Gespräch mit Benjamin Förtsch über Verantwortung und Zukunftsfähigkeit in der Hotellerie

Green Pearls® sprach mit Benjamin Förtsch über den Deutschen Nachhaltigkeitspreis und seinen Umgang mit dem Begriff Nachhaltigkeit. Er erklärte, der Begriff habe für ihn an Klarheit verloren. In der Fachwelt bedeute er vieles, außerhalb werde er als belastend wahrgenommen. Er wolle ihn deshalb möglichst vermeiden.
Benjamin schlug vor, stärker über Resilienz, Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit zu sprechen. Nach seiner Aussage profitieren Hotels wirtschaftlich von ökologisch durchdachten Abläufen und sozial fairen Arbeitsbedingungen. Dies sichere Betriebe ab und wirke dem Fachkräftemangel entgegen.
Zur Frage, ob nachhaltige Hotellerie angesichts hoher Verbräuche im Betrieb ein Widerspruch sei, sagte Benjamin, der Vergleich mit Privathaushalten hinke. Hotels bündelten Prozesse und könnten dadurch effizienter arbeiten. Zudem böten sie Raum für neue Lösungen. Gäste könnten im Hotel Luise bewusst zu positiven Effekten beitragen.
Den größten Klimaeinfluss einer Reise verortete Green Pearls® bei der An- und Abreise. Benjamin bestätigte die begrenzte Wirkung eines Hotels, betonte aber die Rolle der Betriebe bei der Auswahl der Zielgruppen und der regionalen Wertschöpfung. Laut ihm können Hotels Verbindungen zwischen Gästen und Region herstellen und so zusätzlichen Nutzen stiften. Beispielhaft verwies er auf Effizienzpotenziale in anderen Branchen und stellte fest, die Vielzahl der Hotels könne einen Unterschied machen.
Benjamin verwies darauf, dass viele Hotels mehr für nachhaltige Entwicklung tun, als sie kommunizieren. Green Pearls® bestätigte diese Beobachtung. Nach Benjamins Einschätzung reichen die Maßnahmen dennoch nicht aus. Er plädierte für klare Standards, lehnte jedoch aus seiner Sicht inhaltsleere Begriffe ab. Nachhaltige Hotellerie solle die Zukunftsfähigkeit der Branche stärken.
Seine Ernüchterung begründete Benjamin mit der langen Geschichte der Bemühungen seiner Familie. Die Branche arbeite seit Jahrzehnten mit ähnlichen Kriterien, doch der Fortschritt erscheine langsam. Trotz dieser Erfahrung setze er sein Engagement fort. Mit der Wall of Change habe das Hotel inzwischen über 270 Maßnahmen gebündelt, die zu weiteren Schritten anregen sollen.
Als zentralen Leitgedanken nannte Benjamin zum Abschluss Verantwortung, Unternehmertum und die Einsicht, dass alle Beteiligten sowohl Teil des Problems als auch der Lösung seien.
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Interview und Bild © Green Pearls GmbH