Bayerische Heilbäder: Verband sieht Prävention als Ansatz zur Stabilisierung der GKV

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Bayerische Heilbäder: Verband sieht Prävention als Ansatz zur Stabilisierung der GKV

 

Die bayerischen Heilbäder und Kurorte haben in einer gestärkten Prävention einen zentralen Ansatz für eine stabile Finanzentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung gesehen. Während die GKV-Finanzkommission Einsparpotenziale erörterte, forderte BHV-Präsident Peter Berek bei einer Vorstandssitzung in Bad Königshofen, Krankheiten frühzeitiger zu vermeiden. „Statt vorrangig über Kürzungen zu sprechen, muss es doch darum gehen, Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen – und genau hier setzen die Kurorte an“, sagte Berek. Sein Ansatz sei Teil der Lösung, um Kosten zu begrenzen und Beiträge langfristig stabil zu halten.

Nach Angaben des Verbands soll Prävention künftig stärker Bestandteil der Versorgung werden. Ziel sei es, Erkrankungen frühzeitig zu vermeiden und damit langfristig Ausgaben zu senken. Unterstützung kam aus der Landespolitik. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach hat laut einer aktuellen Stellungnahme ein „enormes Potenzial“ in der Prävention gesehen. Entscheidend seien mehr Information, niedrigschwellige Angebote und geeignete Rahmenbedingungen. Die Heilbäder und Kurorte sollen nach eigenen Angaben seit Jahren in diesen Bereichen gearbeitet haben.

Der BHV hat auf bestehende Strukturen verwiesen, die sich für präventive Angebote eignen. Geschäftsführer Frank Oette betonte in Bad Königshofen, dass Heilbäder und Kurorte medizinisch begleitete, ganzheitliche Programme anbieten. Dazu zählten Angebote zu Bewegung, Ernährung und Stressreduktion, die eine höhere Intensität und Nachhaltigkeit erreichen sollen als im Alltag.

Studien zeigten laut Verband, dass Prävention von vielen Menschen als wichtig eingeschätzt wurde, aber nur wenige entsprechende Angebote regelmäßig wahrnehmen. Gründe seien unter anderem fehlende Information, geringe Zeitressourcen oder wenig attraktive Formate. Die Heilbäder wollen diesem Trend mit strukturierten und erlebbaren Angeboten entgegenwirken.

Die Branche habe jährlich rund 5,6 Millionen Gästeankünfte und etwa 23 Millionen Übernachtungen in Bayern verzeichnet. Das habe nahezu jeder vierten Übernachtung im Freistaat entsprochen. Nach Verbandsangaben sollen die Heilbäder und Kurorte rund 100.000 Arbeitsplätze gesichert haben und für eine Wertschöpfung von rund 4,5 Milliarden Euro stehen.

Bad Königshofen zeigte nach Angaben des Verbands, wie moderne Präventionsstrukturen umgesetzt werden können. Der Kurort investierte im Millionenbereich in seine Gesundheitsinfrastruktur. Die neue Trinkkur- und Wandelhalle sei Mitte 2024 zum Jubiläum 50 Jahre Heilbad eröffnet worden und sei heute ein zentrales Element für Gesundheitsangebote und medizinisch begleitete Prävention.

Weitere Investitionen flossen in die Weiterentwicklung der FrankenTherme, neue Therapie- und Präventionsräume sowie eine Aufwertung des Kurparks. Ziel sei ein ganzheitliches Konzept, das medizinische Kompetenz, Bewegung und Regeneration verbindet. „In Bad Königshofen wird beispielhaft deutlich: Prävention funktioniert dann besonders gut, wenn Qualität, medizinisches Know-how und attraktive Rahmenbedingungen zusammenkommen“, sagte Berek.

Beim Austausch mit Kurdirektor Werner Angermüller sowie Badearzt und drittem Bürgermeister Dr. Roland Köth wurde deutlich, dass die Maßnahmen langfristig angelegt sind. „Wir investieren gezielt in Strukturen, die Gesundheit erhalten, bevor Krankheit entsteht“, sagte Köth. „Das ist nicht nur ein Gewinn für die Menschen, sondern auch für das gesamte Gesundheitssystem.“

 

Mehr InformationenHerzlich willkommen beim Bayerischen Heilbäder-Verband e.V.!

Bild: © BHV – v.l.: Magdalena Resch (Geschäftsstelle), Sepp Barth (Vorstandsmitglied), Dr. Christian Alex (Beratender Arzt), Thomas Beck (Schatzmeister), Frank Oette (Geschäftsführer), Dr. med. Roland Köth (3. Bürgermeister Bad Königshofen); Werner Angermüller (Vorstandsmitglied und Kurdirektor Bad Königshofen), Peter Berek (1. Vorsitzender), Gabriella Squarra (Expertin Waldgesundheit), Tobias Kurz (2. Vorsitzender), Cathrin Herd (Vorstandsmitglied), Franz Mühldorfer (Rechnungsprüfer).