Deloitte-Studie zeigt Transparenzlücke bei KI-Kosten und -Nutzen
Der Schritt von Pilotprojekten zur umfassenden KI-Nutzung gelang in Deutschland bislang nur wenigen Unternehmen. Als wesentlichen Grund nannte der aktuelle CFO-Survey von Deloitte fehlende Transparenz über Nutzen und Kosten. Für die Studie befragte Deloitte zwischen dem 10. September und dem 2. Oktober mehr als 120 Finanzvorstände großer deutscher Unternehmen.
Die KI-Ausgaben sollen derzeit nur 42 Prozent der CFOs beziffert haben. Firmen, die ihre Kosten erfasst haben, sollen aktuell etwa 0,5 Prozent ihrer Gesamtkosten für KI verwenden. Für das kommende Jahr sollen sie eine Verdopplung auf ein Prozent geplant haben und diesen Wert danach dauerhaft halten wollen.
Effizienzgewinne und Kostensenkung sollen für 83 Prozent der Finanzvorstände an erster Stelle ihrer KI-Vorhaben gestanden haben. Innovationen oder neue Geschäftsfelder spielten als Ziel eine deutlich geringere Rolle. Lediglich 10 Prozent sollen das Potenzial der KI zur Abgrenzung im Wettbewerb ausgeschöpft haben.
Einen messbaren Mehrwert ihrer KI-Projekte sollen derzeit 17 Prozent der CFOs ausgewiesen haben. 70 Prozent sollen damit rechnen, dass KI innerhalb von zwei Jahren einen messbaren Nutzen liefert. „Den Unternehmen gelingt es derzeit nicht ausreichend, strategische Initiativen zu priorisieren, die notwendigen Daten- und Systemvoraussetzungen zu schaffen und die Betriebsmodelle schnell genug anzupassen“, erläuterte Markus Seeger, Studienautor und Experte im Bereich Finance Transformation bei Deloitte.
Im Bankensektor und bei Technologieunternehmen sei KI deutlich weiterverbreitet gewesen als in anderen Branchen. Bei 30 Prozent dieser Unternehmen habe sich der Wertbeitrag bereits heute messen lassen. Weitere 50 Prozent sollen einen messbaren Beitrag in den kommenden zwei Jahren erwartet haben.
„Damit KI die Produktivität deutlich stärken kann, muss sie über alle Branchen hinweg umfassend zum Einsatz kommen. Aktuell sind die Unterschiede zwischen den Branchen jedoch noch erheblich. Diese Unausgewogenheit kann zu einem Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft werden“, sagte Dr. Alexander Börsch, Chefökonom und Leiter Research bei Deloitte.
25 Prozent der Unternehmen sollen schon heute die Nachfrage nach KI-Diensten und die Token-Nutzung steuern, um steigende KI-Kosten zu beherrschen und Transparenz zu schaffen. 40 Prozent sollen geplant haben, die zentralen KI-Kostentreiber genauer zu erfassen. 45 Prozent sollen KI-Kosten einzelnen Anwendungen und deren Nutzen zuordnen wollen. 29 Prozent sollen auf eine zentrale Governance mit klar festgelegten Zuständigkeiten für das KI-Kostenmanagement setzen.
Weitere Informationen: CFO Survey Herbst 2026 | Deloitte Deutschland
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