Booking.com erwartet neun Reisetrends für 2027

Für 2027 sieht Booking.com einen Wandel im Reiseverhalten deutscher Urlauberinnen und Urlauber. Gefühle, ungewöhnliche Erlebnisse und das Budget gewinnen bei der Planung an Gewicht. Zum elften Mal veröffentlichte das Unternehmen seine Reiseprognosen. Grundlage waren eine Verbraucherumfrage und Erkenntnisse aus der Reisebranche. Zum 30-jährigen Bestehen flossen zusätzlich Einschätzungen der eigenen Reise- und Technologieexpert:innen** ein. Booking.com nennt neun Reisetrends für 2027.

1. Reisen mit Plot-Twist – positive Selbstsabotage

Im Alltag sind wir quasi daueronline und von sich ständig weiterentwickelnden Algorithmen und schier endlosen Social-Media-Feeds beeinflusst. Es scheint fast unmöglich, sich von diesen äußeren Einflüssen und dem sozialen Druck zu lösen.

Reisen mit Plot-Twist sind das Kontrastprogramm zur Vorhersehbarkeit. Es geht darum, sich vom gewohnten Reisestil zu lösen, Algorithmen zu ignorieren und etwas ganz Besonderes zu unternehmen.

Etwas mehr als zwei Drittel der Reisenden (67%) sind davon angetan und sagen, dass ihre nächste Reise sie (und andere) auf irgendeine Weise überraschen soll. Viele Reisende (36%) möchten Familie und Freunde mit Urlaubsbildern überraschen, nur um ihre Reaktion zu sehen. Vielleicht ist es an der Zeit, den jährlichen Strandurlaub gegen einen durchgeplanten Städtetrip einzutauschen.

2. All-exclusive-Urlaub – Qualität vor Quantität

Die neuesten Ernährungstrends, von High-Protein bis Fibermaxxing, wirken sich unbestreitbar auf die Haltung der Menschen gegenüber Essen aus. Das wird sich nächstes Jahr auch im Urlaub niederschlagen: 67% der Reisenden sagen, dass ihre Wahl des Reiseziels durch mindestens eine Lebensstiländerung beeinflusst wurde.

Doch nicht nur auf die Wahl des Reiseziels hat dies Auswirkungen. Viele Reisende achten unabhängig vom Ziel auf Speisen- und Getränkeoptionen, die ihren gesundheitlichen Prioritäten entsprechen: 23% wünschen sich alkoholarme oder -freie Getränkealternativen und 35% legen Wert auf proteinreiche Mahlzeiten. Der Appetit auf Urlaub, der gesünderen Lebensweisen entspricht, wächst.

3. Soziale Währung – adieu Gästeliste

Die Zeiten, in denen Freunde und Familie in den Urlaub eingeladen wurden, weil es sich so gehört, sind vorbei: 2027 bestimmt soziale Währung die Reiseplanung. So wird etwa, um die Reisekasse zu schonen, lieber der sparsame Freund eingeladen, der alle erschwinglichen Orte kennt, als ein Familienmitglied, das man normalerweise mitnehmen müsste.

Schon 50% der Reisenden räumen ein, dass sie wegen unterschiedlicher Budgets oder zu hoher Kosten von gemeinsamen Reisen Abstand genommen haben. Dieser Ausgabentrend ist besonders bei der Gen Z präsent. In dieser Altersgruppe geben 62% an, dass sie schon einmal Unstimmigkeiten wegen unterschiedlicher Ausgaben bei Urlaubsreisen erlebt haben. Das sind mehr als doppelt so viele wie bei den Babyboomern (27%). Wen streichen Sie nächstes Jahr von der Gästeliste?

Infografik Booking.com

4. Reisen mit Gruselfaktor – nur keine Angst

Manche Reisende wollen nicht nur einen Tapetenwechsel. Sie suchen aktiv nach übersinnlichen Erlebnissen mit Gänsehautgarantie. Reisende aus aller Welt haben offenbar Lust, sich unterwegs zu gruseln: Knapp zwei Drittel (65%) bekunden Interesse an Urlaubsreisen mit Horror-, Gothic- oder Thriller-Elementen.

Wenn Sie den klassischen Stadtrundgang gegen eine etwas schaurigere Erfahrung wie die Besichtigung gotischer Architektur (23%), von Horrorfilm-Drehorten (22%) oder True-Crime-Schauplätzen (20%) eintauschen, werden Sie sicher auf andere Gruselfans treffen, die sich auf ihrer Reise mit Fragen rund um Leben, Tod und Jenseits beschäftigen möchten.

5. Hightech-Reisen – unterstützt durch KI

Wenn Sie sich nur im Urlaub so richtig entspannen können, geht es Ihnen wie vielen. Die Mehrheit der Befragten (89%) hält es für wichtig, auf Reisen ganz von der Arbeit getrennt zu sein. Um ganz sicherzugehen, dass nichts die Ruhe stört, wollen viele Reisende nächstes Jahr auf modernste technische Hilfsmittel setzen.

Die KI soll Urlaubern dann nicht nur bei der Reiseplanung helfen, sondern sie auch im Büro vertreten, während sie unterwegs sind. Fast ein Viertel (24%) der berufstätigen Reisenden möchte KI nutzen, um tägliche Aufgaben zu erledigen, wie z.B. das Beantworten von E-Mails und Abarbeiten der To-do-Liste.

Reisende sind überzeugt: Wenn der Papierkram zu Hause in guten Händen ist, können sie ihren Urlaub besser genießen. 56% stimmen zu, dass die Rückkehr zu einem geordneten Posteingang die Freude am Reisen steigern würde. Lassen auch Sie sich den Urlaub nicht mehr durch die Furcht vor dem ersten Arbeitstag vermiesen.

6. Hotel im Himmel – der Urlaub beginnt mit dem Boarding

Bei der Urlaubsplanung konzentrieren Sie sich wahrscheinlich auf den Part nach der Landung: wo Sie übernachten, wie Sie dorthin kommen und was Sie unternehmen wollen. Doch beim Flug könnte noch etwas anderes als der Preis und die Abflugzeit interessant sein – nämlich die Ausstattung und Annehmlichkeiten an Bord.

Nächstes Jahr wollen mehr Reisende schon beim Boarding in Urlaubsstimmung kommen. Sie möchten sich während des Fluges optimal entspannen und auf die andere Zeitzone am Reiseziel einstellen.

Dabei sind Annehmlichkeiten an Bord nicht nur etwas für Reisende der Ersten Klasse. Extras wie Hinweise zur Reduzierung von Jetlag, Familienaktivitäten und die Möglichkeit, Kindergerichte im Voraus zu bestellen, wären für 18, 17 bzw. 12% der Reisenden ein Argument, eher einen Langstreckenflug zu buchen. Warten Sie nicht bis zur Landung – das Boarding ruft.

7. Reisen nach Bauchgefühl – Hauptsache wohlfühlen

Wer braucht schon eine Landkarte, wenn er sich von Gefühlen leiten lassen kann? 81% der Reisenden sagen, für sie sei das Urlaubsziel an sich zweitrangig, solange es ein bestimmtes Gefühl bei ihnen auslöst. Die Bu­cket­list hat ausgedient, jetzt steht Journaling auf dem Programm.

76% der Reisenden wollen dies nächstes Jahr in die Tat umzusetzen: Sie können sich vorstellen, eine Suchfunktion oder einen Filter zu nutzen, um eine Reise zu finden, die einer bestimmten Stimmung entspricht. Diese technische Herangehensweise an die eigenen Emotionen ist besonders bei Gen Z und Millennials beliebt. Beide würden solche Tools für ihre nächste Urlaubsplanung nutzen (87 bzw. 85%). 61% aller Reisenden wären sogar bereit, einem Reiseanbieter Daten über ihre Gefühlslage bereitzustellen, um den passenden Urlaub zu finden.

8. Fitnessurlaub – gemeinsam schwitzen

Möchten Sie auch im Urlaub in Bewegung bleiben? Dann geht es Ihnen wie 81% der Reisenden, die angeben, dass sie im Urlaub in irgendeiner Form körperlich aktiv waren. Die Popularität von Aktivreisen nimmt stetig zu.

Ob Marathonlauf, Spinning-Kurs oder Joggen im Park – nächstes Jahr möchten Reisende ihre Begeisterung mit anderen Sportfans teilen. Der Fokus liegt klar auf dem Gemeinschaftsgefühl: 66% der Reisenden, die zuvor alleine unterwegs waren, haben beim Sport im Urlaub Kontakte geknüpft. Wenn Sie mit jemandem verreisen möchten, der jede Anstrengung mitmacht, ist dies der passende Trend für Sie.

Was auch immer Ihr Antrieb für Aktivurlaub ist – ob Sie wie 31% der Reisenden die Natur genießen oder wie 23% einfach fit bleiben wollen – suchen Sie sich Ihren Trainingspartner, packen Sie die Carbonschuhe ein und visieren Sie Ihre persönliche Bestzeit an.

9. Therapeutisches Reisen – Urlaub als Beziehungsprüfung

Seit jeher ist Urlaub eine Gelegenheit, die Anforderungen und den Stress des Alltags hinter sich zu lassen. 2027 hinterfragen Paare diese Vorstellung und betrachten Reisen als Gelegenheit, schwierige Gespräche zu führen, ihre Beziehung auf den Prüfstand zu stellen und gestärkt nach Hause zurückzukehren. 

Paare sind bereit, sich Konflikten zu stellen: Fast die Hälfte (47%) aller Befragten, die mit dem Partner oder der Partnerin reisen, sehen den Urlaub als Gelegenheit für Beziehungsgespräche. Das beliebteste Setting dafür? Zeit in der Natur (38%). Diese Menschen wollen im Urlaub auch auf eine emotionale Reise gehen.

Norman Ladig, Regional Manager D-A-CH bei Booking.com, ordnete die Trends ein: „Beim Reisen geht es immer weniger darum, einem festen Schema zu folgen, sondern vielmehr darum, die eigene Persönlichkeit auszudrücken. Reisende stellen gängige Vorstellungen darüber in Frage, wie, warum und mit wem wir reisen. Technologie gibt ihnen dabei mehr Freiheit, dies selbstbewusst zu tun. Bei Booking.com gestalten wir aktiv die Zukunft des Reisens mit, indem wir KI mit noch stärkerer Personalisierung verbinden, um jeden Schritt der Reise auf individuelle Absichten und Emotionen zuzuschneiden und es so für jeden einfacher zu machen, die Welt zu erleben – zu ihren eigenen Bedingungen.“

Methodik

Die Umfrage richtete sich an Erwachsene, die in den kommenden 12 bis 24 Monaten geschäftlich oder privat reisen wollen. Booking.com befragte im Juli und August 2026 insgesamt 28.230 Personen in 32 Ländern und Regionen online. Die Fehlermarge betrug ± 0,6 %. Die Stichprobengrößen je Markt lauteten: Argentinien 1.003, Australien 1.009, Österreich 505, Belgien 1.004, Brasilien 1.000, Kanada 1.007, Kolumbien 1.012, Kroatien 508, Dänemark 505, Frankreich 1.004, Deutschland 1.005, Griechenland 503, Indien 1.005, Irland 518, Italien 1.004, Japan 1.006, Saudi-Arabien 509, Mexiko 1.007, Niederlande 1.006, Neuseeland 1.008, Portugal 1.006, Singapur 508, Südkorea 1.008, Spanien 1.013, Schweden 507, Schweiz 503, Taiwan 505, Thailand 1.007, VAE 511, Großbritannien 2.017, USA 2.013 und Vietnam 504.

**Mitarbeitende von Booking.com brachten in Umfragen und Fokusgruppen Beobachtungen zu veränderten Reisegewohnheiten und neuen Reisesignalen ein. Diese flossen in Trendfelder und Verbraucherumfragen ein.

Weitere Informationen:  Auf der Suche nach Überraschungen: die Booking.com Reisetrends 2027

Bild © RDNE Stock project/Pexels, Infografik Booking.com