STV diskutiert Wege zu mehr Akzeptanz für den Tourismus
Wie Destinationen die Zustimmung der Bevölkerung zum Tourismus langfristig sichern können, diskutierten Vertreterinnen und Vertreter des Parlaments und der Branche beim Rendez-vous Touristique des Schweizer Tourismus-Verbands STV. Zwei Fachreferate lieferten Beispiele und Instrumente für den Umgang mit der Frage. In der anschließenden Diskussion zeigte sich: Übergeordnete Rahmenbedingungen können Destinationen stärken. Konkrete Maßnahmen müssen jedoch zu den Bedingungen vor Ort passen.
Die Voraussetzungen unterschieden sich je nach Region. Einige Destinationen bewältigten hohe Gästezahlen, andere möchten zusätzliche Gäste gewinnen. Zugleich prägten geopolitische Unsicherheiten, der Klimawandel und die Frankenstärke die Lage des Schweizer Tourismus. Nationalrat und STV-Präsident Reto Nause sagte in seiner Begrüßung: „Der Tourismus muss sich im Einklang mit der lokalen Bevölkerung entwickeln. Dafür müssen wir ihre Anliegen ernst nehmen und Lösungen finden, die den unterschiedlichen Gegebenheiten in den Destinationen Rechnung tragen.“
Toolbox soll Destinationen unterstützen
Romy Bacher vom Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit des STV erläuterte die Toolbox Tourismusakzeptanz. Das nationale Projekt helfe Destinationen, Veränderungen früh zu erkennen, Anspruchsgruppen einzubeziehen und geeignete Maßnahmen zu entwickeln. Bacher sagte: „Tourismusakzeptanz entsteht nicht von selbst. Destinationen und weitere touristische Akteure müssen den Dialog mit der Bevölkerung pflegen, den Nutzen des Tourismus sichtbar machen und Herausforderungen vorausschauend angehen. Mit der Toolbox stellen wir ihnen dafür ein praxisnahes Instrument zur Verfügung.“
Jungfrau Region setzt auf abgestimmte Maßnahmen
Marc Ungerer, Geschäftsführer der Jungfrau Region Tourismus AG, berichtete anhand von Fallbeispielen über den Umgang mit Besucherströmen und Fragen der Akzeptanz in einer international stark nachgefragten Destination. Zu den Ansätzen zählten lokal abgestimmte Maßnahmen, eine bessere Auslastung vorhandener Betten und eine gleichmäßigere Verteilung der touristischen Entwicklung über das Jahr. Ungerer sagte: „Als Tourismusdestination müssen wir die Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung künftig von Anfang an noch stärker mitdenken. Für eine nachhaltige Weiterentwicklung des Tourismus gilt es nicht nur aufs Gaspedal zu treten, sondern bei Bedarf auch zu bremsen.“
Tourismusakteure und Destinationen müssen die Herausforderungen gemeinsam bearbeiten. Langfristig brauche der Tourismus die Unterstützung der lokalen Bevölkerung. Dazu 7sollen passende Lösungen vor Ort, verlässliche Rahmenbedingungen und wirksame touristische Förderinstrumente gehören.
Weitere Informationen: Schweizer Tourismus-Verband
Bild © STV / Andre Grimm
