STV: Tourismus-Verband stellt sich gegen Chaos-Initiative

am . Veröffentlicht in Politik & Recht

STV: Tourismus-Verband stellt sich gegen Chaos-Initiative

 

Der Schweizer Tourismus-Verband hat nach eigenen Angaben die Nein-Parole zur sogenannten Chaos-Initiative beschlossen. Die Vorlage fordere die Kündigung des Freizügigkeitsabkommens und gefährde aus Sicht des Verbandes die bilateralen Verträge mit der EU. Diese gelten als zentrale Grundlage für den Schweizer Tourismus. Unter dem Dach des Verbandes startete der Tourismussektor eine Kampagne, um die tourismusaffine Stimmbevölkerung zu mobilisieren.

Viele Menschen in der Schweiz sollen sich laut Verband mit Herausforderungen wie steigenden Lebenshaltungskosten, Wohnungsknappheit und Druck auf die Infrastruktur konfrontiert sehen. Der STV erklärte, die Initiative biete darauf keine Antwort und schaffe zusätzliche Unsicherheiten für Wirtschaft und Gesellschaft.

Der Verband wies darauf hin, dass der Tourismus stark auf internationale Arbeitskräfte angewiesen ist. Nach Angaben des STV sollen rund 30 Prozent der Beschäftigten im Gastgewerbe aus dem EU- und EFTA-Raum stammen. Zwei von drei Restaurants sollen demnach Personal aus EU-Staaten nutzen. Eine Kündigung des Freizügigkeitsabkommens würde den Zugang zu diesen Arbeitskräften erschweren.

Der STV rechne damit, dass sich offene Stellen häufiger verzögern, saisonale Spitzen schwerer zu bewältigen sind und der administrative Aufwand für die Rekrutierung steigt. Betriebe müssten Angebote reduzieren, Öffnungszeiten anpassen und Dienstleistungen einschränken. Die Verbände warnten vor negativen Folgen für das Gästeerlebnis.

Der Tourismussektor lanciere eine gemeinsame Kampagne, um im Vorfeld der Abstimmung über die erwarteten Auswirkungen zu informieren. Verbände, touristische Organisationen und Betriebe wollen über ihre Kanäle für ein Nein mobilisieren. Die zentrale Botschaft laute: Ohne Fachkräfte steht der Tourismus still. Die Kampagne zeige nach Angaben des STV beispielhaft, dass Restauranttische leer bleiben, Seilbahnen stillstehen und Hotelbetten ungemacht bleiben könnten, weil Personal fehle.

 

Mehr InformationenSchweizer Tourismus-Verband

Bild: © Pexels auf Pixabay