Studie analysiert 25 Jahre digitale Entwicklung der Walliser Hotellerie

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Studie analysiert 25 Jahre digitale Entwicklung der Walliser Hotellerie

 

Ein neuer Bericht von Prof. Roland Schegg, Sherine Seppey und Vincent Raisière untersuchte, wie die Hotellerie im Wallis den digitalen Wandel vollzogen hat. Die Studie analysierte die Entwicklung von fast 400 Hotels zwischen 2000 und 2025 und lieferte damit eine datengestützte Übersicht über die digitale Transformation im regionalen Tourismussektor.

Im Mittelpunkt standen drei Phasen der Digitalisierung: die Einführung von Hotelwebsites, die Integration von Online-Buchungsmaschinen und die Verknüpfung mit sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und YouTube. Grundlage der Untersuchung war eine Kombination aus historischer Webarchivanalyse über web.archive.org und eigens entwickelten Data-Scraping-Verfahren.

Laut den Autoren bildete die Studie einen präzisen Zeitplan der digitalen Entwicklung im Wallis ab. Sie berücksichtigte jedoch nur derzeit aktive Hotels. Geschlossene oder umbenannte Betriebe sowie Häuser ohne eigene Domain in den frühen 2000er Jahren konnten nicht vollständig erfasst werden.

Die Analyse entstand im Rahmen des Innosuisse-Flagship-Projekts «Resilient Tourism», das datenbasierte Transformationsprozesse im Schweizer Tourismus fördere.

Gestaffelte Einführung digitaler Technologien
Die Ergebnisse zeigten, dass die Digitalisierung in der Walliser Hotellerie in mehreren Wellen erfolgte.

Die erste Phase begann Anfang der 2000er Jahre mit dem Aufbau eigener Hotelwebsites. Bis 2010 verlief das Wachstum moderat, doch die Online-Präsenz wurde zur Basis weiterer Entwicklungen. Auffällig war, dass auch kleinere und nicht klassifizierte Hotels früh eigene Websites betrieben. Dies deutete darauf hin, dass Sichtbarkeit im Netz wichtiger war als strategische Überlegungen.

Ab 2010 gewannen soziale Medien an Bedeutung. Facebook wurde rasch zum zentralen Kommunikationskanal, während Buchungsmaschinen erst nach 2012 breitere Anwendung fanden. Laut der Studie priorisierten viele Hotels zunächst kostengünstige Sichtbarkeit und Kundenbindung, bevor sie in komplexere Buchungssysteme investierten.

Seit 2018 hat sich der Fokus erneut verschoben. Instagram und YouTube haben an Relevanz gewonnen, da Hotels zunehmend auf visuelle Markenführung und Online-Reputation setzten. Bewertungsplattformen wie Tripadvisor haben zusätzlich zur digitalen Einflussnahme beigetragen.

Implikationen für den Tourismussektor
Die Untersuchung zeigte, dass digitale Transformation ein schrittweiser Prozess ist. Hotels entwickelten ihre Online-Präsenz in Etappen – von der Website über soziale Medien bis hin zu Buchungssystemen. Förderprogramme sollten diese unterschiedlichen Entwicklungsphasen berücksichtigen.

Zudem hing die Geschwindigkeit der Digitalisierung stark von den verfügbaren Ressourcen ab. Betriebe mit höherer Sterneklassifikation waren meist Vorreiter. Um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern, haben die Autoren gezielte Unterstützung für kleinere Betriebe durch Schulungen und finanzielle Förderung empfohlen.

Da die Basisdigitalisierung weitgehend abgeschlossen sei, liege die nächste Herausforderung in der Optimierung bestehender Systeme. Themen wie KI-gestützte Anwendungen, dynamische Preisgestaltung und CRM-Systeme haben an Bedeutung gewonnen. Die Autoren betonten, dass ein Verständnis der bisherigen Entwicklung entscheidend ist, um künftige Innovationswellen erfolgreich zu gestalten.

Die Studie solle Akteuren im Walliser Tourismus helfen, digitale Lücken zu erkennen, Trends frühzeitig zu identifizieren und die Transformation hin zu einem widerstandsfähigeren Tourismus zu unterstützen.

 

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Bild: © Mudassar Iqbal auf Pixabay