GCB rückt Digitalisierung, Quellmärkte und Mobilität in den Fokus

Das GCB German Convention Bureau e. V. hat bei seiner Mitgliederversammlung am 18. Juni 2026 in Seeheim zentrale Zukunftsfragen für den Tagungs- und Kongressstandort Deutschland behandelt. Im Mittelpunkt standen die Digitalisierung des Angebots, die Entwicklung internationaler Quellmärkte und die künftige Rolle der Mobilität für Business Events.

Im Rahmen der Veranstaltung im Lufthansa Seeheim Hotel stellte das GCB erstmals die digitale „Meetings Ecosystem Map“ vor. Das neue Angebot verknüpfte Daten zu wissenschaftlichen Kompetenzen, Infrastruktur und Leistungsangeboten des Veranstaltungsstandortes Deutschland. Nach Angaben des GCB soll das Tool Veranstaltern helfen, geeignete Orte für Meetings, Tagungen und Kongresse zu identifizieren. Zum Start hat die Anwendung die Profile der GCB-Mitglieder enthalten. Das Bureau wolle sie schrittweise um weitere Daten und Anwendungsfälle ergänzen.

Matthias Schultze, Geschäftsführer des GCB, sagte: „Offene, integrierte und konsistente Datenstrukturen sind einer der zentralen Faktoren für das Gelingen der digitalen Transformation. Das GCB verfolgt daher derzeit mehrere miteinander vernetzte Digitalprojekte, um die Sichtbarkeit des Angebots am Tagungs- und Kongressstandort Deutschland zu erhöhen und unser Wissens- und Informationsangebot noch besser bei vielfältigen Zielgruppen zu positionieren.“

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Bewertung internationaler Märkte. Hintergrund war nach Angaben des GCB die steigende Nachfrage nach Veranstaltungen in Deutschland und veränderte Rahmenbedingungen im internationalen Geschäftsumfeld. Dazu zählten Energiepreise, Zollpolitik, demografischer Wandel, Digitalisierung und geopolitische Unsicherheiten. Nach Angaben des GCB seien 80 Prozent der MICE-Reisen nach Deutschland aus dem europäischen Ausland gekommen. Vor diesem Hintergrund wolle die Organisation ihre Marktbearbeitung weiter fokussieren und gemeinsam mit ihren Partnern international ausrichten.

Petra Hedorfer, CEO der Deutschen Zentrale für Tourismus e. V. und Vorsitzende des GCB-Verwaltungsrates, sagte: „Die Rahmenbedingungen für den Geschäftsreisemarkt sind in den letzten anderthalb Jahren deutlich schwieriger geworden. Eskalierende Handelskonflikte und der Nahostkrieg beeinflussen die Weltwirtschaft und damit auch den internationalen Geschäftsreiseverkehr. Zwar behauptet Deutschland bei den promotablen Geschäftsreisen, das heißt den Reisen zu Meetings, Tagungen und Kongressen, mit einem Marktanteil von 9 Prozent seine Spitzenposition auf dem Weltmarkt. Aber Internationalisierung und die digitale Transformation bleiben Schlüsselfaktoren, um weiterhin und langfristig Anschluss- und Wettbewerbsfähigkeit für Deutschland als führende Geschäftsreisedestination sicherzustellen.“

Hedorfer verwies zudem auf die Zusammenarbeit mit der Deutschen Zentrale für Tourismus. Beide Organisationen vermarkten das Reiseland Deutschland nach ihren Angaben gemeinsam in Europa sowie in Überseemärkten wie den USA und China. Projekte zu Digitalisierung und Open Data sollen dabei die Grundlage für KI-Anwendungen schaffen und die Resilienz des Standortes stärken.

Auch die Mobilität spielte bei der Mitgliederversammlung eine wichtige Rolle. Anlass war das 100-jährige Jubiläum der Lufthansa, die das Treffen ausrichtete und zu den Gründungsmitgliedern des GCB gehört. Das GCB wurde 1973 gemeinsam von der Deutschen Zentrale für Tourismus, der Deutschen Bahn und der Lufthansa gegründet. Ein Impulsvortrag von Mobilitätsstratege Dr. Ingo Kucz sowie eine Diskussion mit Heike Boos von der Lufthansa Group und Jan Wolf Baake von DB Vertrieb befassten sich mit der künftigen Entwicklung der Mobilität, der internationalen Erreichbarkeit Deutschlands und Fragen der Resilienz.

Weitere Informationen: gcb.de

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