Nachhaltigkeitsbericht benennt Fortschritte und offene Aufgaben bei Thurgau Travel

Thurgau Travel will künftig alle zwei Jahre über seine Nachhaltigkeitsarbeit berichten. Den neuen Rhythmus führte der Flussreiseveranstalter mit dem dritten Nachhaltigkeitsbericht ein, den er am 27. September zum World Rivers Day veröffentlicht hat. Der Bericht umfasste den Zeitraum 2025/26.

Das Unternehmen aus Weinfelden bilanzierte darin seine Arbeit zu Klimaschutz, Produktgestaltung, Arbeitsbedingungen und regionaler Wertschöpfung. Zugleich nannte es Aufgaben für die kommenden Jahre: Thurgau Travel wolle die Datengrundlage verbessern und den Austausch mit Reedereien und weiteren Leistungsträgern vertiefen.

Flüsse im Mittelpunkt des Geschäftsmodells

Der World Rivers Day macht jährlich auf die Bedeutung der Flüsse und ihren Schutz aufmerksam. Für Thurgau Travel seien sie zugleich Reisewege und Ökosysteme.

„Nachhaltigkeit ist für uns kein einzelnes Projekt, sondern eine Aufgabe, die wir in immer mehr Bereiche unseres Unternehmens integrieren. Entscheidend ist, dass aus unseren Zielen konkrete Maßnahmen werden und wir deren Wirkung auch messen können“, sagte Robert Katzer, Head of Onboard Operations bei Thurgau Travel.

Seit Sommer 2026 trage Thurgau Travel nach eigenen Angaben als weltweit erster Flusskreuzfahrtveranstalter eine TourCert-Zertifizierung. Für den deutschen Markt sei das Unternehmen seit 2022 mit Sitz in Berlin tätig. Es gehöre zum Schweizer Familienunternehmen aus Weinfelden.

Ziele bei Kompensation und Stromverbrauch erreicht

Im Bericht für 2024 setzte sich Thurgau Travel für 2025 zwei konkrete Ziele: eine um 30 Prozent höhere CO2e-Kompensation und einen um 20 Prozent geringeren Stromverbrauch in den Büros in Weinfelden. Beide Vorgaben habe das Unternehmen erreicht. Eine Änderung im Buchungsprozess habe die CO2e-Kompensation um rund 30 Prozent gesteigert. Der Wert sei damit 1.312 Tonnen über dem Vorjahr gelegen.

Auch den Abfall auf den Schiffen hat Thurgau Travel reduziert. Eine abschließende Auswertung soll laut Bericht noch nicht vorliegen.

Für Gäste in Deutschland stellte das Unternehmen bei der Buchung die Anreise mit der Deutschen Bahn zum Einschiffungshafen an erste Stelle. In mehr als 130 deutschen Städten gehörte das City-Ticket am Start- und Zielbahnhof bereits dazu.

Maßnahmen gegen Einwegplastik und Mikroplastik

Wasserspender und Mehrwegflaschen sollen auf den Schiffen auf Rhein und Donau nach Unternehmensangaben rund 5.200 Einwegplastikflaschen vermieden haben. Auf den Schiffen auf Rhein, Main, Donau und den Nordrouten setzte Thurgau Travel außerdem ein Refill-System mit mikroplastikfreien Schweizer Naturpflegeprodukten von Soeder ein.

Auch die Speisekarten hat das Unternehmen verändert: Vegetarische Gerichte sollen an erster Stelle stehen. Den Anteil der Fleischoptionen habe Thurgau Travel um fünf Prozent gesenkt.

Neubau für Rhein und Main geplant

Im Sommer 2027 soll die MS Thurgau Avanti die Flotte ergänzen. Der 135 Meter lange Neubau der Fünf-Sterne-Kategorie erhalte Wärmerückgewinnung, Isolierverglasung und moderne Antriebstechnologien. Diese Ausstattung soll den Energiebedarf senken. Für das Schiff strebe Thurgau Travel den Green Award Gold an. Fünf Schiffe der Flotte sollen den Green Award bereits tragen. Dazu zähle die MS Thurgau Gold mit Goldstatus.

Die von Scylla und River Advice bewirtschafteten Schiffe sollen das Gütesiegel „Fair Cruise Work“ von Nautilus International tragen. Es stehe für verbindliche Standards bei Arbeitsbedingungen und Entlohnung.

„Mit der MS Thurgau Avanti investieren wir nicht nur in ein modernes Schiff, sondern auch in Technologien, die unseren Nachhaltigkeitsanspruch langfristig unterstützen. Gerade für den deutschen Markt, für den die Avanti ab 2027 auf Rhein und Main unterwegs sein wird, ist das ein wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung unseres Angebots“, sagte Tim Starke, Geschäftsführer von Thurgau Travel Deutschland.

Bericht benennt offene Aufgaben

Mit dem Wechsel zum Zweijahresrhythmus wollte Thurgau Travel Maßnahmen länger verfolgen und ihre Wirkung besser einschätzen. Aussagekräftige Kennzahlen sollen Entwicklungen nachvollziehbarer machen. Der Bericht nannte die Datenbasis und den Austausch mit Reedereien und weiteren Leistungsträgern als Bereiche, in denen das Unternehmen weiterarbeiten will.

Weitere Informationen: Nachhaltige Flusskreuzfahrten – TourCert | Thurgau Travel

Bild © Thurgau Travel