AUMA legt Befragung zu Besucherbedürfnissen vor

Messen in Deutschland haben jährlich rund 13 Millionen Besucherinnen und Besucher angezogen. Der Verband der deutschen Messewirtschaft AUMA hat nun erstmals ermittelt, welche Gründe Fach- und Privatpublikum zum Messebesuch bewegten. Die Frage hat an Gewicht gewonnen, da die Digitalisierung rasch vorangeschritten ist. Nach Angaben des Verbands berichteten Aussteller und Veranstalter in den jährlichen Befragungen zunehmend, dass es schwierig geworden ist, Besucher an den Stand zu holen. Die Studie „Was Besucher heute von Messen erwarten: Bedürfnisse zwischen Zufall und Struktur“ liegt nun vor.

Insgesamt sollen die 1.855 Befragten Messen als wichtig und hochwertig beurteilt haben. Über 71 Prozent sollen Messen für eine verlässliche Informationsquelle gehalten haben. Am stärksten wirkte, was digital kaum zu leisten sei: der direkte Austausch zwischen Menschen. Dabei hatten zufällige Begegnungen den größten Stellenwert. Messen haben so geplante Gespräche mit spontanen Kontakten verbunden.

Knapp 82 Prozent der Befragten sollen bestätigt haben, dass sie auf Messen Erfahrungen machten, die online so nicht möglich waren. Das sei der stärkste Zuspruch in der gesamten Umfrage gewesen. Produkte ließen sich vor Ort anfassen, Informationen wandelten sich in Eindrücke. 72 Prozent sollen gesagt haben, dass Innovationen auf Messen verständlich dargestellt wurden. Messen dienten damit nicht allein als Präsentationsfläche für Neuheiten, sondern auch zur Einordnung von Themen.

Besucher nahmen Messen als vielfältig, neu und gut organisiert wahr. 73 Prozent sollen die Stimmung als offen und ungezwungen empfunden haben. Die gute Organisation galt als wichtigstes Qualitätskriterium. Alle Besuchergruppen sollen sie ähnlich bewertet haben.

Digitale Angebote spielten für die Erwartungen der Besucher eine untergeordnete Rolle. Sie wünschten sich vor allem einen konzentrierten Marktüberblick und die Möglichkeit, Produkte direkt auszuprobieren. Ganz oben auf der Liste standen klar strukturierte Angebote und eine verlässliche Wegführung auf dem Gelände. Die Besucher forderten eine stärkere Lenkung durch die Messe.

Viele Besucher entschieden kurzfristig, ob sie eine Messe besuchen. Knapp 40 Prozent sollen die Entscheidung ein bis vier Wochen vor Start getroffen haben, rund 23 Prozent noch kurzfristiger.

Eine persönliche Empfehlung motivierte am häufigsten zum Messebesuch. Privatbesucher richteten ihr Augenmerk zuerst auf Ticketpreise und Anfahrtsweg, danach erst auf die Aussteller. Etwa 40 Prozent der Messen in Deutschland sollen sich an Endverbraucher gerichtet haben, 60 Prozent an Fachpublikum. Bei Fachbesuchern zählte vor allem die Qualität des Angebots. Für rund 60 Prozent sei die Relevanz der Aussteller das wichtigste Kriterium gewesen, gefolgt von Anreise und Eintrittspreis.

Die Erhebung umfasste deutschsprachige Messebesucherinnen und -besucher im Alter von 18 bis 64 Jahren. Alle sollen zwischen April 2025 und April 2026 mindestens eine Messe in Deutschland besucht haben.

Weitere Informationen: AUMA – Verband der deutschen Messewirtschaft | AUMA

Bild © RX Deutschland/Carlotta Roob Foto & Videografie – Im Kern erleben Besucherinnen und Besucher Messen als abwechslungsreich, innovativ und professionell organisiert, zeigt die neue AUMA-Studie „Was Besucher heute von Messen erwarten: Bedürfnisse zwischen Zufall und Struktur“.