Capture of Dresden's historic skyline with blooming trees in spring.

Dresdner Tourismusbranche verzeichnet hohes Interesse an Ausbildungsplätzen

Die Dresdner Tourismusbranche registrierte im Ausbildungsjahr 2026 eine hohe Nachfrage nach Ausbildungsplätzen. Das zeigte eine Umfrage des Tourismusverbandes Dresden e. V. unter rund 100 Mitgliedsunternehmen. Hotels und gastronomische Betriebe berichteten von mehr Bewerbungen und einer gestiegenen Qualität der Bewerberinnen und Bewerber.

„Eine aktuelle Umfrage des Tourismusverbandes Dresden unter seinen rund 100 Mitgliedsunternehmen zeigt erfreulicherweise ein großes Interesse an Ausbildungsberufen in Hotellerie und Gastronomie und auch der Kochberuf ist inzwischen wieder sehr gefragt“, sagte Sebastian Klink, Vorsitzender des Verbandes und Direktor des Bilderberg Hotels Bellevue.

Der Verband befragte neben Hotels und gastronomischen Einrichtungen auch Museen, Veranstalter und weitere touristische Dienstleister. Die Unternehmen meldeten ein breites Interesse an unterschiedlichen Berufsbildern. Dazu zählten Hotelfachleute, Kaufleute für Hotelmanagement, Fachleute für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie, Fachkräfte Küche sowie Kaufleute für Tourismus und Freizeit.

Auch die Zahlen der Industrie- und Handelskammer Dresden wiesen auf eine stabile Entwicklung hin. Bis zum 31. Juli 2026 habe die IHK 526 neue Ausbildungsverträge in Gastronomie, Hotellerie und Tourismus registriert. Im Vorjahr sei die Zahl bei 558 gelegen. In den Jahren zuvor seien es 390 Verträge im Jahr 2022, 413 im Jahr 2023 und 478 im Jahr 2024 gewesen.

Auf einzelne Ausbildungsberufe entfiel ein großer Teil der Verträge. Die IHK Dresden habe 186 neue Verträge für Köchinnen und Köche gezählt, 135 für Fachleute für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie, 102 für Hotelfachleute und 29 für Fachkräfte Küche.

„Die Rückmeldungen unserer Mitgliedsunternehmen sind wirklich erfreulich. Viele Hotels berichten uns, dass sie in diesem Jahr nicht nur besonders viele Bewerbungen erhalten haben, sondern dass auch die Qualität der Bewerberinnen und Bewerber ausgesprochen hoch ist. Das ist nach den schwierigen Jahren bei der Nachwuchsgewinnung ein sehr positives Signal für unsere Branche“, sagte Diana Maatz, Vorstandsmitglied des Tourismusverbandes Dresden.

Die Unternehmen beobachteten vor allem beim Beruf Koch und Köchin eine Veränderung. Das Berufsbild galt lange als schwer zu besetzen. Kochshows im Fernsehen, Streamingangebote und Beiträge in sozialen Medien könnten dazu beitragen haben, dass Jugendliche den Beruf wieder stärker wahrnehmen. Die Formate stellten Kochen als kreative und handwerkliche Tätigkeit dar. Zudem gelte der Beruf als weniger leicht durch Künstliche Intelligenz ersetzbar.

Martin Raich, Generalmanager des Hilton Dresden, berichtete von 14 Einstellungen innerhalb von zwei Wochen. Auch Stephan Becker, Direktor des Gewandhaus Dresden, Autograph Collection, und Vorsitzender der Dresdner Hotelallianz, beobachtete eine positive Entwicklung.

„Wir erleben in diesem Jahr nicht nur eine erfreulich große Zahl an Bewerbungen, sondern auch eine gute Qualität. Viele junge Menschen setzen sich sehr bewusst mit den Berufen auseinander und wissen, warum sie in die Hotellerie oder Gastronomie möchten. Besonders schön ist für uns, dass wir in unserem Kuchen-Atelier in diesem Jahr sogar eine angehende Konditorin begrüßen können. Das zeigt, wie vielfältig die beruflichen Möglichkeiten in einem Hotel heute sind.“

Die Ausbildungsbetriebe erhielten zudem Bewerbungen aus dem Ausland. Axel Klein, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Sachsen, nannte Vietnam, Nepal, Venezuela, Albanien und die Ukraine als Herkunftsländer. Viele dieser Bewerberinnen und Bewerber seien im Durchschnitt älter als deutsche Schulabgänger gewesen. Internationale Nachwuchskräfte spielten für zahlreiche Betriebe eine wichtige Rolle bei der Ausbildung und Fachkräftesicherung.

„Tourismus lebt von Menschen, von Gastfreundschaft und von ganz unterschiedlichen Talenten und Lebenswegen. Deshalb ist es eine große Chance, wenn sich sowohl junge Menschen aus Dresden und der Region als auch Bewerberinnen und Bewerber aus anderen Ländern bewusst für unsere Branche entscheiden“, sagte Klink.

Der Tourismusverband Dresden will die Aktivitäten zur Nachwuchsgewinnung fortsetzen. Der Verband hat gute Ausbildungsbedingungen, intensive Betreuung, Praktika und eine frühzeitige Berufsorientierung als wichtige Faktoren gesehen. Martin Raich forderte, die aktuelle Entwicklung zu nutzen.

„Wir erleben gerade, dass Berufe in Hotellerie und Gastronomie wieder stärker als das wahrgenommen werden, was sie sind – abwechslungsreiche Berufe mit viel Kontakt zu Menschen, internationalen Perspektiven, sehr unterschiedlichen Karrierewegen und auch nicht in Gefahr, kurzfristig durch KI ersetzt zu werden. Auch das ist inzwischen für viele Bewerber ein Argument für die Berufswahl in unserer Branche. Diesen Schwung müssen wir jetzt mitnehmen“, sagte Raich.

Weitere Informationen: TVDD – Tourismusverband Dresden e.V.

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