DTV legt zweite Auflage des Praxisleitfadens für nachhaltige Destinationen vor
Der Deutsche Tourismusverband e.V. hat eine überarbeitete zweite Auflage seines Praxisleitfadens für die nachhaltige Entwicklung von Tourismusdestinationen vorgelegt. Nach Angaben des Verbands soll die Publikation Destinationen dabei unterstützen, Nachhaltigkeit dauerhaft in Strategie und Praxis zu verankern. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zu Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur sozialen Verantwortung. Der Leitfaden entstand gemeinsam mit reCET. Das Bundesamt für Naturschutz förderte das Vorhaben mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.
DTV-Präsident Reinhard Meyer hat auf die wachsende strategische Bedeutung des Themas im Deutschlandtourismus verwiesen. Er sagte: „Unsere gemeinsame Vision bleibt unverändert: Destinationen in Deutschland sollen sich so entwickeln, dass ökologische Tragfähigkeit, wirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung in Einklang stehen. Dass Nachhaltigkeit im Deutschlandtourismus inzwischen strategisch an Bedeutung gewinnt, zeigen auch die Ergebnisse unserer bundesweiten Befragung deutlich. Der Tourismus ist in besonderem Maße auf intakte Natur und die Akzeptanz vor Ort angewiesen – nachhaltiges Handeln ist daher keine Option, sondern Voraussetzung für langfristigen Erfolg“.
Die neue Auflage führte den bisherigen Ansatz nach Angaben des DTV weiter und ergänzte ihn um aktuelle Anforderungen an die Destinationsentwicklung. Neu seien demnach die engere Verknüpfung der Kriterien mit einem Indikatorenset für nachhaltigen Tourismus sowie ein Stellenprofil für das Nachhaltigkeitsmanagement in Destinationen. Der Leitfaden liege als Printfassung vor und sei zudem über eine digitale Plattform abrufbar.
Eine bundesweite Befragung unter 379 Tourismusorganisationen zeigte laut DTV, dass nachhaltige Tourismusentwicklung in vielen Organisationen stärker in den Fokus rückt. Rund 70 Prozent der Befragten sollen von einer gestiegenen Relevanz in den vergangenen drei Jahren berichtete haben. 72 Prozent sollen erwartet haben, dass das Thema in den kommenden Jahren weiter an Gewicht gewinnt. 24 Prozent sollen angegeben haben, nachhaltige Tourismusentwicklung bereits breit zu berücksichtigen oder fest in der strategischen Ausrichtung verankert zu haben.
Zugleich machte die Befragung laut Verband Defizite bei der Umsetzung sichtbar. 44 Prozent der Organisationen sollen nach eigenen Angaben über personelle Ressourcen für nachhaltige Tourismusentwicklung verfügt haben. Als größte Hemmnisse sollen die Befragten fehlende Zeit, fehlende finanzielle Mittel und unzureichende personelle Kapazitäten genannt haben. 91 Prozent sollen ausreichendes Personal als entscheidend für eine erfolgreiche Entwicklung angesehen haben. 83 Prozent sollen finanzielle Anreize und Förderprogramme für relevant oder sehr relevant gehalten haben.
Im September 2026 starten DTV, BMUKN und BfN die vierte Runde des Bundeswettbewerbs nachhaltige Tourismusdestinationen 2026/2027. Der Praxisleitfaden diene dafür als fachliche Grundlage. Bewerben können sich Orte, Städte und Regionen, die ihren Tourismus nachhaltig ausrichten. Dabei spiele es keine Rolle, ob bereits umfassende Strategien vorliegen oder erste Maßnahmen umgesetzt wurden. Weitere Informationen zu Ablauf und Kriterien sollen ab August 2026 folgen.
Weitere Informationen: Deutscher Tourismusverband: Wir machen den Tourismus stark. In Deutschland.
Bild © DTV Deutscher Tourismusverband
