Baden-Württemberg sieht Potenzial im Weintourismus

Baden-Württemberg wollte den Weintourismus weiter stärken. Darüber sprachen Marion Gentges, Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, und Christine Schönhuber, Geschäftsführerin der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg, am Samstag in Lahr. Das Treffen fand am Rande der Verleihung von Weinsüden-Siegeln statt. Nach Angaben der TMBW ging es um die Chancen und Herausforderungen im Weinbau und Tourismus und um Perspektiven für eine engere Zusammenarbeit.

Der Weintourismus habe für Baden-Württemberg auch wirtschaftlich Gewicht. Laut einer Erhebung von dwif-Consulting sollen auf Baden und Württemberg jedes Jahr mehr als 14 Millionen weintouristische Aufenthaltstage entfallen sein. Erfasst wurden dabei Übernachtungsreisen und Tagesausflüge. Der Bruttoumsatz habe den Angaben zufolge bei rund 1,5 Milliarden Euro gelegen. Der Einkommensbeitrag habe sich auf rund 715,8 Millionen Euro summiert.

Gentges sagte: „Der Weintourismus verbindet Genuss und Gastfreundschaft mit regionaler Wertschöpfung. Damit ist er ein wichtiger Stabilitätsfaktor für unsere Weinbranche in schwierigen Zeiten. Denn der Weintourismus macht die Vielfalt und den Facettenreichtum unserer Heimat für die Gäste erlebbar. Daher ist der Weintourismus für Baden-Württemberg nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, sondern bietet unseren Weinbaubetrieben eine Chance zur Diversifizierung und sorgt damit auch für den Fortbestand unserer Weinbaukultur im Land.“

Schönhuber sagte: „Mit dem Weinsüden machen wir die besondere Weinkultur unseres Landes sichtbar und schaffen Orientierung für Gäste, die authentische Erlebnisse suchen. Gäste bewegen sich gerne in einem Erlebnisraum und suchen Angebote, die Regionalität erlebbar machen und damit die Identität einer Destination stärken. Die Zahlen belegen eindrucksvoll, dass der Weintourismus weit über den Weinbau hinaus Wirkung entfaltet: Er stärkt Gastronomie, Hotellerie, Dienstleistungen und den Handel und leistet mit rund 715,8 Millionen Euro einen erheblichen Einkommensbeitrag. Der Erfolg des Weintourismus lebt von der engen Zusammenarbeit zwischen Leistungsträgern, Tourismusorganisationen, Kommunen und dem Land. Umso mehr freuen wir uns darauf, diese in engem Schulterschluss mit allen Beteiligten weiter zu vertiefen.“

Die TMBW koordiniere die weintouristische Zusammenarbeit in Baden und Württemberg seit mehr als zehn Jahren. Zentrales Element sei die Dachmarke Weinsüden. Sie soll Angebote im Weintourismus bündeln und Qualitätsmerkmale sichtbar machen.

Zur Initiative gehören fünf Qualitätssiegel. Als „Weinsüden Hotels“ sollen Betriebe mit weinkundigem Service, Informationen zu Wein und Ausflugszielen sowie regionalen Weinen im Haus oder in der Umgebung gelten. „Weinsüden Vinotheken“ sollen für regionale Weinvielfalt stehen. Mit „Weinsüden Architektur“ sollen Bauten der Weinkultur ausgezeichnet werden, die auch über eine Tour und die App „Architekturführer Baden-Württemberg“ zugänglich seien. Das Siegel „Weinsüden Weinorte“ sollen Orte mit gelebter Weinbautradition, gastronomischen Angeboten und touristischem Bezug zum Wein erhalten. „Weinsüden Winzer“ kennzeichne Weingüter und Genossenschaften mit besonderen Angeboten für Gäste.

In Lahr kamen nun zwei weitere Auszeichnungen hinzu. Die Stadt erhielt eine Urkunde als „Weinsüden Weinort“. Das Palais Wunderlich wurde als „Weinsüden Hotel“ ausgezeichnet. Beide erfüllen nach Angaben der TMBW die Kriterien der Initiative.

Weitere Informationen: Weinsüden Baden-Württemberg » Ein Hoch auf die Reben

Bild © Claudia Handke – Ministerin Marion Gentges und TMBW-Geschäftsführerin Christine Schönhuber tauschten sich im Palais Wunderlich in Lahr zu Zukunftsperspektiven im Weintourismus aus.