Visit Düsseldorf: Studie zeigt Entwicklung der internationalen Patientenversorgung
Ausländische Patientinnen und Patienten sind für medizinische Behandlungen nach Düsseldorf und in die Region gekommen. Eine Studie von Düsseldorf Marketing im Auftrag der IHK Düsseldorf und von Visit Düsseldorf untersuchte, wie sich diese Nachfrage entwickelte, aus welchen Ländern die Menschen stammten und welche Hürden die Einrichtungen bewältigen mussten.
Nachfrage entwickelt sich unterschiedlich
Für 34 Prozent der Befragten sei die Nachfrage internationaler Patientinnen und Patienten in den vergangenen drei Jahren gewachsen. 47 Prozent sollen keine Veränderung verzeichnet haben, 17 Prozent einen Rückgang. Kliniken und Privatkliniken sollen überdurchschnittlich häufig von einer positiven Entwicklung berichtet haben.
Die meisten Einrichtungen sollen pro Jahr bis zu 50 internationale Patientinnen und Patienten behandelt haben. Check-ups, spezialisierte Behandlungen und chirurgische Eingriffe sollen dabei am häufigsten auf dem Programm gestanden haben.
Niederlande und Golfstaaten sind zentrale Herkunftsmärkte
Die Niederlande sollen 43 Prozent der Befragten als häufigstes Herkunftsland genannt haben. Patientinnen und Patienten aus dem Nachbarland sollen vor allem Check-ups gesucht haben, die es dort nicht gebe, sowie kürzere Wartezeiten für Operationen in Düsseldorf. Auch die räumliche Nähe sei ein Faktor gewesen.
Außerhalb Europas stammten die meisten Patientinnen und Patienten aus der Golfregion. Saudi-Arabien sollen 31 Prozent genannt haben, die Vereinigten Arabischen Emirate 29 Prozent und Kuwait 24 Prozent. Deutschland gelte dort seit Langem als Standort für medizinische Versorgung. Düsseldorf habe zusätzlich luxuriöse Angebote beim Shopping und in der Hotellerie geboten. Hinzu seien gute Flugverbindungen gekommen.
Kliniken und Privatkliniken behandelten Patientinnen und Patienten aus diesen Märkten besonders oft. Gefragt gewesen seien Check-ups, spezialisierte Behandlungen und chirurgische Eingriffe.
„Die Ergebnisse zeigen, wie unterschiedlich der internationale Patientenmarkt in Düsseldorf und der Region ist. Während die Niederlande bei besonders vielen Einrichtungen als Herkunftsland genannt werden, spielt die Golfregion insbesondere für Kliniken und Privat-Kliniken eine wichtige Rolle. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Behandlung internationaler Patientinnen und Patienten nicht nur medizinische, sondern auch sprachliche und organisatorische Anforderungen mit sich bringt“, sagte Jens Ihsen, Geschäftsführer von Visit Düsseldorf.
Dokumentation und Sprache erschweren die Betreuung
79 Prozent der Befragten sollen in der medizinischen Vorgeschichte und in der Dokumentation eine Schwierigkeit gesehen haben. Rund drei Viertel sollen Sprach- und Kommunikationsprobleme sowie Abrechnung, Versicherung und Verwaltung genannt haben.
Bei den Zusatzleistungen klafften Bedarf und Angebot auseinander. 70 Prozent sollen Übersetzung und Dolmetschen für nötig gehalten haben, 51 Prozent sollen diese Leistungen selbst angeboten haben. Bei der Unterkunft sei der Bedarf bei 49 Prozent gelegen, das eigene Angebot bei 32 Prozent. Auch bei Visa-Hilfe und Transfers sollen sich Bedarf und Angebot unterschieden haben.
Einrichtungen wollen bessere Koordination
Der Aufenthalt habe mehr als die Behandlung umfasst. Dazu sollen die Verständigung mit den Patientinnen und Patienten, die Suche nach geeigneten Unterkünften und die Organisation von Transfers gehört haben.
57 Prozent der Einrichtungen sollen sich Hilfe bei der Weiterleitung von Patientenanfragen gewünscht haben, 56 Prozent bei der Vermittlung von Kontakten. Besonders Kliniken und Privatkliniken sollen dieses Interesse gehabt haben. Als Handlungsfelder habe die Studie eine bessere Abstimmung bei Anfragen und Kontakten sowie die Zusammenarbeit mit spezialisierten Dienstleistern, Hotels und Mobilitätsanbietern genannt.
„Für internationale Patientinnen und Patienten sind neben der medizinischen Behandlung häufig weitere Leistungen wichtig – von der sprachlichen Unterstützung bis zur Unterkunft. Die Studie zeigt, wo Einrichtungen Unterstützung wünschen. Als Tourismusorganisation können wir dazu beitragen, medizinische Einrichtungen und passende Dienstleister besser miteinander zu vernetzen“, sagte Ihsen.
Visit Düsseldorf vermittelte bereits Anfragen und Kontakte zwischen Partnern. In den Niederlanden ermöglichte eine Kooperation mit der Zapper Group die Buchung von Check-up-Paketen über das B2B-Toolkit der Zapper Group Amsterdam. Beteiligt seien Düsseldorfer Check-up-Kliniken aus dem Health Tourism Netzwerk.
Hotellerie und Dienstleister profitieren ebenfalls
Die Tourismuswirtschaft soll von internationalen Behandlungen profitieren können. Ambulante Eingriffe sollen meist ein bis fünf Tage gedauert haben, stationäre Aufenthalte in der Regel länger. Kliniken sollen am häufigsten eine durchschnittliche Dauer von einer Woche genannt haben.
Begleitende Angehörige sollen Übernachtungen gebucht, auswärts gegessen, Transportangebote und weitere Services genutzt haben. Dadurch seien wirtschaftliche Effekte über die Einrichtungen hinaus entstanden. Diese Effekte untersuchte die Studie nicht.
Ergebnisse beim Health Marketing Forum
Am 7. Oktober 2026 präsentierte die Studie ihre Ergebnisse beim Health Marketing Forum im Hyatt Regency Düsseldorf. Fachleute aus Medizin, Hotellerie, Wirtschaft und Tourismus diskutierten, welche Folgen die Befunde für den Gesundheits- und Tourismusstandort Düsseldorf haben könnten.
Hintergrund der Studie
Das Marktforschungsinstitut K&A BrandResearch AG befragte 340 Mediziner*innen aus Düsseldorf und Umgebung. Die Befragten behandelten regelmäßig Patientinnen, die für eine medizinische Versorgung aus dem Ausland anreisten. Die telefonischen Interviews fanden zwischen dem 4. Dezember 2025 und dem 28. Januar 2026 statt. Konzeption, Fragebogen und Auswertung verantwortete Düsseldorf Marketing.
Weitere Informationen: Visit Düsseldorf – Düsseldorf erleben
Bild © Visit Düsseldorf – Franziska Neder, Head of Insights & Participation bei Düsseldorf Marketing, präsentierte die Studie beim 8. Health Marketing Forum.
