Young woman sitting confidently in a modern office for a job interview.

Unternehmen setzen zunehmend KI im Bewerbungsprozess ein

KI hat in deutschen Unternehmen bislang selten in den Bewerbungsprozess eingegriffen. Zwölf Prozent nutzten entsprechende Anwendungen bereits. Die übrigen 88 Prozent konnten sich einen künftigen Einsatz vorstellen. Das ging aus einer repräsentativen Bitkom-Umfrage unter 602 Unternehmen ab drei Beschäftigten hervor. Bitkom Research führte die Befragung 2026 telefonisch durch.

Am häufigsten sei KI derzeit beim Verfassen von Stellenanzeigen zum Einsatz gekommen. Neun Prozent der Unternehmen sollen sie dafür genutzt haben. Weitere 59 Prozent sollen das in Betracht gezogen haben. Drei Prozent sollen Anzeigen bereits mithilfe einer KI-Analyse gezielt an bestimmte Zielgruppen ausgespielt haben. 46 Prozent sollen sich das künftig vorstellen können.

Bei der Sichtung von Bewerbungen sollen sechs Prozent der Unternehmen KI eingesetzt haben. 27 Prozent sollen dies in Erwägung gezogen haben. Kompetenz- und Potenzialanalysen mithilfe von KI sollen fünf Prozent genutzt haben. 34 Prozent sollen sich dafür offen gezeigt haben. Bewerbungsgespräche mit einer KI sollen bislang zwei Prozent der Unternehmen geführt haben. 17 Prozent sollen sich diesen Einsatz künftig vorstellen können.

Bitkom hat beim Einsatz der Technologie im Personalwesen noch offene Fragen gesehen. „Technisch ist in Bewerbungsverfahren vieles möglich und noch mehr denkbar“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Gerade im hochsensiblen Personalwesen braucht es für den KI-Einsatz klare und verständliche Regeln, an die sich auch alle halten.“ Der gesetzliche Rahmen, wie er durch den so genannten AI Act der EU geschaffen werde, lasse aber viele Fragen offen, besonders was den Einsatz von Hochrisiko-KI angehe. Bitkom forderte hier dringende Klarstellungen.

„Im Personalwesen besteht hohes Interesse am Einsatz von KI“, so Rohleder. „Was Unternehmen jetzt brauchen, ist vor allem Rechtssicherheit bei der Umsetzung des AI Acts.“

Digitale Bewerbungswege seien bereits deutlich verbreiteter. Alle befragten Unternehmen sollen Bewerbungsunterlagen digital entgegengenommen haben. 73 Prozent sollen einen Bewerberpool geführt haben, in den Interessierte für weitere offene Stellen aufgenommen werden können. Die Hälfte habe Gespräche per Videokonferenz ermöglicht. Weitere 34 Prozent sollen sich das vorstellen können. 37 Prozent sollen digitale Assessment-Center oder Online-Testverfahren angeboten haben. Bei 32 Prozent sollen sich Arbeitsverträge digital unterzeichnen lassen.

Bitkom Research befragte die Unternehmen von Kalenderwoche 18 bis Kalenderwoche 25 im Jahr 2026. Die Frage lautete, welche digitalen Anwendungen sie im Bewerbungsprozess bereits einsetzen oder künftig nutzen möchten.

Weitere Informationen: Startseite Bitkom e. V.

Bild © Tima Miroshnichenko/Pexels