Studie zeigt wachsende Bedeutung der Gastwelt für Innenstädte
Die Mehrheit der Menschen will deutsche Innenstädte auch künftig regelmäßig besuchen. Das ist aus der „Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27“ hervorgegangen, die die CIMA Beratung + Management GmbH in dieser Woche veröffentlicht hat. 83,3 Prozent der Befragten wollten ihre Innenstadt künftig mindestens genauso häufig besuchen wie heute. Damit erreichte die Studie den höchsten Wert seit sechs Jahren.
Gastronomie und Cafés sollen im Vergleich der Innenstadtangebote am besten abgeschnitten haben. Die Befragten sollen ihnen die Schulnote 2,51 gegeben haben. Dienstleistungen seien mit 2,56 gefolgt, der Einzelhandel mit 2,59. Für 45 Prozent der Befragten habe die Gastronomie zu den Gründen für einen Innenstadtbesuch gezählt. Nur Einkaufen mit 65,6 Prozent und Bummeln mit 46,2 Prozent sollen die Befragten häufiger genannt haben.
„Die Zahlen zeigen, wie stark sich die Funktion unserer Innenstädte verändert. Einkaufen bleibt wichtig, aber Menschen wollen dort auch essen, trinken, Freunde treffen und etwas erleben. Je digitaler unser Alltag wird, desto wichtiger werden Orte, an denen Menschen zusammenkommen“, erklärte DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge.
Aufenthaltsqualität hängt auch vom öffentlichen Raum ab
Die Studie nahm neben den Angeboten auch die Rahmenbedingungen in den Blick. Sauberkeit, Sitzgelegenheiten, Grünflächen und Fußgängerfreundlichkeit sollen jeweils Zustimmungswerte von rund 90 Prozent erhalten haben. Bei den öffentlichen Toiletten sollen 39,4 Prozent der Befragten besonderen Handlungsbedarf gesehen haben.
Die DZG leitete daraus ab, dass Kommunen wirtschaftliche Angebote und die Gestaltung des öffentlichen Raums gemeinsam planen sollten. „Eine lebendige Innenstadt entsteht dort, wo Handel, Gastronomie, Kultur, Freizeit und ein attraktiver öffentlicher Raum zusammenspielen. Die Gastwelt schafft Besuchsanlässe, verlängert Aufenthalte und macht Innenstädte zu Orten der Begegnung“, sagte der ehemalige Bundestagsabgeordnete.
Die Denkfabrik forderte Bund, Länder und Kommunen auf, bei der Innenstadtentwicklung auch die Rahmenbedingungen für gastronomische und andere gastgewerbliche Betriebe zu berücksichtigen. Sie nannte den Erhalt flexibler Beschäftigungsmodelle wie Minijobs, flexiblere Wochenarbeitszeiten, weniger Bürokratie und verlässliche Bedingungen für Investitionen als zentrale Punkte.
„Wir können auf der einen Seite nicht lebendige Innenstädte fordern und auf der anderen Seite diejenigen immer stärker belasten, die für diese Lebendigkeit sorgen. Starke Innenstädte brauchen eine starke Gastwelt. Stadtentwicklung und Wirtschaftspolitik müssen deshalb zusammen gedacht werden“, so Klinge.
Weitere Informationen: Denkfabrik Zukunft der Gastwelt
Bild © DZG – DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge fordert, bei der Stärkung der Innenstädte die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Gastronomie und Gastwelt stärker in den Blick zu nehmen.
