Abstimmung in der Schweiz stärkt aus Sicht des Tourismus die Beziehungen zur EU

Die Schweizer Stimmbevölkerung hat die Initiative „Keine 10-Millionen-Schweiz!“ verworfen. Das Ergebnis sicherte aus Sicht des Tourismussektors die Beziehungen zur Europäischen Union und wichtige Rahmenbedingungen für die Branche.

Tourismusverbände hatten sich im Vorfeld der Abstimmung in die Debatte eingeschaltet. Sie verwiesen dabei vor allem auf die Bedeutung von Fachkräften aus dem europäischen Raum für den Schweizer Tourismus. „Der Entscheid bestätigt die Bedeutung der Personenfreizügigkeit für die touristischen Betriebe“, sagte Philipp Niederberger, Direktor des Schweizer Tourismus-Verbands. „Ohne gut qualifizierte Mitarbeitende aus dem europäischen Raum könnten viele Unternehmen ihre Leistungen weder im heutigen Umfang noch in der heutigen Qualität erbringen.“

Nach Angaben der Branche hat die Abstimmung zugleich bestehende Probleme sichtbar gemacht. Viele Menschen in der Schweiz stünden bei der Wohnungssuche, den Lebenshaltungskosten und der Infrastruktur unter Druck. „Das Nein zur Chaos-Initiative bereitet nun den Boden, die genannten Herausforderungen rasch, konkret und konstruktiv anzugehen, ohne die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und des Tourismus aufs Spiel zu setzen“, sagte Beat Imhof, Präsident von GastroSuisse.

Für den Tourismussektor lieferte das Abstimmungsergebnis damit eine politische Orientierung. Aus Sicht der Verbände müsse die Politik die offenen Fragen nun dennoch weiterbearbeiten. „Für die Hotellerie geht es nun darum, die richtigen Lehren aus dieser Debatte zu ziehen. Unsere Betriebe brauchen verlässliche Beziehungen zur EU, weil sie auf gut qualifizierte Mitarbeitende aus dem europäischen Raum angewiesen sind. Gleichzeitig braucht es konkrete Antworten auf die Belastungen, die mit dem Bevölkerungswachstum verbunden sind“, sagte Martin von Moos, Präsident von HotellerieSuisse.

Der Schweizer Tourismus forderte nach eigenen Angaben stabile Rahmenbedingungen und praktikable Lösungen für die weitere Entwicklung der Branche.

Weitere Informationen: Schweizer Tourismus-Verband

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