DJH Bayern, erklärte: „Wir sind stolz darauf, unsere Verantwortung nicht nur zu beschreiben, sondern zunehmend mit Daten zu hinterlegen. Der erste Nachhaltigkeitsbericht zeigt, welche Hebel wir nutzen und wo wir genauer werden müssen. So können wir unsere Häuser Schritt für Schritt zukunftsfester machen und unseren Beitrag zum Klimaschutz nachvollziehbar steuern.“
Zudem betonte Molkow: „Gemeinwohlorientierung heißt für uns als DJH Bayern, Verantwortung über den Aufenthalt hinaus zu übernehmen. Wir wollen jungen Menschen Zukunftskompetenzen vermitteln und die ökologischen, sozialen und gesellschaftlichen Folgen unseres Betriebs ernst nehmen. Der Bericht gibt uns eine ehrliche Grundlage, Fortschritte zu verfolgen und offene Aufgaben anzugehen.“
Der Bericht nannte zugleich Grenzen der Ersterhebung. Vorjahreswerte fehlten, da die Daten erstmals erfasst worden seien. Wasserverbräuche sollen erst seit Juli 2025 standortübergreifend und systematisch vorliegen. Abfallmengen sollen teilweise auf Hochrechnungen basiert haben. Für Scope 3 sollen quantifizierte Reduktionsziele gefehlt haben. Die Emissionsbilanz gelte daher als Ausgangsbasis und nicht als Nachweis erreichter Einsparungen. Die nächste Treibhausgasbilanz plane das DJH Bayern für 2027. Bis dahin sollen Daten, Ziele und Maßnahmen weiter konkretisiert werden.
Weitere Informationen: DJH Jugendherbergen und Hostels in Bayern
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