Berlin rückt im Nachhaltigkeitsranking auf Rang drei

Berlin hat sich im internationalen Vergleich nachhaltiger Metropolen auf Rang 3 verbessert. Der Global Destination Sustainability Index hat für die Hauptstadt eine Gesamtperformance von 85 Prozent ausgewiesen. Gegenüber dem Vorjahr legte Berlin um einen Rang und fünf Prozentpunkte zu. Nur Sydney und Montreal lagen bei den Städten mit mehr als 1,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern vor Berlin.

Sabine Wendt, Geschäftsführerin von visitBerlin: „Zukunftsgerichtete Destinationsentwicklung ist in Berlin Teamarbeit. Erstmals Platz 3 der Metropolen im internationalen GDS-Index zeigt, was wir gemeinsam mit vielen engagierten Partnerinnen und Partnern in der Stadt erreichen. Entscheidend ist für uns, dass Nachhaltigkeit nicht abstrakt bleibt, sondern im Berlin-Erlebnis spürbar wird – für unsere Gäste ebenso wie für die Berlinerinnen und Berliner. Das sehr gute Ergebnis ist Anerkennung und Ansporn zugleich, diesen Weg konsequent weiterzugehen.“

Auch die Berliner Nachhaltigkeitspolitik hat den Index einbezogen. Die 2026 beschlossene Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt nutzte den GDS-Index als internationalen Maßstab für die Entwicklung des Tourismus. Damit rückte der Berlin-Tourismus stärker in die Nachhaltigkeitspolitik des Landes. In der Kategorie Environmental erreichte Berlin den ersten Platz.

Der Index bewertet vier Bereiche

Der Global Destination Sustainability Index hat Destinationen aus der Tourismus- und Veranstaltungsbranche verglichen. Die Bewertung umfasste die Umweltstrategie und Infrastruktur einer Stadt, soziale Nachhaltigkeit, das Engagement der Visitor Economy sowie die Arbeit des Destinationsmanagements.

Der Index zeigte Destinationen ihre Position im internationalen Vergleich und wies auf weitere Aufgabenfelder hin. Berlin führte sein Ergebnis unter anderem auf Zertifizierungen, eine Klima-Roadmap und Programme zur Beteiligung der Stadtgesellschaft zurück.

Zertifizierungen erreichen viele Betriebe

In Berliner Hotels mit mindestens 75 Zimmern seien 76 Prozent der Zimmer auf Häuser mit einer aktiven Nachhaltigkeitszertifizierung durch Dritte entfallen. Bei den in der Einreichung berücksichtigten Kongresszentren und spezialisierten Veranstaltungslocations sei der Anteil bei 81 Prozent gelegen.

Das Programm Sustainable Berlin habe aktuell 75 zertifizierte Partner aus der Berliner Visitor Economy gezählt. Ein unabhängiger Auditprozess prüfte die Betriebe. Die Bewertung folgte einem Kriterienkatalog mit 59 Vorgaben, den der Global Sustainable Tourism Council anerkennt hat.

Klima-Roadmap definiert mögliche Schritte

visitBerlin hat für den Tourismus- und MICE-Sektor eine Klima-Roadmap erarbeitet. Wissenschaftliche Unterstützung, CO2-Bilanzen, eine Klimarisikoanalyse und Emissionsszenarien bis 2030 bildeten die Grundlage. Das Konzept hat Wege beschrieben, mit denen der Sektor Emissionen senken und seine Klimaresilienz erhöhen kann.

Ein Dashboard von visitBerlin stellte Kennzahlen zur nachhaltigen Entwicklung des Berlin-Tourismus zusammen. Die Übersicht enthielt unter anderem Daten zu zertifizierten Hotels, zur Akzeptanz des Tourismus, zur Barrierefreiheit und zu tourismusbezogenen CO2-Emissionen.

Pilotprojekt und Veranstaltungsstandards

Im Jahr 2026 setzte visitBerlin mit BerlinPay ein Pilotprojekt an den Berliner Gewässern um. Vom 14. Mai bis zum 14. Juni konnten Berlin-Gäste sowie Berlinerinnen und Berliner für nachhaltige Aktivitäten besondere Erlebnisse oder Goodies erhalten. Zu den möglichen Beiträgen zählten das Gießen von Bäumen, eine klimafreundliche Anreise und das Sammeln von Müll. Rund 40 Unternehmen und Initiativen aus Berlin beteiligten sich.

Für das BESTIVAL 2025 orientierte sich visitBerlin an der Norm ISO 20121:2024 für nachhaltiges Veranstaltungsmanagement. Eine externe Stelle prüfte die Planung. Der Berliner Kongressfonds für nachhaltiges Tagen setzte für eine Förderung mindestens 300 Punkte in der Sustainable Event Scorecard voraus. Das Instrument erfasste 13 Handlungsfelder und 47 mögliche Maßnahmen.

Teilhabe gehört zur Destinationsentwicklung

214 Berliner Tourismusbetriebe haben eine Kennzeichnung des bundesweiten Systems Reisen für Alle getragen. Das Programm HIER IN BERLIN brachte visitBerlin mit der Stadtgesellschaft ins Gespräch. Bei Kiez-Touren sammelten die Verantwortlichen Rückmeldungen aus den Bezirken und nutzten sie für die strategische Tourismusplanung.

Auch die erste Berlin Freedom Week floss als Sonderprojekt zur Demokratieförderung in die Bewertung ein. Vom 8. bis 15. November 2025 habe die Initiative mehr als 170 Veranstaltungen an 90 Orten organisiert. Mehr als 10.000 Menschen sollen teilgenommen haben.

Mit Sustainable Berlin unterstützte visitBerlin die Tourismus- und Kongresswirtschaft bei der Weiterentwicklung. Das Programm kombinierte Zertifizierung, Beratung, Daten und Beteiligung.

Weitere Informationen: Alles über Berlins offizielle Tourismus- und Kongressorganisation | about.visitBerlin.de

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