Berlin plant Pilotprojekte für leerstehende Räume
visitBerlin hat in Berlin eine zentrale Stelle für Zwischennutzungen aufgebaut. Das Team soll leerstehende Räume mit passenden Ideen und Nutzerinnen und Nutzern zusammenbringen. Bei der Netzwerkveranstaltung „Lebendige Zentren. Starke Destinationen“ stellte visitBerlin das Projekt im NLND in Berlin-Neukölln vor. Rund 160 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kultur und Tourismus nahmen teil.
Die Stelle entstand aus einer gemeinsamen Initiative von visitBerlin und der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Sie erfasste freie Gewerbeflächen, prüfte Nutzungsmöglichkeiten und vermittelte Kontakte. Das Team begleitete geeignete Vorhaben bis zur Umsetzung eines Pilotprojekts. Dadurch können beispielsweise ehemalige Kinos, Ladenlokale und Gewerbeflächen neue Funktionen erhalten. Als mögliche Nutzungen nannte visitBerlin Ateliers, Kulturorte, Geschäfte, Nachbarschaftstreffs, Content-Creator-Studios, Eventgastronomie und Freizeitangebote.
„Der Leerstand gehört zu den großen Herausforderungen in vielen Berliner Geschäftsstraßen. Gleichzeitig gibt es den Bedarf nach Räumen, um neue Ideen auszuprobieren. Mit der zentralen Koordinierungsstelle für Zwischennutzung bei visitBerlin schaffen wir eine zentrale Anlaufstelle, die Bezirke, Wirtschaft, Kultur- und Kreativszene sowie die Akteurinnen und Akteure vor Ort zusammenbringt. Dieses Pilotprojekt ist eine konkrete Maßnahme unseres 10-Punkte-Plans zur Stärkung der Berliner Zentren, das wir als Land Berlin fördern. Wir wollen lebendige und attraktive Zentren für die Berlinerinnen und Berliner und die Gäste unserer Stadt. Die zentrale Koordinierungsstelle soll einen Beitrag dazu leisten“, sagte Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin.
„Zwischennutzungen bringen Neues in die Stadt: Sie schaffen Raum für Kultur, kreative Ideen, neue Angebote und Begegnung – und können damit ganze Kieze beleben. So entstehen Orte, die Berlinerinnen und Berliner gerne nutzen und die zugleich Gästen neue Perspektiven auf die Stadt eröffnen. Genau das gehört für mich zu einer zeitgemäßen Destinationsentwicklung: gemeinsam mit den Bezirken neue Potenziale zu erschließen und Berlin immer wieder neu entdecken zu lassen. Mit der Koordinierungsstelle bringen wir die dafür notwendigen Partner zusammen und helfen, gute Ideen möglich zu machen“, sagte Sabine Wendt, Geschäftsführerin von visitBerlin.
Seit Jahresbeginn arbeitete das zweiköpfige Team mit den Bezirken und den örtlichen Wirtschaftsförderungen zusammen. Es untersuchte die Situation in den Fokuszentren, dokumentierte Leerstände und ermittelte den Bedarf vor Ort. Außerdem verglich es Projekte aus Berlin und anderen europäischen Städten. Dazu zählten Hamburg, München, Lübeck, London, Wien, Turin und Stockholm. VisitBerlin hat dabei Bezirksverwaltungen, Immobilienwirtschaft, Gewerbetreibende, Kreativwirtschaft und Stadtgesellschaft verbunden.
Praxisbeispiele zeigen Nutzungsmöglichkeiten
Die Netzwerkveranstaltung stellte Projekte vor, die leerstehende oder wenig genutzte Räume bereits neu verwenden. Holzmarkt, Malzfabrik, Flying Steps, Transiträume, Studio Babelsberg und Doxumentale präsentierten ihre Ansätze. Die Themen reichten von Kultur und Kreativwirtschaft bis zu Bildung, Arbeit und neuen Treffpunkten.
Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Wirtschaft, Immobilienbranche, Kultur und Kreativwirtschaft diskutierten anschließend mit möglichen Nutzerinnen und Nutzern. Beratungs- und Förderangebote ergänzten das Programm. Die Gespräche lieferten der Koordinierungsstelle erste Kontakte und Ansätze für weitere Projekte.
Zwölf Fokuszentren bis Ende 2027
Die Koordinierungsstelle setzte Punkt 7 des 10-Punkte-Plans zur Stärkung der Berliner Zentren um. Sie soll den berlinweiten Austausch organisieren und die Vermittlung zwischen Raumgebern und Nutzern erleichtern. In zunächst zwölf Fokuszentren sollen bis Ende 2027 erste Pilotprojekte entstehen.
Bei ihrer Arbeit prüfte die Stelle auch, welche rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Hürden Zwischennutzungen erschweren. Die Ergebnisse sollen in Handlungsempfehlungen für den weiteren Umgang mit leerstehenden Räumen in Berlin einfließen.
Weitere Informationen: Zentrale Koordinierungsstelle für Zwischennutzung von leerstehenden Räumen | about.visitBerlin.de
Bild © Alyona Pastukhova/Pexels
